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The Killing Fields (1984)

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      The Killing Fields (1984)

      The Killing Fields





      Studio
      Goldcrest Films, International Film Investors, Enigma Productions
      Vertrieb Warner Brothers, Columbia-EMI-Warner
      Veröffentlichung 02. November 1984
      Laufzeit 141 Minunten

      Land United States
      Sprache Englisch, Französisch, Khmer

      Regie Roland Joffé
      Drehbuch Bruce Robinson
      Produzent David Puttnam, Iain Smith
      Kamera Chris Menges
      Schnitt Jim Clarke
      Musik Mike Oldfield

      Besetzung


      Sam Waterston -- als -- Sydney Schanberg
      Haing S. Ngor -- als -- Dith Pran
      John Malkovich -- als -- Al Rockoff
      Julian Sands -- als -- Jon Swain
      Craig T. Nelson -- als -- Military Attache
      Spalding Gray -- als -- U.S. Consul
      Bill Paterson -- als -- Dr. MacEntire
      Athol Fugard -- als -- Dr. Sundesval
      Graham Kennedy -- als -- Dougal
      Patrick Malahide -- als -- Morgan
      Nell Campbell -- als -- Beth

      Inhalt und Kritik

      Die Liste großartiger amerikanischer Filme über den Vietnamkrieg ist lang und vielfältig. Es scheint manchmal beinahe zynisch, wenn man bedenkt, dass die größten vom Mensch verursachten Tragödien zu einer so reichhaltigen Quelle für die Kunst werden können. Es ist aber anders betrachtet auch nicht verwunderlich, denn jeder Mensch verarbeitet schwierige Situationen auf seine eigene Weise und ein Künstler kann nicht anders, als dies in ein Medium zu packen, das er versteht und das anderen Leuten als Unterhaltung dient. Der Vietnamkrieg gehört zweifelsohne zu den beschämendsten Kapiteln in der amerikanischen Außenpolitik. Was dabei oft vergessen – oder außer Acht gelassen wird – sind die Auswirkungen, die dieser Krieg auf die anliegenden Nachbarländer und die Südost-Asiatische Region im Allgemeinen hatte. Insbesondere die kambodschanische Bevölkerung hat in direkter Folge des Überschwappens des bewaffneten Konflikts auf ihr Land Leiden erlitten, die zu einem grausamen politischen Regime führten, deren Menschenrechtsverbrechen bis heute nicht aufgearbeitet sind.

      The Killing Fields basiert auf den Erlebnissen der zwei Journalisten Sydney Schramberg und Dith Phran. Ersterer war ein Korrespondent für die New York Times und hat über die kommunistische Khymer Rogue Partei berichtet und deren Übernahme des Landes. Zweiterer war ein Fotograf in Kambodscha, der sich bereit erklärte, für Schramberg und sein Team als Dolmetscher und Wegeführer zu arbeiten. Zwischen den Männern entwickelte sich eine innige, intime Freundschaft, die abrupt gefährdet wird, als Phran es untersagt wird, zusammen mit seinen Freunden das Land zu verlassen, als die Hauptstadt Phnom Penh in ihrem Widerstand gegen die Kommunisten scheitert.

      Das ist der Punkt, an dem der Film hätte enden können und schon bis dahin hatte Regisseur Roland Joffé ein erschütterndes Portrait einer kriegsgebeutelten Nation gezeichnet, die unter Hunger und Krankheiten, unter wirtschaftlichem Desaster und unter einer Militärdiktatur litt und es wäre da schon ein wichtiger Eintrag gewesen einer Geschichte, die so nicht oft – wenn überhaupt - erzählt wurde. Doch der Film endet hier nicht, sondern schlägt den Akt auf, auf den er eigentlich hingearbeitet hat, nämlich Phrans Kriegsgefangenschaft in einem Kambodschanischen Umerziehungslager, wo er Folter und Hunger leidet und zu knochenschwerer Arbeit gezwungen wird, zusammen mit tausenden von anderen armen Seelen, die die Flucht nicht geschafft haben oder es gar nicht erst versuchten.

      Das ist der wahre fette Teil des Fleischstückes der Geschichte und warum der Film so Essentiell ist. Wir erleben den zweiten Teil des Films fast ausschließlich aus der Sichtweise von Phran und wir sehen, wie er sich im Lager anpasst, Strategien entwickelt, um nicht zu verhungern und wie er seine Chance nutzt, um durch den kambodschanischen Dschungel zu fliehen. Dieser Teil wird getragen von Haing Somnang Ngor, der vor The Killing Fields keinerlei schauspielerische Erfahrungen hatte und für seine Arbeit an diesem Film den Oscar als bester Nebendarsteller gewinnen sollte. Er ist der einzige asiatische Schauspieler, dem diese Ehre bis heute zu Teil wurde und wirklich, der Film – und vor allem die zweite Hälfte – ist vor allem wegen seiner intelligenten und bedachten Darbietung ein so packender Erfolg. Vielleicht liegt es an seiner eigenen Vergangenheit, die er in Kriegsgefangenschaft verbrachte, aber es gibt Rollen, die sind so integral an persönliche Erfahrungen geknüpft, dass keine Schauspielschule einem beibringen kann, wie man so etwas zu spielen hat. Haing Ngor bringt diese Authentizität mit und er allein hebt die oben besprochene Wichtigkeit des ersten Teils auf eine erschütternde neue Ebene. Es wäre so einfach gewesen, den Fokus auf dem amerikanischen Helden belassen. Ich bin froh und dankbar, dass man sich für den anderen Weg entschieden hat und Willens war, eine Ecke zu beleuchten, die sonst in Hollywoodproduktionen wenig Beachtung fand bis dato.

      Neben Ngor spielen Sam Waterston als Sydney Schanberg und John Malkovich als Al Rockoff. Und die Freundschaft, der Bund zwischen diesen Männern und dass sie sich umeinander kümmern, fühlt sich zu jeder Minute, in jeder Einstellung echt und unverfälscht an. Das sind die Momente, die The Killing Fields warm und wohltuend machen, denn inmitten dieses alles verderbenden Krieges, der Folter und der schieren Unmenschlichkeit, verbirgt sich ein Stück Schönheit, das den Film zu einem – so erscheint es – fast schon vergessenem Meisterwerk werden lässt. Intensiv, aber wichtig und ein esentieller Eintrag in die Aufarbeitung dieser schrecklichen menschlichen Tragödie.
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase



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