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The Father (Florian Zeller; Anthony Hopkins, Olivia Colman)

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    Es gibt 7 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von TheKillingJoke.

      The Father (Florian Zeller; Anthony Hopkins, Olivia Colman)

      Der Film erzählt die Geschichte eines Vaters und seiner Tochter, die eine gemischte Beziehung zueinander haben. Als Anthony an Demenz erkrankt, versucht sich seien Tochter so gut es geht um ihn zu kümmern. Als er versucht seine neue Situation zu verstehen, beginnt er seine Geliebten und seinen eigenen Verstand anzuzweifeln.

      In der Hauptrolle des Vaters wird Anthony Hopkins ("Die zwei Päpste") zu sehen, als Tochter wird Olivia Colman ("The Favourite") agieren. In weiteren Rollen werden Mark Gatiss, Rufus Sewell, Imogen Poots und Olivia Williams mit von der Partie sein.

      The Father wird in Deutschland im Laufe des Jahres 2021 in den Kinos starten.



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      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

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      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

      Starke Kritiken und großer Zuspruch für Anthony Hopkins!

      Rotten Tomatoes: rottentomatoes.com/m/the_father_2020

      Würde mich freuen, wenn diese lebende Legende genau 30 Jahre später seinen 2. Oscar bekommen würde. :)

      'Where's My Pig?' - Nicolas Cage
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      - The Father

      In The Father geht es um Anthony, der sich im fortgeschrittenen Stadium einer Demenzerkrankung befindet und um seine Tochter Anne. Gemeinsam müssen sie mit den Schwierigkeiten dieser Realität zurechtkommen, was sich mit dem Verlauf der Krankheit als eine immer größere Herausforderung darstellt.

      Anthony wird gespielt von Anthony Hopkins, der in diesem Jahr mit 83 Jahren der älteste Oscar-Gewinner in der Hauptdarstellerkategorie wurde. Hopkins galt als Außenseiter im Rennen, sind Nominierungen dieser Art typischerweise doch mehr Würdigungen einer langen Karriere, als dass echte Chancen bestünden. Anne wird gespielt von der immer glänzenden Olivia Colman und so oft The Father die Bühne frei macht für Hopkins, zu brillieren, so sehr fußt der emotionale Kern des Films in den Szenen, in denen die beiden - und nur die beiden - miteinander spielen.

      Colman hat dabei die etwas undankbarerer Rolle bekommen, weiß man doch oft nicht, welche ihrer Momente Realität sind und welche nur in der Wahrnehmung von Anthony passieren. Man kann es erahnen - nicht zuletzt, durch die feinen Nuancen, die Colman spielt -, aber es liegt in der erzählerischen DNA von The Father, dass die Unsicherheit überwiegt. Und letztlich ist es das, was den Film so effektiv macht - und was er vielen anderen Filmen über Demenz voraus hat -, nämlich, dass er den Krankheitsverlauf aus der Sicht des Erkrankten zeigt. Damit meine ich nicht, dass Anthony plötzlich in Pyjamas im Supermarkt einkaufen geht oder sich in sonstigen Klischeeübungen anderweitig blamiert. Damit meine ich, wie Regisseur Florian Zeller den Zuschauer sprunghaft von einer Realität in die nächste wirft. Verschiedene Schauspieler nehmen dabei gleiche Rollen ein und Appartments, die oberflächliche (zum Beispiel geschnittene) Ähnlichkeit haben, werden dazu verwendet, dem Protagonisten die Orientierung zu nehmen. Ich weiß nicht, was in der Wahrnehmung eines Demenzkranken vor sich geht. Ich kann nicht sagen, wie es ist, wenn man den Griff zur Realität verliert und wenn sich Dinge, von deren Echtheit man überzeugt war, sich plötzlich als Irrtum herausstellen, weil die Leute vor einem die Fakten verdrehen. Aber Zellers brillante Regie, lässt uns diese Momente der Verwirrung erahnen - oftmals sogar ergreifen - und er schafft damit eine Atmosphäre der ständigen Ahnungslosigkeit, der Anspannung und des Unwohlseins. Es sind nicht die Menschen um Anthony, die uns zur Sympathisierung dienen. Es ist der Erkrankte selbst, dessen tagesabhäniger Zustand bestimmt, in welche Stimmung der Film als nächstes kippt.

      Was uns zu Anthony Hopkins bringt. Seine Darstellung ist in der Tat eine echte Offenbarung. Eine unglaubliche Karriere, die mittlerweile 60 Jahre umspannt, hat uns zu dieser beachtenswerten Leistung in The Father gebracht, die zeigt, warum er zu den Besten seiner Generation gehört: Demütigend und tobend im einen Moment, alberen im Nächsten und zerbrechlich und hilflos in einem Anderen. Hopkins legt eine Bandbreite an Emotionen mit einer Leichtigkeit an den Tag, die endlich all seine Kritiker verstummen sollte, die ihm seit einigen Jahren vorwerfen, seine Rollen nur noch runter zu lesen. Gleichzeitig bringt uns dieser Wechsel - stehts unberechenbar, was als nächstes kommt - den Demenzverlauf äußerst nahe. Und das harmoniert hervorragend mit Zellers Inszenierung und zeigt ein äußerst feinfühliges Gespür für die Leitung von Schauspielern. Man sagt ja, dass der Mensch mit fortlaufender Demenz immer mehr regressiert. Dinge, die am Vormittag passiert sind, sind wenige Stunden später schon vergessen. Dahingegen ist die Jahre zurückliegende Vergangenheit klar und präsent. Hopkins spielt mit diesen Zuständen auf sehr clevere Weise. Er wirkt furchteinflößend und bemitleidenswert, manchmal im Wechsel von Sekunden. Und auch wenn es Momente gibt, in denen seine Darstellung etwas gespielt ist, so gibt es andere, in denen er mir das Herz brechen kann, wie kein anderer. Wenn er fragt "What about me?", zeigt er, wie unbeholfen wir gegen Ende hin wieder werden und wie machtlos wir gegen die Zeit sind. Ich stimme mit anderen Kritikern nicht überein, dass es die beste Arbeit seiner Karriere war. Aber sie ist auch echt nicht weit weg davon.

      Ich muss gestehen, ich bin trotz Allem etwas unterkühlt aus dem Kino gewandert. Der Film ist in allen Aspekten erhaben, aber emotional hat er mich nicht völlig abgeholt. Er ist - von Natur aus - sehr plotarm und episodenhaft, was den Zuschauer dazu auffordert, sich fortlaufend neu orientieren zu müssen, was einen ständigen Reset bedeutet und faktisch immer wieder bei Null anfangen zu müssen. Das ist gleichzeitig eine Stärke und eine Schwäche, aber zweifelsohne so gewollt, denn unserem Protagonisten geht es ja nicht anders. Erzählerisch gesehen jedoch, bringt das einen gewissen Ballast mit sich und führt dazu, dass es letztlich zu keiner Kulmination kommt, die den Spannungsbogen auflöst. Das stellt den Zuschauer vor eine gewisse Herausforderung, die Ratlosigkeit mit sich bringt, welche einem der Film nicht abnimmt. Er blendet langsam aus, so wie es Anthony tut, und endet auf einer sanften Note, die uns einen Blick gewährt auf das, wie es weitergeht und irgendwann enden wird. The Father hat keine ultimative Antwort auf die Themen, die er behandelt. Aber er bringt eine frische Sichtweise zu einem Thema, von dem ich geglaubt hatte, dass es eigentlich abgefrühstückt war.
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase



      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Data“ ()

      Gute Kritik @Data. So habe ich den Film auch wargenommen. Am Ende ist es tatsächlich so das man sich frägt was der FIlm eigentlich sagen möchte. Auf was dieser Plot hinausläuft. Ich für mich habe mich damit angefreundet das er keine GEschichte im herkömlichen Sinne erzählen möchte sondern uns nur ein GEfühl 2zeigen2 möchte wie es einem Demez erkrankten gehen muss. Und das ist mir allemallieber als der große Plotttwist. Wenn man den Schweiger Film Honig im Kopf gegen diesen hier stellt kann es nur eine Antwort darauf geben, welcher FIlm einen diese schlimme Krankheit näher bringt. Hopkins großartig.

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      Ich muss sagen, dass mich der Film sehr beeindruckt hat und zusammen mit "Der Rausch" zu meinen diesjährigen Favoriten zählt. Das mache ich an zwei Punkten fest. Zunächst einmal Anthony Hopkins. Er spielt wirklich fabelhaft und kann in dieser Rolle auch wahnsinnig viele Facetten zeigen. Intelligent, albern, schlagfertig, charismatisch, bösartig, unsicher, verletzlich, panisch - alles ist dabei, und alles ist glaubwürdig. Mein zweiter Punkt ist die Machart. Ich habe eher so etwas wie eine Draufsicht erwartet, also dass die Geschichte aus der Perspektive Colmans erzählt wird, wie sie ihren Vater pflegt, beobachtet, Verschlimmerungen feststellt und irgendwann nicht mehr kann. Das alles läuft zwar so nebenher auch mit, aber zentral ist die Perspektive von Hopkins. Und da fand ich es schon sehr beeindruckend, wie es der Film schafft, ein Gefühl für die Krankheit zu vermitteln und die ganzen Unsicherheiten auf den Zuschauer zu übertragen.

      Bin jedenfalls sehr gespannt auf weitere Filme vom Regisseur, der ja aus der Theaterecke kommt. Sein nächstes Werk heißt übrigens "The Son". Auf die Art kann man auch ein Cinematic Universe auf die Beine stellen. :)