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David Attenborough: A Life on Our Planet (Netflix)

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      David Attenborough: A Life on Our Planet (Netflix)

      David Attenborough: A Life on Our Planet





      Studio
      Altitude Film Entertainment, Netflix, Silverback Films
      Vertrieb Netflix
      Veröffentlichung 04. Oktober 2020
      Laufzeit 83 Minuten

      Regie Alastair Fothergill, Jonnie Hughes, Keith Scholey
      Erzähler David Attenborough
      Produzent Jonnie Hughes
      Ausführende Produzenten Colin Butfield, Alastair Fothergill, Keith Scholey
      Musik Steven Price
      Kamera Gavin Thurston
      Schnitt Martin Elsbury

      Plot und Kritik

      "That is my witness statement. A story of global decline during a single lifetime." - Das sind David Attenboroughs Worte, die den ersten Akt seiner neuesten Dokumentation A Life on our Planet abschließen. Wir befinden uns erst in der 35. Minute dieses 83 Minütigen Manifests. Und dennoch sind es die Wunden, sind es der Schmerz und die Traurigkeit, die David über die Ausmaße der menschlichen Verwüstung verspürt, deren er sich im Laufe seines Lebens immer mehr und mehr bewusst geworden ist, die sich so stark auf den Zuschauer übertragen, dass diese halbe Stunde auch gut ein tatsächliches Leben hätte lang gewesen sein können.

      Man liest viel über den Klimawandel, was ihn verursacht, was er für das Schicksal der Menschheit bedeutet und über potentielle Lösungsansätze. Die historischen Probleme, denen wir gestellt sind, können einen überfordern und die Flut an apokalyptischen Zukunftsszenarien und welche Ursachen wir alles bekämpfen müssen, können einen betäuben und zuweilen vielleicht sogar ermüden. Dies noch zusätzlich gepaart mit einer globalen Pandemie, die selbst kein Ende nehmen möchte, und es erscheint mir manchmal nicht ganz abwegig, warum man vor einem Thema wie der Erderwärmung gerne die Augen verschließen möchte. Schließlich ist diese Dystopie noch so weit weg und wird uns selbst vielleicht ohnehin nicht mehr betreffen.

      Doch A Life on our Planet führt dem Zuschauer vor, dass dies zu kurz gedacht ist und dass das menschliche Handeln, das seit Beginn der Industrialisierung vor gut 200 Jahren nie zuvor dagewesenen Schaden angerichtet hat. Wie können wir also glauben, dass der Horror, den uns die Wissenschaftler für 2030, für die '40er, ja bis hin zum Jahr 2100 voraussagen so abwegig ist, dass er uns eh nicht mehr berühren wird? Sind wir so blind gegenüber unserer Natur, unserer direkten Umgebung, dass wir dies so leichtfertig unter den Teppich kehren können?

      David Attenborough und seinem Team ist ein sagenhafter Einblick gelungen, wie das Leben auf unserem Planeten vor tausenden, ja vor millionen von Jahren gewesen sein muss und wie wir den Selbigen im Laufe von zwei, drei Generationen quasi zu Grunde gerichtet haben. Es ist ein trauriges Statement und eine deprimierende Erkenntnis, die nicht weniger erschreckend und verzweifelnd anzuhören ist, nur weil man sie schon unzählige Male vor Augen geführt bekommen hat. Doch der Film hört hier nicht auf. Anstatt das Handtuch zu werfen und "fuck it" zu schreien - nicht, dass ich dem demütigen und so wohl artikulierten David Attenborough dieses Vokabular zutrauen würde - blickt dieser Mann in die Zukunft und was der Mensch machen kann und muss, um den Klimawandel, auch wenn dessen Auswirkungen schon nicht umkehrbar sind, ihn doch zumindest aufzuhalten und das beste aus einer schlimmen Situation zu machen. Die technischen Mittel sind da, der Weg ist uns quasi vorgezeigt und der Film schmückt dies eindrucksvoll aus mit einigen Beispielen, wo Reparaturansätze schon blühende Ergebnisse gezeigt haben. Es ist ein hoffnungsvolles Fazit, mit welchem er den Zuschauer zurücklässt und gleichzeitig eines, das zur Tat aufruft, denn ja, dieser Film muss gesehen werden, ist Life on our Planet doch eine der in meinen Augen wichtigsten Dokumentationen des Jahres über die wesentlichste, existentiellste Krise, die unsere Generation - und zahlreiche nach uns - zu bewältigen hat.

      Ich empfehle den Film dringend jedem, der was für unsere Welt übrig hat und dass er geteilt, geteilt, geteilt wird. Danke @Emily, dass du den hießigen Titel so unermüdlich wiederholt hast, bis auch ich mich endlich dazu entschlossen habe, auf Play zu drücken. Ich bin dieser Tage etwas schreibfaul, aber war unheimlich betroffen von diesem Meisterwerk und wollte euch die Empfehlung nicht vorenthalten.

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Data“ ()