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George R. R. Martin - Feuer und Blut

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      George R. R. Martin - Feuer und Blut

      Feuer und Blut erzählt die Geschichte
      der Targaryens. Ursprünglich war ein Band geplant, aber das was GRRM schrieb, erwies sich als zu umfangreich, weshalb ein Zweiteiler geplant ist.

      Es ist kein Roman wie die ASOIAF-Reihe, sondern eine Art Geschichtsbuch. Um das ganze recht stimmig zu machen, entwarf GRRM Erzmaester Gyldayn, der das ganze verfasst haben soll. Mir gefällt der Geschichtsbuch-Stil recht gut, jemand anderes mag davon abgeschreckt werden. Ein großes Plus gibt’s auch für die Idee, den Drachentanz nicht einfach runterzuerzählen, sondern Gyldayn mehrere Quellen anzuführen – manchmal wird die Glaubwürdigkeit der Quellen bewertet, ein anderes mal nicht.

      Teil 1 beginnt mit (bzw. kurz vor) Aegons Eroberung und endet mit dem Mündigwerden von Aegon III ca. 130 Jahre nach der Eroberung.

      Das interessanteste Haus war für mich

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      Haus Velaryon. In der ASOIAF-Reihe wurden sie nur ein paarmal erwähnt, in Welt von Eis und Feuer sind sie eine valyrische Familie (aber halt im Gegensatz zu den Targaryens keine Drachenreiter), die eng mit den Targaryens verbandelt sind (so war Aegons Mutter eine Velaryon, sein erstgeborener wurde mit Alyssa Velaryon verheiratet). Beherrschen die Targaryens die Lüfte, beherrschten die Velaryons die See.


      Von den Storylines her fand ich nicht die Eroberung am interessantesten, sondern was danach passierte.

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      Aenys und Maegor:

      Aenys (Aegons Sohn mit Rhaenys) und Maegor (Aegons Sohn mit Visenya) So unterschiedlich Aegons Schwestern waren, so unterschiedlich waren auch deren Kinder. Aenys war friedliebend und zögerlich, Maegor kriegerisch und grausam. Als Erstgeborener wurde Aenys König und war anfangs auch beliebt. Das änderte sich als der Glaube brüskiert war (einerseits durch Maegors zweitfrau, andererseits durch die Vermählung von Aenys Kindern Rhaena und Aegon). Aenys Zögerlichkeit (vor allem in Hinblick darauf, Drachen einzusetzen) und ein Aufstand der Lords, deren Väter von Aegon unterworfen waren führten zu chaotischen Zuständen und dem Aufstand der Faith Militant. Schlussendlich stürzte Maegor Aenys und schlug die Aufstände grausam nieder.

      Drachentanz (auch wenn mir die wenigsten Protagonisten sympathisch sind)

      Rhaenyra war die einzige überlebende Tochter von Viserys Targaryen und Aemma Arryn. Aus einem Konvent vor Viserys Krönung kam es zum Präzendenzfall, dass ein männlicher Erbe immer Vorrang vor einer weiblichen Erbin hat. Dem zum Trotz ernannte Viserys Rhaenyra zur Thronerbin (vermutlich um zu verhindern, dass sein Bruder Daemon König wurde). Dies änderte er auch nicht, als ihm seine zweite Frau die Söhne Aegon, Aemond und Daeron schenkte. Was die Familie und die Lordschaft in zwei Lager teilte – die „grünen“ unterstützten Aegon, die „schwarzen“ Rhaenyra.

      Nach dem Tod von Viserys wurde Aegon durch den sogenannten „grünen Rat“ zum König gekrönt, auf Drachenstein wurde Rhaenyra durch ihren „schwarzen Rat“ zur Königin gekrönt. Gab es Anfangs nur scharfe Worte, wurde der Drachentanz ernst, als Aemond Rhanyras zweiten Sohn Lucerys tötete. Als Gegenreaktion lies Daemon Targaryen (mittlerweile Rahenyras Mann) Aegons Sohn vor den Augen seiner Mutter töten. Nach diesen Gräueltaten gab es kein zurück mehr und Verwandte bekämpften einander bis in den Tod. In den Gräueltaten liegt auch begründet, dass ich wenige der Charaktere aus dem Drachentanz mag. Eigentlich eh nur die Velaryons.



      Charaktere, die mich (in irgendeiner Form) beeindruckt/berührt haben

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      Aerea Targaryen: Die Urenkelin von Aegon I. Möglicherweise ist sie aber auch Rhaella Targaryen, die mit ihre Zwillingsschwester die Plätze getauscht hat. Aerea entwickelte sich (auch vermutlich durch ihr schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter) zu einem richtigen Terror-Teenie. Mit 13 stahl sie Aegons Drachen Balerion und war für ein Jahr verschwunden. Als sie wiederkam (vermutlich aus der Einöde, die einst Valyria war), war sie abgemagert und glühte regelrecht. Ihre letzten Worte waren „Ich niemals“ (was von „Wäre ich doch niemals weggelaufen“ bis hin zu „Hätte ich doch niemals mit Aerea die Plätze getauscht“ alles heißen könnte). Der Septon, der Aerea behandelte, berichtete in seiner Niederschrift davon dass das Mädchen regelrecht brannte, sich etwas unter ihrer Haut befunden habe und sie ständig darum gebeten habe, endlich sterben zu dürfen. Rauchfäden stiegen aus ihrem Mund. Als sie in eine Eis-Wanne gelegt wurde, kamen die Wesen aus ihrem Inneren (Würmer, teilweise armgroß) und starben sofort im Eiswasser. Ein furchtbares Ende.

      Alysanne Targaryen: auch „Good Queen Alysanne „ genannt. Sie hielt regelmäßig „Frauenhöfe“ ab, in denen sie sich die Sorgen ihrer Untertaninnen anhörte. Durch ihren Einfluss auf ihren Mann Jahaerys wurden das Witwengesetz (eine Witwe durfte nach dem Tod ihres Mannes nicht mehr von ihren Stiefkindern
      auf die Straße gesetzt werden) eingeführt oder das Recht der ersten Nacht verboten. Sie war es auch, die bei ihrem Besuch im Norden die Schenkung der Nachtwache vergrößerte. Eben eine richtige Powerfrau, und das ohne mit dem Schwert rumzufuchteln ;-). Ich habe sie so ins Herz geschlossen, dass ich quasi mit ihr mitgelitten habe, als ihre 6-jährige Tochter am Fieber starb, mehrere ihrer Söhne kurz nach der Geburt starben oder sich ihr Lieblingskind das Leben nahm. Von ihren 13 Kindern überlebte Alyanne 10, also viel zum mitleiden für mich.

      Corlys Velaryon: Für mich die beeindruckendste Figur im Drachentanz – er unterstützte Rhaenyra (obwohl er ihr auch die Schuld am Tod seiner Frau gab), bis zu dem Zeitpunkt, als Rahenyra den Eisernen Thron erobert hatte und in ihrer Paranoia befahl, alle drachenreitenden Targaryen-Bastarde zu töten (Nessel) bzw. gefangenzunehmen (Addam Velaryon). Um seinen Nachfahren (offiziell Enkel, möglicherweise Bastard-Sohn) zu retten, ermöglichte er ihm die Flucht und wurde von Rhaenyra eingekerkert. Bevor sie ihn aber hinrichten konnte, revoltierte die Bevölkerung von Königsmund und zwang sie zur Flucht. Aegon II kehrte auf den
      Thron zurück – Corlys schaffte es nicht nur seiner drohenden Hinrichtung zu entgehen, sondern konnte seine Treue auch von Bedingungen wie Verschonung von Baela und Aegon Targaryen (Rhaenyras Cousine und Sohn) abhängig machen. Außerdem ein großer Seefahrer, der als erster Westerosi die Tausend Inseln durchquerte).

      Addam Velaryon: Nachdem einige der Bastard-Drachenreiter Rhaenyra verrieten, unterstellte sie allen Bastarden, Verräter zu sein. Addam floh, bevor Rhaenyra ihn in den Kerker werfen konnte und stellte ein Heer zusammen, das die verräterischen Drachenreiter und das Heer, dem sie sich angeschlossen hatten, angriff. Nachdem die Verräter tot waren, ihre Drachen aber das Heer von Addam attackierten, opferte er sein Leben (und das seines Drachen), um seine Leute zu retten.



      Interessantes für die Hauptserie konnte man auch finden:

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      Versteinerte Dracheneier

      Jahaerys älteste Schwester Rhaena hatte eine Geliebte, welche ihr drei Dracheneier stahl und diese in Braavos verkaufte, um ein Schiff bauen zu lassen. Laut Septon Barth wäre es denkbar, dass die Dracheneier so weit entfernt von der Hitze von Drachenstein versteinern könnten. Ist halt die Frage, ob die Dracheneier diesselben wie Danys sind und ob sie in diesem Fall wirklich von Braavos nach Asshai und dann in den Besitz von Illyrio bekommen sind oder ob Illyrio Dany bezüglich der Herkunft der Eier anlog („Das sind versteinerte Dracheneier, die Eurer Familie vor ca. 200 Jahren gestohlen wurden. Ich schenke sie Euch“ klingt halt irgendwie blöd).

      Alysannes Drache

      Als Alysanne an der Mauer war, wollte sie ihren Drachen (der sich ihr nie wiedersetzt hatte) nördlich der Mauer fliegen – der Drache drehte immer wieder ab und widersetzte sich ihrem Befehl (was er nie zuvor getan hatte und auch danach nie wieder tun sollte). Alysanne war zutiefst beunruhigt. Offenbar können Drachen gar nicht nördlich der Mauer fliegen, d.h. In der ASOIAF-Reihe wird eine Mission jenseits der Mauer, bei der ein Drache stirbt, wohl nicht stattfinden. Wäre aber interessant, dazu mehr zu lesen – ists die Furcht vor den anderen die den Drachen zögern lies oder verhindert die Magie der Mauer, dass Drachen nördlich fliegen?



      Ein paar Easter Eggs auch

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      Wir haben den Drachen Morgul sowie Grobi, Elmo, Kermit und Oscar Tully. Tolkien bzw. die Sesamstraße lassen grüßen.


      Nachdem ich das Buch so mag, gibt’s aber auch Kritik

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      Der Krieg in Dorne war für mich teilweise nur eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten, die einander angetan wurden.

      Die Aufteilung bei Jahaerys Regierungszeit kommt mir irgendwie unstimmig vor. Am Anfang gibt’s fast ein monatliches Update, was passiert (sowohl Regierungstechnisch als auch familiär) und am Ende werden Jahre übersprungen, um Familiendynamik zu zeigen.

      Die Charaktere kommen einem Vertraut vor – der intrigante Meister der Flüsterer mit Handycap (in diesem Fall hat er einen Klumpfuß und heißt Larys), der zynische Zwerg (ein selbsternannter Sexgott) und die Baratheons, Lannisters und Starks scheinen auch vor 300 Jahren vor allem kriegerisch, verschlagen und stur gewesen zu sein.

      Zu guter letzt noch die Übersetzung: Der Gipfel war für mich Unwin Peake, der in „Unsieg Gipfel“ übersetzt wurde. Oder Joffrey Velaryon, aus dem ein Gottfrid wurde. Gott sei Dank kam bei Asoiaf (hoffentlich?) niemand auf die Idee, aus Joffrey Baratheon einen Gottfrid zu machen.


      Aber alles in allem ein Werk, das mir gut gefallen hat.

      9/10 ausbrütenden Dracheneiern
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Shatiel“ ()