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The Tingler (1959)

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    Es gibt 6 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Olly.

      The Tingler (1959)

      The Tingler



      Studio
      Columbia Pictures
      Veröffentlichung 29. Juli 1959
      Laufzeit 82 Minuten

      Regie William Castle
      Drehbuch Robb White
      Produzent William Castle
      Musik Von Dexter
      Kamera Wilfred M. Cline
      Schnitt Chester W. Schaeffer

      Besetzung

      Vincent Price -- als -- Dr. Warren Chapin
      Judith Evelyn -- als -- Mrs. Martha Ryerson Higgins
      Darryl Hickman -- als -- Dave Morris
      Patricia Cutts -- als -- Isabel Stevens Chapin
      Pamela Lincoln -- als -- Lucy Stevens
      Philip Coolidge -- als -- Oliver "Ollie" Higgins

      Plot

      Dr. Warren Chapin und sein Assistent Dave Morris forschen an der Angst und finden heraus, dass der menschliche Körper von einer seltsamen Kraft besessen ist, die sich von dieser Ur-Emotion ernährt: Ein kribbelndes Gefühl in der Wirbelsäule, wann immer der Mensch Angst verspürt. Doch dieses Kribbeln scheint nicht nur psychologischer Natur zu sein, denn Chapin findet bald heraus, dass die Ursache des Tinglers - des Kribbelns - ein Parasit ist, der sich an der Wirbelsäule eines jeden Menschen angehaftet hat: Verspürt der Mensch enorme Angst, festigt sich der Griff des Tinglers. Durch Schreien scheint er seine Kraf tzu verlieren, was dem Host des Parasisten das Leben rettet. Sein Ziel ist es, ein lebendes Exemplar für Forschungszwecke zu entwenden.

      Und?

      Auf den Film gekommen bin ich über Gilbert Gottfried's Amazing Colossal Podcast und der Folge, als er und sein Co-Host Frank Santopadre Patton Oswalt zu Gast hatten. Alle drei sind Film-Buffs der allerbesten Güte und großes Thema in der Folge war das Camp-Kino der 50er und 60er. So kam auch The Tingler zur Sprache, im Zuge dessen Gottfried seine kongeniale Vincent Price-Imitation zum Besten gegeben hat - ich konnte fast nicht mehr vor Lachen und ich kann jedem Filmfan diesen Podcast nur an's Herz legen.

      Wie dem auch sei, ich habe mich auf amazon Prime umgeschaut und festgestellt, dass es den Tingler zum Gratis-Stream im Angebot gibt. Zwar nur O-Ton, aber in meinen Augen sollte man Vincent Price ausschließlich im O-Ton sehen. Und ganz nebenbei: Amazon Prime hat eine vorzügliche Auswahl für Trash- und Camp-Kino aus dieser Ära. So bin ich vor einigen Monaten auch dazu gekommen, The Last Man on Earth zu schauen, den ich ziemlich gelungen fand.

      Was bleibt zu sagen zum Tingler? Ich denke, der Trailer dürfte ein ganz gutes Bild abgeben, worauf ihr euch einstellen könnt. Ich hatte meine Schwierigkeiten, die Synopsis zu erstellen, denn der Plot ist völlig absurd, macht an keiner Stelle Sinn und weigert sich, eine anständige Auflösung zu finden. Es ist, als würde der Film einfach aufhören, weil der Produktion das Geld ausging und keiner weitermachen konnte. Es sind trotzdem unglaublich unterhaltsame 80 Minuten: Das liegt zum einen an Vincent Price höchstpersönlich, der in gewohnter Manier zu einhundert Prozent seiner Rolle committed ist und der sichtlich Spaß hat mit dem Material, das ihm gegeben ist. Zum anderen liegt das an den abstrusen Wendungen, die der Film nimmt: Vom Familiendrama über Parasitenhorror ist hier alles geboten, was das Herz begehrt. Der Film wirkt mit seinen mordlüsternen Protagonisten fast schon wie eine moderne Seifenoper. Und auch wenn sich der Film glücklicherweise selbst nie zu Ernst nimmt - ich denke, die Macher waren sich darüber bewusst, was sie für einen Film machen, zumindest tonal betrachtet -, so ist er doch unterhaltsam in Szene gesetzt, flüssig erzählt und daher durchaus sehenswert.

      Abschließend noch ein Wort zum Percepto: "Scream for you lives!" ist der Hashtag des Films. Wann immer man ein Vibrieren in der Wirbelsäule verspürt, rettet der Schrei einem das Leben. William Castle hat sich einen Spaß daraus gemacht, unter bestimmten Sitzen in ausgewählten Kinos einen Buzzer zu installieren - den Percepto -, der an ganz gewissen Stellen im Film aktiviert wird und den Sitz des Zuschauers zum Schütteln bringt. Dieses Gimmick wurde während des Höhepunktes im Film - die Szenen im Kinosaal, als der Bildschirm für uns Daheim-Schauer aus unerklärlichen Gründen schwarz wurde - eingesetzt und muss den betroffenen Gästen einen furchtbaren Schreck eingejagt haben. Das nur als kleine Info nebenbei, für alle, die sich gefragt haben, was das Wort auf dem Kinoplakat bedeutet. Ich find's eine ganz nette Idee und irgendwie schade, dass ich solche Stunts heute nicht mehr miterleben kann.

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Data“ ()

      Der Film ist im Grunde kaum der Rede wert, wenn nicht Vincent Price hier mal wieder schauspielerische Ekstase zum besten gibt. Es waren wirklich weitestgehend die Gimmicks vom Gimmick-König William Castle, welche seine Filme in den Blickpunkt brachten. Man denke auch an die im Saal herumfliegenden Skelette bei "House on Haunted Hill". Allerdings muss man ihm zu Gute halten, dass dieser Film vor "Psycho" in die Kinos kam. Also das Argument er habe bei Sir Alfred abgeschaut, stimmt so natürlich nicht.

      koch films hat übrigens eine Reihe zu Ehren William Castles ins Leben gerufen. Mit "Der unheimliche Mr. Sardonicus" und "Das alte finstere Haus" sind bereits zwei Titel herausgebracht worden. Eine klare Empfehlung meinerseits. :)

      kochmedia-film.de/blu-ray/deta…collection_1_blu_ray_dvd/
      kochmedia-film.de/blu-ray/deta…collection_2_blu_ray_dvd/
      "The clouds are swirling. There will be tears shed over the bay."

      Olly schrieb:

      Der Film ist im Grunde kaum der Rede wert, wenn nicht Vincent Price hier mal wieder schauspielerische Ekstase zum besten gibt. Es waren wirklich weitestgehend die Gimmicks vom Gimmick-König William Castle, welche seine Filme in den Blickpunkt brachten. Man denke auch an die im Saal herumfliegenden Skelette bei "House on Haunted Hill". Allerdings muss man ihm zu Gute halten, dass dieser Film vor "Psycho" in die Kinos kam. Also das Argument er habe bei Sir Alfred abgeschaut, stimmt so natürlich nicht.


      Wenn man sich noch weiter reinliest, hat er wohl auch "Krankenschwestern" im Foyer diverser Kinos platziert und Schauspieler in die Kinosääle bestellt, die die Aufgabe hatten, zu schreien und ohnmächtig zu werden. :uglylol: :rotfl: :rotfl:

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase

      Data schrieb:

      Wenn man sich noch weiter reinliest, hat er wohl auch "Krankenschwestern" im Foyer diverser Kinos platziert und Schauspieler in die Kinosääle bestellt, die die Aufgabe hatten, zu schreien und ohnmächtig zu werden.


      Ist aber äußerst kreatives Marketing :)
      Ich fand das ziemlich lässig wie er sich mit kleinen MItteln in dem damaligen Markt behaupten konnte :)

      Hupengröße ... die ja essenziell für eine Rolle wie die der Wonder Woman ist.

      joerch schrieb:


      Ist aber äußerst kreatives Marketing :)
      Ich fand das ziemlich lässig wie er sich mit kleinen MItteln in dem damaligen Markt behaupten konnte :)


      Ich finde das auch total kreativ und faszinierend. Das würde heute überhaupt nicht mehr funktionieren - mit social media wäre der Gag jedem schon vorab bekannt. Das meinte ich ja, als ich geschrieben hab, dass man solche Stunts heute überhaupt nicht mehr erleben kann als Zuschauer. Oder Hitchcock, wie er vor dem Film-Release von Psycho alle Buchläden hat leer kaufen lassen, so dass keiner mehr an eine Ausgabe des Romans kommt. Das würde heute gar nicht mehr funktionieren.

      Wie du schon gesagt hast, allein davor gehört der Hut gezogen.

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      Jo. Heute haben die "kleinen" Produzenten und Regisseure ja technisch viel mehr Möglichkeiten als früher....
      In der Erstellung von Filmen ist es glaube ich "demokratischer" geworden (mir fällt kein anderes Wort ein), weil man einfach durch die technische Entwicklung mehr Freiheit hat und mehr Möglichkeiten auch mit schmalen Budget was zu machen....
      Aber mit dem fertigen Produkt ist es schwerer geworden. Ich möchte nicht wissen, wieviele kleine, interessante Projekte es gibt/gab, von denen niemand etwas mitgekriegt hat....
      Das war halt die Zeit wo so kleinere Sachen auch durch die kleinen Kinos liefen und damit sogar die Chance hatten was größeres zu werden...

      Hupengröße ... die ja essenziell für eine Rolle wie die der Wonder Woman ist.

      Data schrieb:

      Olly schrieb:

      Der Film ist im Grunde kaum der Rede wert, wenn nicht Vincent Price hier mal wieder schauspielerische Ekstase zum besten gibt. Es waren wirklich weitestgehend die Gimmicks vom Gimmick-König William Castle, welche seine Filme in den Blickpunkt brachten. Man denke auch an die im Saal herumfliegenden Skelette bei "House on Haunted Hill". Allerdings muss man ihm zu Gute halten, dass dieser Film vor "Psycho" in die Kinos kam. Also das Argument er habe bei Sir Alfred abgeschaut, stimmt so natürlich nicht.


      Wenn man sich noch weiter reinliest, hat er wohl auch "Krankenschwestern" im Foyer diverser Kinos platziert und Schauspieler in die Kinosääle bestellt, die die Aufgabe hatten, zu schreien und ohnmächtig zu werden. :uglylol: :rotfl: :rotfl:

      Man fragt sich was er sich einfallen hätte lassen, wenn man ihm gestattet hätte "Rosemaries Baby" zu drehen. Denn die Adaption wollte er selbst inszenieren. Die Paramount-Bosse witterten allerdings eine große Chance und so musste der B-Movie-Regisseur für Polanski weichen. Am Ende sollten sie, die Bosse, tatsächlich Recht behalten. Er hätte bestimmt Wiegen im Kino platzieren lassen, nachdem das Licht wieder anging. Ich würde mal sagen, damit hätte er voll ins Schwarze getroffen. :tongue:

      Trotzdem blieb er als Produzent an Bord und soll laut eigener Aussage von Leuten via Briefen bedroht worden sein, weil er es zuließ den Satan in unsere Gesellschaft zu holen. Man erkennt, viele hatten damals, Jahrzehnte vor Covid-19, bereits ordentlich einen an der Klatsche. ^^
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