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Django - Schieß mir das Lied vom Sterben

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    Es gibt 3 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Snow.

      Django - Schieß mir das Lied vom Sterben


      C'è Sartana... vendi la pistola e comprati la bara!






      Regie:
      Giuliano Carnimeo
      Drehbuch: Tito Carpi
      Produktion: Sergio Borelli, Franco Palaggi
      Musik: Francesco De Masi
      Kamera: Stelvio Massi
      Schnitt: Ornella Micheli


      Inhalt:

      Bei der Jagd auf gesuchte Verbrecher wird der Revolverheld Sartana (dt. Django) Zeuge eines Überfalls auf einen Goldtransport - der jedoch nur Sand
      anstatt Gold geladen hatte. Um näheres über den missglückten Beutezug zu erfahren, macht Sartana sich auf den Weg in eine Geisterstadt und schreckt dort
      die Bande des Banditen Mantas auf, welche verantwortlich für den Überfall zu sein scheint. Allerdings steckt, wie er schon bald herausfindet, viel mehr hinter dem misslungenen Überfall als zunächst vermutet und Sartana beginnt die verschiedenen losen Fäden des Puzzle aufzunehmen - in der Hoffnung am Ende dem eigentlichen Drahtzieher eines perfiden Plans Gerechtigkeit zufügen zu können.


      Besetzung:


      George Hilton
      Charles Southwood
      Piero Lulli
      Erika Blanc
      Nello Pazzafini
      Carlo Gaddi
      Aldo Barberito


      Produktionsland:
      Italien
      Veröffentlichungsdatum: 07.08.1970
      Laufzeit: 92 Min.


      Wissenswertes:

      - Beeinflusst durch den großen Erfolg des Django Films mit Franco Nero aus dem Jahre 1966 versuchte man vor allem im deutschsprachigen Raum für einige Jahre
      die Popularität des Django Schiftzuges für die eigenen Erträge an den Kinokassen zu nutzen und so mussten die verschiedensten Western, wenn es die Kleidung und
      Handlungsweise des Hauptcharakters zuließen, für diesen falschen Namen herhalten. So auch im vorliegenden Film. Der von George Hilton verkörperte, komplett in
      schwarz gekleidete, Cowboy hört im Original eigentlich auf den Namen Sartana - einer weiteren berühmten Figur des Genre, die ebenfalls in vielen Filmen auftrat.
      - Obwohl Charles Southwood als zweiter Hauptdarsteller gelistet ist und nur geringfügig weniger verdiente als George Hamilton, tritt er nach über 45 Minuten
      erstmals in Erscheinung.


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      Um die Verwirrung komplett zu machen, kann man natürlich auch noch den dritten zugkräftigen Italo Western-Charakter mit ins Titel-Spiel bringen: Sabata. Wobei dieser nun wirklich im Film vorkommt (Charles Southwood).
      Hilton selbst kann weder als Sartana noch als Django überzeugen ... schon gar nicht im Vergleich zu Gianni Garko und/oder Franco Nero.
      Das waren klasse Filme und ich schaue mir sie noch heute auf italienisch an

      kinski schrieb:

      Um die Verwirrung komplett zu machen, kann man natürlich auch noch den dritten zugkräftigen Italo Western-Charakter mit ins Titel-Spiel bringen: Sabata. Wobei dieser nun wirklich im Film vorkommt (Charles Southwood).
      Hilton selbst kann weder als Sartana noch als Django überzeugen ... schon gar nicht im Vergleich zu Gianni Garko und/oder Franco Nero.


      Ja, ich hatte mir überlegt den Verweis betreffend Sabata, der vorher manchmal von Lee Van Cleef gespielt wurde, ebenfalls anzuführen, aber die Zeilen wären dann noch umfangreicher geworden, zumal wie du auch geschrieben hast, immerhin bei dem Charakter keine Verfälschung seitens der deutschen Synchro stattfand, da die Figur ja tatsächlich im Film auftritt.

      Deiner Meinung zu Hilton muss ich allerdings widersprechen, denn überraschenderweise gefiel er mir außerordentlich gut als Sartana bzw. "Django" - selbst im angesprochenen Vergleich zu Garko und Nero. Doch dazu mehr im folgenden Review. ;)




      Der Italowestern erlebte in den 60er und 70er Jahren seine Blütezeit und es erschien in dieser Zeitspanne eine wahre Flut von Produktionen, denen oft nur wenig Budget zur Verfügung stand. Viele wollten den ersten erfolgreichen Vorreiter dieses neuen Subgenre, Sergio Leone, kopieren, doch nur den wenigsten gelang es einen originellen Beitrag dem Western hinzuzufügen. Vorliegender Film ist dabei eine dieser erfreulichen Ausnahmen.

      Der Cast weiß zu überzeugen und besonders Hilton und Southwood muss man hierbei lobend hervorheben. George Hilton als grimmig dreinblickender Cowboy, dem jedoch beständig ein lächeln um den Mundwinkeln liegt, was versucht auszubrechen und Charles Southwood als aalglatter Revolverheld, den nichts aus der Ruhe bringen kann und der als Kontrast zu Hilton außerdem noch komplett in weiß gekleidet ist, bilden ein ausgezeichnetes Schauspiel-Gespann. Das Hiltons Figur im deutschsprachigen Sprachraum aufgrund seines Kleidungsstils und des Auftretens als Django tituliert wird, macht nach Sichtung des Films durchaus Sinn. Denn, um einmal den Vergleich zu Neros Darstellung zu ziehen, einen wirklich gravierenden Unterschied zwischen beiden Leistungen dieser Schauspieler habe ich nicht erkennen können. Ohne Neros Schauspiel herabwürdigen zu wollen, aber ich kann mir vorstellen, dass das mitwirken in "Dem blutigsten/brutalsten Western aller Zeiten" so einiges zu seinem Mythos beigetragen hat und die Zuschauer sich gerne ein wenig blenden lassen, wenn solche genialen und ikonischen Bilder wie der hinterherziehende Sarg oder das niedermähen der Gegner mittels der Gatling Gun, gezeigt werden. Die Leistung Neros wird dadurch quasi automatisch ohne großes Zutun von ihm selbst, in höhere Sphären gehoben obwohl seine schauspielerische Leistung das gar nicht rechtfertigt.

      Ich bin deshalb auch der Meinung, dass in Corbuccis Klassiker die Titelfigur mindestens von fünf weiteren, ebenso guten Schauspielern jener Zeit, auf exakt die selbe Art und Weise hätte verkörpert werden können. Darüber hinaus funktioniert das Zusammenspiel zwischen Hilton und Southwood so gut, dass ich mir gewünscht habe, dass es außer diesem Film noch andere Western gibt, in denen sie zu zweit vor der Kamera auftraten. Ist leider nicht der Fall und in meinen Augen eine vertane Chance. Die übrigen Schauspieler sind ebenfalls gut, können aber keine besonders herausragenden Akzente setzen. Bevor ich es vergesse: In der deutschen Fassung spricht übrigens der junge Klaus Kindler, früherer Standardsprecher von Clint Eastwood, George Hilton in extrem lässiger und überlegender Manier - ein weiterer Pluspunkt.

      Der Film, als Abschluss der fünfteiligen Sartana Reihe gedacht, bietet eine interessante und durchaus komplexe und teils verworrene Geschichte ( am Ende ist es doch etwas schwer den Überblick zu behalten wer jetzt wen hintergeht ), welche sich oftmals aber erfreulicherweise zwischen all den Tötungen und Schießereien selbst nicht zu ernst nimmt. Vor allem die ausgeübten Schüsse sind oft fernab jeglicher Realität und machen gerade deshalb nochmals deutlich mehr Spaß. :D Auch kann man in einer Szene ein sehr spannendes Pokerspiel begutachten, das ich in dieser Form der Inszenierung bisher noch in keinem anderen Western gesehen habe. Ein letztes Wort noch zu der musikalischen Untermalung von Francesco De Masi. Diese fügt sich gut ins Gesamtbild ein und wirkt nie störend oder einfach nur aus anderen Vertretern des Genre kopiert.



      Ein weiterer sehr unterhaltsamer Italowestern. Anschauen lohnt sich.


      08/10