ANZEIGE

Targets - Bewegliche Ziele (1968)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

      Targets - Bewegliche Ziele (1968)

      Targets



      Studio Saticoy Productions
      Vertrieb Paramount Studios
      Veröffentlichung 15. August 1968
      Laufzeit 90 Minuten

      Regie Peter Bogdanovich
      Drehbuch Peter Bogdanovich, Samuel Fuller (kein Credit)
      Produzent Roger Corman, Peter Bogdanovich
      Musik Ronald Stein (aus dem Film The Terror)
      Kamera László Kovács
      Schnitt Peter Bogdanovich

      Besetzung

      Tim O'Kelly -- als -- Bobby Thompson
      Boris Karloff -- als -- Byron Orlok
      Arthur Peterson -- als -- Ed Loughlin
      Monte Landis -- als -- Marshall Smith
      Nancy Hsueh -- als -- Jenny
      Peter Bogdanovich -- als -- Sammy Michaels
      Sandy Baron -- als -- Kip Larkin
      James Brown -- als -- Robert Thompson, Sr.
      Mary Jackson -- als -- Charlotte Thompson
      Tanya Morgan -- als -- Ilene Thompson
      Mike Farrell -- als -- Man in Phone Booth

      Plot

      Eine alternde Hollywoodlegende entscheidet sich, das Rampenlicht zu verlassen und in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Ein scheinbar gesunder junger Mann begibt sich ohne weitere Vorwarnung auf einen Amoklauf und erschießt willkürlich fremde Menschen. Und beide Storylines treffen in einem dramatischen Höhepunkt aufeinander.

      Kritik

      Das Debüt von Regisseur und dem ultimativen Filmhistoriker Peter Bogdanovich basiert in groben Zügen auf den Verbrechen von Charles Whitman, der 1966 sechzehn Menschen von der Plattform eines Hochhauses in Texas erschossen hat, bevor die Polizei in Austin ihn endlich überwältigen konnte. Warum hat er dies getan? Psychologen und Kriminologen haben darauf natürlich bis heute keine eindeutige Antwort, lediglich Spekulationen. Stress im Privatleben, psychische Störungen und letztlich natürlich der einfache Zugang zu Waffen dieser Art erleichtern den dazugehörigen Nervenkitzel. Das Drehbuch von Targets beschäftigt sich jedoch smarterweise nicht sehr tiefgehend mit den Hintergründen oder Motivationen, warum Bobby tut, was er tut. Er macht einfach. Brillant gespielt von Tim O'Kelley - teilweise apathisch, als müsste er erst aus sich selber herausfinden, bevor er sich überwinden kann, seinen Fantasien zu erlauben, auszubrechen -, ist Bobby der gutaussehende Mustersohn von nebenan, mit einer bildhübschen Ehefrau und liebenden Eltern. Wie er sich vor seiner ersten Attacke gegen Autofahrer noch gemächlich ein Sandwich und einen Soft-Drink gönnt, unterstreicht nur nochmals die Wahnsinnigkeit und den schieren Horror, den er auslöst und weiter antreiben wird.

      Daneben gibt es Boris Karloff in seiner letzten großen dramaturgischen Filmrolle in einer amerikanischen Produktion, welche in gewisser Weise autobiografische Züge hat. Sein komödiantisches Timing, seine Einfühlsamkeit gegenüber seinen unmittelbaren Mitmenschen und seine gelegentlichen Abdrifte in melancholisches Sehnen nach den guten alten Tagen lassen einen durch und durch runden Charakter erkennen, den man versteht und mit dem man sympathisiert. Seine Relation zu den Taten von Bobby ist zunächst von einer minimalen (Beinahe)-Begegnung geprägt, die mehr Zufall war als Absicht. Die finale Konfrontation zwischen ihm und dem Killer ist ein cooler Einfall, wie dieses letzte Mal er das Monster besiegt und niederstreckt und ist sehr imposant in Szene gesetzt von Bogdanovich.

      Letztlich laufen zwei Plotlines ab, die über die weitesten Strecken nicht viel miteinander zu tun haben und es ist nicht ganz einfach als Zuschauer zu begreifen, warum ich beides vereint in einem Film anschaue. Glücklicherweise sind beide Stories für sich gesehen sehr gut gespielt und auch inhaltlich interessant, so dass es leicht fällt, sich in beides zu investieren. Ich fand Targets durchgehend spannend inszeniert und vor allem natürlich hervorragend gespielt von beiden Leads. Das Ende hätte runder sein können und wirkt etwas abrupt und der Ton - zumindest auf dem Prime-Stream - war teilweise viel zu laut und in den Dialogen - besonders während der Szenen aus Orloks alten Filmen - viel, viel zu leise. Dennoch waren das gut investierte 90 Minuten und unterm Strich eines der gelungensten Debüts eines aufsteigenden Filmemachers, dessen ich mir bewusst bin.

      Nicht kostenlos im Stream bei Prime verfügbar, aber zum Leihen für gerade mal 4,00 EUR.

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase

      ANZEIGE

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Data“ ()