Der Hauptmann (Schwentke)

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    Es gibt 13 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Samo.

      Der Hauptmann (Schwentke)

      "Der Hauptmann"


      Jahr: 2018
      Regie: Robert Schwentke
      Genre: Drama
      Land: DE, FR, PO
      Cast: Hubacher, Lau..



      Inhalt:
      Der Hauptmann ist eigentlich gar kein Hauptmann, sondern trägt nur die entsprechende Uniform. Diese bewährte Kostümierung stiehlt Willi Herold (Max Hubacher), ein 19-jähriger Gefreiter, nachdem er im Zweiten Weltkrieg im Emsland nur knapp dem Tod entkommen ist und als Deserteur die Flucht ergreift. Um weiterer Verfolgung zu entgehen, kommt ihm die Offiziersuniform gerade recht. Trotz des falschen Rangs folgt ihm bald eine wachsende Gruppe an verstreuten Soldaten, als der Krieg sich dem Ende neigt und die versprengten Kämpfenden marodierend das Beste aus ihrer Situation herauszuholen versuchen. Schon bald beginnt Willi, seine neu eingenommene Machtposition zu genießen und auszunutzen.

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      Endlich mal wieder ein Nazi-Film aus Deutschland, YES! Diese Aussage ist in diesem Fall keineswegs ironisch gemeint. Der Hauptmann ist ein ganz starkes Stück. Experimenteller, losgelöster und unkonventioneller als gedacht, dank charismatischem Schwarz-Weiß-Bild, einem bedacht eingesetzten sowie unorthodoxen Score und einem spannend konzipierten Drehbuch. Der Hauptmann beginnt subtil, setzt auf Atmosphäre, Bildsprache und den gewissen Thrill. Doch der letzte Akt überrascht dann stilistisch. Am Anfang war ich mit diesem kurz am Hadern: Muss der Deutsche im Film wirklich schon wieder als der gesichtslose, niederträchtige Erzrivale herhalten? Ja, in diesem Falle schon. Denn das Werk entwickelt zum Ende hin fast schon satirische Züge, auch wenn die Story auf wahren Begebenheiten beruht. Ansonsten erzählt Der Hauptmann von diffusen Zuständen im Krieg, Manipulation, Menschenfeindlichkeit sowie Machtmissbrauch und entlarvt dabei stilsicher blindes Hierarchie-Denken. Fette Empfehlung von mir!

      Kleider machen Leute.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Bavarian“ ()

      Vor ca. einer halben Woche erstmals gesehen fällt es mir auch jetzt noch etwas schwer das gesehene in Worte zu fassen.

      Ein erschütternder, aber zugleich sehr faszinierender Film, welcher meiner Ansicht nach bereits jetzt schon zu den besten deutschsprachigen Kriegsfilmen zählt, die das Land seit Kriegsende hervorgebracht hat. Hinter Filmen wie Stalingrad, Der Untergang oder Das Boot braucht sich Der Hauptmann definitiv nicht verstecken, denn was hier gezeigt wird ist von Anfang an eine fantastisch inszenierte Fahrt in einen immer tieferen Abgrund aus dem es ab einem bestimmten Punkt keine Möglichkeit mehr zur Umkehr gibt. Was anfänglich als eher harmlose und der Situation geschuldete Momentaufnahme beginnt entwickelt sich dann zu einer entlarvenden Charakterstudie, über Mensch und Machtapparat des dritten Reichs, welche Themen wie das kompensieren von Minderwertigkeitsgefühlen und blinden Gehorsam thematisiert. Komplett in schwarz/weiß gefilmt verzichtet der Film weitgehend auf explizite Gewaltdarstellungen, der Großteil der unmenschlichen Handlungen wird nicht gezeigt wofür man dankbar ist, was jedoch andererseits die Intensität des jeweiligen Augenblicks nur noch verstärkt. Regisseur Robert Schwenkte argumentierte, dass er überrascht gewesen sei, dass es so wenige deutsche Filme aus der Täterperspektive gäbe ( z.B. nannte er als einen der wenigen Vertreter den Film Aus einem deutschen Leben von 1977 mit Götz George, den ich noch nicht gesehen habe ) und das er einen weiteren Beitrag dazu leisten wollte. Das ist ihm mehr als gelungen.


      09/10

      Eure Kritiken finde ich gut, vielen Dank dafür. Ich habe den Trailer gesehen, als er ins Kino kam und hatte mich auch schon drauf gefreut. Leider hatte ich es damals nicht ins Kino geschafft und den Trailer fand ich auch eher "naja". Etwas Aufmerksamkeit hat er auch deswegen bei mir hervorgerufen, da er zum Teil in meiner Region in den Nachbardörfern gedreht wurde.
      Nach euren Kritiken, werde ich mir ihn definitiv anschauen, entweder kauf ich ihn mir oder nutze dafür mal Prime.
      So jetzt auch geschaut.
      Ein beeindruckender Film. Die ersten 5-10 Minuten hab ich mit dem ganzen etwas "gefremdelt" und dachte schon ich krieg keinen Zugang.... Doch dann setzt er die Geschichte um und wie. Einfach top - anfangs noch das Opfer auf der Flucht macht die Hauptfigur eine zynische Wandlung durch, anfangs noch teilweise verständlich weil er überleben will - aber er übertrumpft dann in der Menschenverachtung sogar das Regime...

      Beeindruckender Film, der gerade weil er so trostlos ist und keine wirkliche Identifikationsfigur bietet die Sinnlosigkeit sehr gut rüberbringt...

      8,5 von 10

      Genießt die Stille.....
      Hab den Film auch endlich gesehen.

      Wow, großartiger Film. Max Hubacher in der Hauptrolle als Willi Herold ist wirklich großartig. Die anderen Darsteller (allen voran Milan Peschel und Frederick Lau) überzeugen natürlich auch, aber Hubacher spielt schon wirklich sehr gut. Wird einem immer unsympathischer und trotzdem bewundert man die Rolle, wie er alle täuschen konnte.

      Empfehlung für diesen Film.

      8/10 Feldjägern
      "Rappen kann tödlich sein - Autofahren auch"


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      Kann das alles nur unterschreiben. Hammer Film. Mir blieb wirklich oft das Lachen im Halse stecken. Kaum zu glauben dass dieses hier wirklich passiert sein soll. Krass. Und dann noch so dermaßen gut gefilmt, überragend gespielt.... Wahnsinn. Hier passt wirklich alles. Einer der besten und wichtigsten deutschen Filme würde ich mal behaupten.

      ​​​​​​​9/10

      Fand den film auch gut.
      Mal was anderes. Aus einer anderen Sichtweise.
      Hatte auch was anderes erwatet. Nämlich, dass Herold der Sympathieträger des Films ist.
      Aber sobald er den Mantel umgelegt hatte mochte ich ihn schon nicht mehr.

      Gewiss, es war auch der Mantel. Aber vor allem war es das selbstsichere, arrogante und herrische Auftreten von Herold was ihm Respekt verschaffte.

      Interessante Doku:


      Toller deutscher Film.

      7,5 von 10