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The Producers (Mel Brooks, 1967)

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      The Producers (Mel Brooks, 1967)

      The Producers




      Studio und Vertrieb Embassy Productions
      Veröffentlichung 22. November 1967 (Pittsburgh, USA), 18. März 1968 (Landesweit)
      Laufzeit 88 Minunten

      Land United States
      Sprache Englisch

      Regie Mel Brooks
      Drehbuch Mel Brooks
      Produzent Sidney Glazier
      Kamera Joseph Coffey
      Schnitt Ralph Rosenblum
      Musik John Morris

      Besetzung

      Zero Mostel -- als -- Max Bialystock
      Gene Wilder -- als -- Leopold „Leo“ Bloom
      Dick Shawn -- als -- Lorenzo St. DuBois
      Christopher Hewitt -- als -- Roger De Bris
      Kenneth Mars -- als -- Franz Liebkind
      Lee Meredith -- als -- Ulla

      Inhalt und Kritik

      Was ist schlechter Geschmack und kann das trotzdem witzig sein? Mel Brooks gehört zu Hollywoods bekanntesten funny men. Der Name und das Gesicht sind der breiten Öffentlichkeit bekannt, wie es wenige andere Filmemacher sind, die vor allem hinter der Kamera arbeiten. Und er gehört sicherlich zu den beliebtesten Satirikern, die die Traumfabrik je hervorgebracht hat. Wie jeder gute Komiker – ob am Schreibtisch arbeitend, vor der Kamera oder auf der Bühne – weiß auch Brooks, dass man sich die größte Aufmerksamkeit sichert, je mehr man das Publikum schockiert. The Producers kam 1967 in die amerikanischen Kinos und die Thematik, die der Film behandelt, parodiert einen Teil des größten Menschheitsverbrechens in unserer Geschichte und das zu einer Zeit, in der dieser Horror noch keine Generation zurücklag.

      Das zumindest war das Dilemma, in dem sich wohl viele Kritiker wiederfanden, als sie The Producers nach seiner Eröffnung in den Kinos Geschmack- und Anstandslosigkeit vorwarfen. Der Film handelt von Leo Bloom, einem Buchhalter, der seinen Auftraggeber Max Bialystock beiläufig auf die Idee bringt, dass sich mit einem Flop am Broadway unter den richtigen Umständen mehr Geld verdienen ließe, als mit einem Hit. Max – der ewige Schmierfink und hinterhältige Pläneschmied – sieht seine Chance auf Ruhm und Reichtum und begibt sich mit seinem neue gewonnenen Komplizen auf die Suche nach dem schlechtesten Drehbuch der Welt, um damit eine Broadway-Bombe für die Ewigkeit zu machen.

      Der Plot ist so simpel, wie er genial ist. Die Idee allein ist schon so fantastisch verwegen, dass es noch nicht mal den Film brauchte, um für mich schon als gelungen zu gelten. Und dann noch der Titel des schlechtesten Broadway-Drehbuches, das sie finden konnten – Springtime for Hitler – ist wahrlich the mother lode: Ein Idiom, so bissig und unvereinbar, dass es mir automatisch ein Grinsen ins Gesicht zaubert, wenn ich nur daran denke.

      The Producers kommt aus einer Zeit, in der sich Mel Brooks noch nicht ausschließlich auf Filmparodien eingeschossen hat. Young Frankenstein liegt noch sieben Jahre in der Zukunft, doch seine Zusammenarbeit mit Gene Wilder hat hier ihren Anfang genommen. Dieser spielt Leo Bloom – den von Neurosen und Panikattacken geplagten Buchhalter – auf eine hysterisch überdrehte Art, die nur in einem Brooks-Film eine anständige Heimat findet. Zero Mostel als Max Bialystock, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, alte Damen finanziell abzuziehen, stellt wohl den ungeniertesten Stereotyp des langfingrigen Juden dar, den Brooks sich ausdenken konnte. Ihre Eskapaden sind fies und bitterböse, schwarzhumorig und schamlos. Und es funktioniert, weil der Plan einen offensichtlichen Makel hat, der sie heimsuchen wird und wegen dem sie auf die Schnauze fallen. Und das ist der Grund, warum man es in Kauf nehmen kann, über die gemeinen Eskapaden zu lachen, mit denen Max und Leo ihre nichts-ahnenden Opfer abziehen.

      Sicher, der eine oder andere Gag ist zwischenzeitlich (auch kulturell) etwas angestaubt. Aber das hemmungslose Overacting und die reine Dämlichkeit von manch einer Einlage machen dafür alles wieder wett. The Producers Geschmacklosigkeit vorzuwerfen, ist das Ergebnis davon, Humor zu Ernst zu nehmen. Der Film macht sich nicht über den Krieg und schon gar nicht über den Holocaust lustig. Aber Mel Brooks nimmt gern die Nazis auf den Arm, so wie das sein gutes Recht ist und wie sich das gehört. Der Film ist mehr eine Persiflage auf Show Business und die Nazis als Ziel des Spotts sind nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. The Producers ist eine urkomische Komödie, eine der Originellsten aller Zeiten und eine, die auch heute noch problemlos funktioniert, weil sie brillant geschrieben und noch besser gespielt ist.
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase



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