The Princess (Joey King, Disney+)

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    Es gibt 5 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Erzwo.

      The Princess (Joey King, Disney+)

      In The Princess wacht die titelgebende Prinzessin weit oben im Turm der Burg ihres Vaters auf - in Ketten und benebelt. So langsam trudeln ihre Erinnerungen ein, wie ihr Onkel, den sie am Altar bei ihrer arrangierten Ehe hat stehen lassen, die Burg überrannt hat, um nun die Ehe mit Gewalt zu schließen. Doch dabei hat keiner mit der kampferprobten Prinzessin gerechnet, die seit sie ein Kind ist, heimlich in den Künsten des asiatischen Schwertkampfes trainiert wird. Nun macht sie sich auf den Weg und kämpft sich den Turm herab, um nicht nur ihr Schicksal abzuwenden, sondern auch das ihrer Familie und ihres ganzen Königreichs.

      Darsteller: Joey King, Dominic Cooper, Veronica Ngo, Olga Kurylenko
      Regie: Le-Van Kiet

      Start: 22.07.22 exklusiv auf Disney+


      In Deutschland wird der Film über Disney+ beworben und der Konzern in Kombination mit dem Titel dürfte klare Vorstellungen hervorrufen, was einen hier erwartet. Und wenn dann auch noch The Kissing Booth-Star Joey King die Hauptrolle verkörpert, sollten die Erwartungen an einen romantisch-märchenhaften Film in Stein gemeißelt sein.
      Doch wem der Regisseur etwas sagt, der könnte seine Zweifel daran haben, denn Furie-Regisseur Le-Van Kiet hat bis heute noch keinen familientauglichen Film gedreht. Und The Princess macht da keine Ausnahme. Unter dem Banner von 20th Century Studios produziert geht es hier teilweise ziemlich hart zur Sache. Knochen werden sichtbar gebrochen und Blut spritzt bei fast jeder Schnittwunde.

      Generell ist die Action fantastisch eingefangen und man merkt diesen in jeder Sekunde an, dass ein fernöstlicher Regisseur sie inszeniert hat. Der vietnamesische Filmemacher Kiet lässt die Einstellungen lange stehen, bietet dabei dynamische aber nie wackelnde Kamerafahrten und ist oft weit genug vom Geschehen entfernt, sodass man immer genau sieht, was passiert. Hier zeigt Kiet auch klar, wo seine Stärken sind, denn die Action macht durchweg ungemein viel Spaß. Teilweise herrlich überhöht, immer mit einer unterhaltsamen Leichtigkeit inszeniert, dabei aber nie ins Lächerliche abdriftend, durchweg stark choreografiert sowie erfrischend abwechslungsreich, sodass nie Müdigkeitserscheinungen aufkommen.

      Und mitten drinnen in dem ganzen an Titel wie The Raid oder Revenge of the Warrior erinnernden Geprügel eine phantastische Joey King, die sichtbar einen immensen Großteil der Kampfszenen und Stunts selbst absolviert. Und dabei macht sie eine tolle Figur. Zwar merkt man ihr hin und wieder an, dass sie nicht bereits seit Kindheitstagen Kampfkünste atmet, aber dennoch sieht es durchweg verdammt gut aus - auch da sie sichtlich Spaß an ihrer Figur und den herausfordernden Actionszenen hat. Und bei all der Gewalt verliert sie nie ihre weibliche Seite, trägt immer Eleganz, Haltung und Gefühle mit sich. Emanzipiert ohne dabei männliche Attribute zu kopieren.
      Bei all den Kämpfen lässt sie ihre Figur auch nie zu einem Übermenschen heranwachsen. Sie blutet, steckt auch mal eine temporäre Niederlage ein und ist immer wieder außer Atem. Für mich haben die Filmemacher und die Hauptdarstellerin hier eine der spannendsten Heldinnen der letzten Jahre erschaffen.

      Leider werden King auf der Gegenseite zwei schwache Gegenpole gestellt. Olga Kurylenko bietet mit ihrer extrem aufgesetzten abgründigen Art eine der wohl schlechtesten Darbietungen ihrer Karriere. Und Dominic Cooper als böser Onkel kommt auch über eine klischeehafte Darbietung nicht hinaus.
      Der Nebencast bedient sich weitestgehend ebenfalls an gängigen Vorurteilen von ungebildeten bösen Rittern. Das schmälert zugegebenermaßen ein wenig das Sehvergnügen.
      Auf der Seite der Guten gibt es neben King aber mit der sympathischen Veronica Ngo noch einen weiteren nennenswerten Lichtblick.

      Inhaltlich werden hier keine Bäume ausgerissen, aber es reicht, damit man mit der Hauptfigur mitfiebert.
      Alles in allem lebt The Princess aber von der rasanten wie dynamischen Inszenierung, den hervorragenden Actionszenen, der herrlichen Situationskomik und von der phantastischen Hauptdarstellerin.

      Dass der Film in der Fachpresse wie der breiten Masse oft nicht so gut wegkommt, ist mir ein Rätsel. The Princess ist um Dimensionen unterhaltsamer und besser inszeniert als der amerikanische CGI-Action-Einheitsbrei, der bei der Streamingkonkurrenz in den letzten Jahren produziert wird.

      Für mich bisher die Überraschung des Jahres.
      Prinzipiell bekommt man hier eine Michung aus John Wick und The Raid (nur umgekehrt) geboten und das in einem, für mich, erfrischendem Setting. Sicherlich kein Meisterwerk, aber mir hats gefallen.
      6,5/10
      My name is John Crichton. I'm lost. An astronaut. Shot through a wormhole. In some distant part of the universe.Trying to stay alive. Aboard this ship. This living ship. Of escaped prisoners. My friends. If you can hear me. Beware. If I make it back. Will they follow? If I open... the door. Are you ready? Earth is unprepared. Helpless. For the nightmares I´ve seen. Or should I stay? Protect my home? Not show them...you exist? But then you'll never know...the wonders I´ve seen!
      Abspann läuft noch, bissl die Musik genießen die da gespielt wird.

      Das Setting ist erfrischend, wie schon erwähnt wurde. Der Film an sich macht auch spaß, auch wenn er im letzten drittel etwas schwächelt.
      Der ein oder andere "Gag"/Situation vor beginn eines Kampfes war dann doch etwas vorhersehbar und selbige Kämpfe waren recht ansehnlich und dem Setting nach passabel Choreografiert. (Schreibt man dieses Wort so??)

      Wie schon weiter oben jemand geschrieben hatte, kein Meisterwerk aber nette Popkornunterhaltung die bei einer möglichen Zweitsichtung mit ein paar Bier unterstützt werden.

      Schließe mich da John Crichton an

      6,5 von 10 "Muss ich jetzt wirklich den ganzen Turm noch"-Blicken


      Sportschießen fördert die Konzentration. Sportschießen in den Sportunterricht.

      Seestadtteufel
      Deutscher Schützenbund