ANZEIGE

Zardoz

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Es gibt 2 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Data.

      Zardoz






      Regie:
      John Boorman
      Drehbuch:
      John Boorman
      Produktion:
      John Boorman
      Musik:
      David Munrow
      Kamera:
      Geoffrey Unsworth
      Schnitt:
      John Merritt


      Inhalt:


      Es ist das Jahr 2293. Karge Landschaften zieren mittlerweile das Antlitz der Erde und die Menschen, die sie noch bevölkern
      leben zumeist in Angst und Schrecken, da mordende Horden umher ziehen und Jagd auf die Schwächsten in ihren Reihen machen.
      Inmitten dieser hoffnungslos erscheinenden Atmosphäre gibt es allem Anschein nach nicht viel an was man sich in seiner Not wenden
      könnte, da auch Gott sich bei all diesem Leid schon längst abgewandt haben muss. Ein Trugschluss. Denn Gott ist alles andere als fort.
      In Manifestation eines riesigen steinernden Kopfes schwebt er durch die Gegenden und verkündet seine Botschaften. Doch jener, der
      ihn reden hört, könnte bisweilen irritiert oder gar schockiert sein, ob der Worte, die er da aus dem Munde Gottes zu hören bekommt...



      Besetzung:


      Sean Connery
      Sara Kestelmann
      Niall Buggy
      Charlotte Rampling
      John Alderton
      Bosco Hogan
      Sally Anne Newton


      Produktionsland:
      USA
      Veröffentlichungsdatum: 06.02.1974
      Laufzeit: 105 Min.


      Wissenswertes:

      - John Boormans einziger Ausflug in das Science-Fiction Genre bildet einen der seltsamsten und
      zugleich faszinierendsten Filme der 70er Jahre. Boorman selbst sagte einst, dass ihm die komplette Story des Films
      in einem Traum erschienen sei und er nach dem aufwachen sofort damit begann, das geträumte auf Papier zu bringen.


      - Boorman, der zuvor den Klassiker Beim sterben ist jeder der Erste gedreht hatte, bemühte sich nach eben
      genannten Film vergeblich darum eine Verfilmung zu Der Herr der Ringe auf den Weg zu bringen. Nachdem alle
      Anstrengungen scheiterten, fand er in Zardoz sein nächstes Projekt.

      - Sean Connery, zu dem Zeitpunkt Anfang der 70er Jahre mit dem Bond Image gebrandmarkt, hatte
      nach James Bond: Diamantenfieber erhebliche Probleme eine neue Anstellung zu finden. Diese Chance nutzte Boorman
      und ihm gelang es den internationalen Star für vergleichsweise extrem günstige 200.000$ zu verpflichten.

      ANZEIGE
      Ich bin ja immer recht froh, wenn ich zwischendurch auf Filme stoße, die sich den üblichen Sehgewohnheiten und Erklärungsansätzen entziehen und wo man bereits innerhalb der ersten zehn Minuten erkennt, dass der gerade laufende Film alles andere als die "Standardkost" darstellt. Klar, extrem abgefahrene und recht unzugängliche Filme kann ich nur in Maßen konsumieren, aber gestern haben die wichtigsten zwei Zutaten zu einem derartigen Erlebnis mal wieder gepasst ( Stimmung + Film ). :thumbup:

      So weit so gut. Allerdings bringen solche Filme auch immer das große Problem mit sich, dass das verfassen einer halbwegs treffenden Kritik einer Mammutaufgabe gleicht. Wie soll man beispielsweise eine halbwegs vernünftige Kritik zu einem Film wie Lost Highway verfassen, den ich zwar genial finde, aber bei dem ich bis heute versagen würde, wenn man mich nach einer schlüssigen Inhaltsangabe fragen würde. Ich kann es nicht, da ich den Wahnsinn, der sich mir dort gezeigt hat, nicht beschreiben kann und da eigentlich jedes Wort schon zu viel wäre, weil man Gefahr läuft die einzigartige Erfahrung bei der Erstsichtung durch Spoiler zunichte zu machen - bei manchen Filmen versagen schlicht die Worte. Deshalb werde ich hier, wie auch schon bei Bunuels Das Gespenst der Freiheit, im folgenden größtmöglich darauf verzichten auf den Inhalt einzugehen, stattdessen werde ich einige wenige Worte zu der Inszenierung verlieren, mit der Zardoz daherkommt. In einem anderen Review habe ich den Satz aufgeschnappt, dass in diesem Film eigentlich auf den ersten Blick für jeden etwas dabei ist und dem stimme ich zu. Elemente des Trashs, des Mittelalterfilms, des religionskritischen, des philosophischen, des erotischen, des gesellschaftskritischen, des Fantasyfilms und des Science-Fiction Films geben sie hier die Ehre. Einzeln betrachtet sind sie gleichzusetzen mit fein säuberlich ausgewählten und ansprechenden Zutaten, die jedem Filmfan gefallen sollten, aber zusammengeworfen zu einem bunten Mix, ergeben sie ein bizarres Werk, welches, wie man nach dem einsetzen der Credits nachvollziehen wird, an der Kinokasse und bei der breiten Masse verständlicherweise floppte. Zu bizarr, zu seltsam ist das gezeigte. Daher mein Tipp: Anschauen und sich einfach überraschen lassen. :)

      Auf der darstellerischen Seite gibt es absolut nichts zu bemängeln, da der gesamte Cast gut bis sehr gut spielt. Es ist mir allerdings aufgefallen, dass man als Zuschauer über weite Strecken des Films wie ein Außenstehender wirkt, der sich gerade die vor einem ausbreitende Szenerie begutachtet, da jeder agierende Charakter ziemlich distanziert wirkt und ich nicht wirklich eine Bindung zu irgendeiner Figur aufbauen konnte. Wenn das Boormans Intention gewesen ist, wovon ich jetzt einfach einmal ausgehe, dann hat diese Figurencharakterisierung einiges zu der unwirklich und mysteriösen Grundstimmung des Films beigetragen. Die Musik ist mal mehr, mal weniger stark im Vordergrund. Sie wirkt nie deplatziert und kommt sogar noch mit einem Stück Klassik daher, wenn zwischendurch vereinzelt Beethoven angespielt wird. Die vermittelten Bilder wirken zudem alle extrem weich, wodurch das Gefühl des nicht zu fassenden bzw. des nicht greifbaren toll verstärkt wird.

      Das Ende des Films fügt sich übrigens ganz vortrefflich in all die vorangegangenen Seqenzen ein. Dem Zuschauer wird ein letzter nicht zu schluckender Brocken vor die Füße geworfen, der unendlichen Raum für Interpretationen bereithält und der schlussendlich nicht zu knacken sein wird, da die Logik hier nicht weiterhelfen wird. Boorman verabschiedet sich von den Zuschauern, so wie er sie vor 104 Minuten begrüßt hat: Überraschend, verwirrend, verstörend. Sehr stark gemacht.



      John Boormans Zardoz ist eines dieser Beispiele dafür, dass Durchschnittbewertungen auf Filmportalen auch immer mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden sollten. Mit einer Durchschnittbewertung von gerade einmal 5,9 auf IMDB abgestraft steht der Film, meiner Meinung nach, ungerechtfertigterweise viel zu weit unten. Was schade ist, denn so werden viele wohl nie auf diese Sci-Fi- / Mystery-Perle aufmerksam werden. Boormans Sci-Fi Spektakel hätte mehr Aufmerksamkeit verdient.


      8,5/10

      Das sind eigentlich Filme, wofür ich den Stream liebe. Gerade solche Schinken brauche ich eigentlich nicht in meiner Sammlung, würde sie mir aber gern mal reinziehen. Primze hat da öfters mal ganz nette Schätze versteckt, wenn man nur fleißig genug gräbt. So bin ich auf den einen oder anderen Vincent Price-Film schon gestoßen, von denen es mich echt überrascht hat, dass amazon es für Nötig hält, die mit ins Programm aufzunehmen.

      Hab von Boormans Zardoz ehrlich gesagt noch nichts gehört bis jetzt und Sci-Fi Abenteuer aus dieser Zeit überleben selten den Test der Zeit. Aber jau, das könnte durchaus spaßig genug sein, um zu gefallen zu wissen. Setze ich mir mal auf die mentale Merkliste.
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase



    • Teilen