Frankenstein schuf ein Weib

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    Es gibt 4 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von kinski.

      Frankenstein schuf ein Weib

      Frankenstein Created Woman





      Regie: Terence Fisher
      Drehbuch:
      Anthony Hinds
      Produktion:
      Anthony Nelson Keys
      Musik:
      James Bernard
      Kamera:
      Arthur Grant
      Schnitt:
      Spencer Reeve


      Inhalt:


      Hans und Christina sind zwei verliebte junge Menschen, die einander begehren, sich jedoch Widrigkeiten
      ausgesetzt sehen, gegen die sie beide machtlos erscheinen. Das Mädchen ist durch einen früheren Feuerunfall
      im Gesicht entstellt und Hans seinerseits ist der Sohn eines verurteilten und hingerichteten Mörders. Somit bieten
      sich reichlich Angriffsflächen für diejenigen, die das Leben der beiden auf eine harte Probe stelle wollen. Eines Tages
      wird in der Ortschaft, in der sie leben, ein Mord begangen und schnell gerät Hans ins Visier der örtlichen Polizei. Es
      kommt zur Tragödie. Der Sohn folgt dem Vater aufs Schafott, obwohl keine eindeutigen Beweise für seine Schuld
      vorliegen. Der ebenfalls in der Gemeinde ansässige Baron Frankenstein wittert daraufhin seine Chance Hans wieder
      in das Reich der Leben zurückzuholen, indem er die Seele des jungen Mannes in den Körper eines erst kürzlich
      verstorbenen Mädchens transportieren will. Das Unheil nimmt seinen Lauf.


      Besetzung:


      Peter Cushing
      Thorley Walters
      Robert Morris
      Susan Denberg
      Peter Blythe
      Alan MacNaughtan
      Duncan Lamont


      Produktionsland:
      Großbritannien
      Veröffentlichungsdatum: 15.03.1967
      Laufzeit: 92 Min.


      Wissenswertes:

      -
      Der vierte Frankenstein Film der Hammer Reihe.

      - Susan Denberg wurde sowohl in der englischen-/, wie auch in der deutschen Sprachfassung des Films von Nikki
      Van der Zyl nachsynchronisiert, da Denbergs österreichischer Akzent den Verantwortlichen als zu stark erschien.

      - Frankenstein schuf ein Weib ist einer von Martin Scorseses Lieblingsfilmen.

      Martin Scorsese in allen Ehren, aber den all den besten Hammer-Film zu bezeichnen ist irgendwie schräg. Wobei sich das auf eine Liste aus den 80ern bezieht. Kann also gut sein, dass die Meinung heute eine ganz andere ist.

      Ich würde ihn mit 7 Punkten irgendwo im Hammer-Mittelfeld einsetzen. :P

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      Die berühmte Frankenstein Reihe von Hammer biegt so langsam auf die Zielgerade ein. Nach Frankenstein schuf ein Weib sollten nur noch zwei vollwertige Sequels mit Cushing als Baron Victor Frankenstein erfolgen. Es gibt das ungeschriebene Gesetz, dass Fortsetzungen, vor allem wenn es sich bereits um Teil 4 (+) handelt, irgendwann unweigerlich an Qualität einbüßen. Natürlich gibt es immer mal wieder erfreuliche Ausnahmen, die das Gegenteil beweisen, doch üblicherweise sind diese rar gesät. Gibt es also hinsichtlich des besagten Frankenstein Films Abnutzungserscheinungen zu verzeichnen? Und falls ja, wie gravierend fallen sie aus? Nun, Frankenstein schuf ein Weib ist ein Film, der solide ist und niemanden weh tut, aber er ist eben auch kein wirkliches Highlight. Man hält das Niveau von Teil 3, was ich definitiv als Erfolg verbuche, und der Grund für diese gleichbleibende Qualität kann, meiner Meinung nach, an zwei Komponenten festgemacht werden. 1. Terence Fisher. 2. Das Drehbuch von Anthony Hinds.

      Hinds, über dessen Drehbuch ich mich hinsichtlich Teil 3 noch an gewissen Stellen geärgert hatte, da es in manchen Belangen einfach nicht gut geschrieben war, weil es teilweise Figuren enthält, die sich wider ihrer etablierten Natur verhalten und Szenen beinhaltet, die in einem ernsthaften Horror-/Gruselfilm nichts zu suchen haben sollten, liefert hier im Vergleich zum direkten Vorgänger ein viel besseres Drehbuch ab. Und Terence Fisher übernahm nach einer Zwangspause wieder das Zepter auf dem Regiestuhl. Zwar ist das alleine noch Garant für einen gelungenen Film ( ich verweise auf Teil 2 ), doch einem Fisher, der 1957 mit Frankensteins Fluch einen sehr starken Auftaktfilm hingelegt hatte, traut man es zu, die Reihe qualitativ weiter am Leben zu erhalten. Die Story, oder vielmehr das Motiv des Films ist dabei weder neu, noch besonders aufsehenderregend. Es ist eine Rachegeschichte, wie sie der Zuschauer schon unzählige Male gesehen hat, doch unter der Oberfläche des altbekannten befinden sich zum Glück noch einige recht interessante Storywendungen, die den Zuschauer bei Laune halten, sodass er nicht vorzeitig abschaltet.

      Beispielsweise habe ich es definitiv nicht kommen gesehen, dass
      Spoiler anzeigen
      Hans für den Mord, den er nicht begangen hat und der ihm angelastet wird, tatsächlich für schuldig befunden und zudem auch noch hingerichtet wird; Christina sich selbst das Leben nimmt, kurz nachdem sie sah, wie Hans starb und daraufhin Frankenstein auf die Idee kommt die Seele von Hans in den Körper von Christina zu transportieren. Der Film führt einen nämlich eine gewisse Zeit lang, so empfand ich es jedenfalls, auf eine völlig falsche Fährte, indem Christina als entstelltes Mädchen so sehr in den Mittelpunkt gerückt wird und darüber spricht, wie sehr sie sich eine Operation wünscht, dass ich davon ausging, dass sie und nicht Hans stirbt und Frankenstein sie dann zurück ins Leben holt, wobei ihr Gesicht einer Operation unterzogen wird, die jedoch fehlschlägt
      . Zudem fand ich es sehr erfrischend und originell, dass der Fokus in einem Frankenstein Film zur Abwechslung einmal nicht gänzlich auf dem Baron lag, sondern selbiger beinahe schon den Rang einer Nebenfigur einnahm, da für mich Hans und Christina deutlich präsenter wirkten, was ich aber, wie eben geäußert, keinesfalls als störend empfunden habe.

      Robert Morris und Susan Denberg spielen das verliebte und sich stets den Spott ausgesetzt sehende Paar wirklich gut. Cushing ist wie eh und je immer ein Genuss. Wann immer er im Bild zu sehen ist, beherrscht er die Szene, auch wenn ich hier erstmals ein wenig das Gefühl bekommen hatte, dass er sich schwer tut der Figur noch neue Facetten abzuringen, die man so bisher noch nicht gesehen hat. In weiteren Rollen bestechen Thorley Walters als Frankensteins zerstreuter und versoffener Assistent, Peter Blythe, als absolut vortrefflicher Unsympath und erneut Duncan Lamont ( diesmal in einem Cameo Auftritt ), der eventuell den meisten Spaß in diesem Film gehabt haben könnte. :D ;) Musikalisch gab es diesmal keine besonderen Auffälligkeiten, was ich ein wenig vermisst habe und auch die Laboratoriumsaufnahmen des Barons waren nur auf das nötigste beschränkt. Ein Umstand, den ich recht schade fand.


      Insgesamt betrachtet ein solider Eintrag innerhalb der Reihe, der zwar einige schon sehr oft gesehene Handlungselemente enthält, aber es mit einigermaßen interessanten Wendungen schafft, dass sich erwähnte ausgetretene Pfade immerhin noch etwas neu und frisch anfühlen.


      07/10

      Könnte man sich eigentlich echt mal wieder angucken. Auch wenn der Streifen realistisch gesehen nicht unbedingt das totale Highlight der Hammer-Filmreihe darstellt - Atmosphäre und Trash-Faktor stimmen. Viel mehr brauchts im Prinzip ja nicht für nen gemütlichen Filmabend.