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Der Scharfschütze

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      Der Scharfschütze

      The Gunfighter


      [ Platzhalter für das Poster des Films ]


      Regie:
      Henry King
      Drehbuch:
      William Bowers / William Sellers
      Produktion:
      Nunnally Johnson
      Musik: Alfred Newman
      Kamera:
      Arthur C. Miller
      Schnitt:
      Barbara McLean


      Inhalt:


      Weite unbebaute Landstriche, die Freiheit inmitten der Natur und nie wissend in welche Stadt es einen als nächstes verschlägt.
      Das ist das alltägliche Leben von Jimmy Ringo - dem schnellsten Schützen im ganzen weiten Westen. Ringo hat sich im Verlauf vieler Jahre einen Ruf erarbeitet,
      welcher ihm vorauseilt wohin es ihn auch verschlägt. Die Berühmtheit, die einst vom jungen und unerfahrenen Cowboy herbeigesehnt wurde ist inzwischen
      mehr Fluch denn Segen geworden, da bereits das bloße aussprechen seines Namens die Menschen allerorts in Aufregung versetzt. Kaum erreicht er eine Stadt, kommt es schon
      nach kurzer Zeit zu einem regelrechten Menschenauflauf und überall tummeln sich unter den diversen Schaulustigen auch stets Männer, die nur daraf warten
      als der Mann in die Geschichte einzugehen, welcher den legendären Jimmy Ringo erschossen hat.


      Besetzung:


      Gregory Peck
      Millard Mitchell
      Helen Westcott
      Karl Malden
      Jean Parker
      Skip Homeier
      Anthony Ross


      Produktionsland:
      USA
      Veröffentlichungsdatum: 26.05.1950
      Laufzeit: 85 Min.


      Wissenswertes:

      -
      Die zweite von insgesamt sechs gemeinsamen Arbeiten zwischen Regisseur Henry King und Gregory Peck

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      Der amerikanische Western sah sich manchmal der Kritik ausgesetzt gegenüber dem Italowestern vor allem in den 30 - 50er Jahren zu klischeebeladen dahergekommen zu sein. Seine darin vorkommenden Charaktere hatten oftmals eine mehr als weiße Weste, die streitenden Konliktparteien waren moralisch einwandfrei auseinanderzuhalten und die Romanzen waren das notwendige Übel, wenn man sich auf solche Art von Film einlassen wollte. Das es eine große Anzahl solcher Filme in der besagten Zeitspanne gibt, bis der Italowestern dem Genre ab den 60er Jahren von Grund auf ein neues Antlitz verpasste, mag stimmen, doch natürlich gibt es auch eine Vielzahl von bahnbrechenden Filmen, welche die amerikianische Filmschmiede in jenen 30 Jahren hervorbrachte, die wohltuend anders waren, als die soeben beschriebenen filmischen Vertreter. Und der Film Der Scharfschütze ist so ein Fall. Ohne ermüdende Romanze, penetrant ertönende Musik mit dem Hang zum Kitsch und einem Hauptcharakter, dessen strahlende Motive schon aus hunderten Metern Entfernung zu sehen sind präsentiert sich der Film mit Gregory Peck so realistisch und fernab von jeglichen Pathos wie man es sich nur wünschen kann.

      Die Prämisse des Films ist dabei so simpel wie genial. Der gealterte Jimmy Ringo - großartig von Gregory Peck dargestellt - entscheidet sich eines Tages nach Jahren des herumreitens einer bestimmten kleinen Ortschaft einen Besuch abzustatten. Private Angelegenheiten drängen ihn zu diesem Schritt, ihm der vor so vielen Jahren sich selbst voller Unwissenheit und Naivität das Unheil auflud, als er beschloss sich einen legendären Ruf im Westen zu erarbeiten. Es drängt ihn seiner alten Liebe, die noch immer dort wohnt, etwas von äußerster Dringlichkeit mitzuteilen. Doch wie wird sie reagieren, wenn sie von seiner Ankunft erfährt und wird sie ihn überhaupt anhören wollen? Und wie wird sein kleiner Sohn inzwischen aussehen, der seinen Vater noch niemals sah?

      Bis in die kleinste Nebenrolle ist Der Scharfschütze einfach perfekt besetzt und das fehlen jeglicher musikalischen Untermalung hat mir sehr zugesagt, da gerade Soundtracks aus dieser Zeit für mich meistens, wie weiter oben im Post schon kurz angemerkt, immer etwas schwer zu ertragen sind. Die Laufzeit des Films vergeht dabei wie im Flug, da die Gespräche und Aktionen der Charaktere so spannend mitanzuhören bzw. mitanzusehen sind.

      Und immer wieder das Thema Zeit. Wie viel Zeit bleibt ihm wohl noch, bis er wieder aufbrechen muss? 10 Minuten? Oder doch nur noch 5? Wie lange, bis die Atmosphäre nach seiner Ankunft in einer weiteren kleinen Ortschaft erneut so kritisch und aufgeladen ist, dass er einfach weiterziehen muss, um nicht Gefahr zu laufen, in all dem Trubel in einen Hinterhalt zu geraten. Der ewig gehetzte kann einfach nicht zur Ruhe kommen gegen diesen unbarmherzigen und alles überschattenden Gegner, dessen Zeiger unaufhörlich voranschreiten und den niemand jemals besiegen kann. Der ebenfalls meisterhaft inszenierte Zwölf Uhr Mittags, welcher ebenso das Thema Zeit äußerst prominent in den Mittelpunkt rückt, ist ein weiteres Beispiel wie fesselnd und grandios solche Westernfilme sein können.

      Am Ende des Films ist man überrascht ob dem einsetzen der Credits. Waren das wirklich schon 85 Minuten Laufzeit? Das Thema des Films hat die Wirklichkeit eingeholt, als sich der Zuschauer bewusst wird, dass er die Zeit völlig aus den Augen verloren hatte und nun von dem abrupten und für sein Empfinden zu schnell eingetretenden Ende überrascht wird.


      Ein ganz außerordentlicher Vertreter des amerikanischen Western, aber vor allem ein herausragender des Western Genres im allgemeinen.


      09/10


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Snow“ ()