Queer (Luca Guadagnino)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Es gibt 27 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von riga.

      Queer (Luca Guadagnino)

      Queer

      Luca Guadagnino dreht seinen nächsten Film, "Queer", kommenden Monat mit Frances McDormand und Daniel Craig.

      "Queer" ist ein früher Roman vom "Naked Lunch"-Erfinder William S. Burroughs. Er wird als Quasi-Autobiografie angesehen. Weitere Infos folgen...

      1952 verarbeitet er seine Homosexualität in dem autobiografischen Roman «Queer». Es soll die einzige realistische Liebesgeschichte in seinem umfangreichen Werk bleiben. Anschliessend siedelt er ins marokkanische Tanger über, dort macht er neue spirituelle Erfahrungen und arbeitet an einem weiteren Roman.

      mannschaft.com

      Quelle: worldofreel.com/blog/2023/3/63jtfviqtabh5y99g2xuhp0d6050p0

      Und ein weiterer Guadagnino. Diesmal mit zwei tollen Schauspielern. :hammer:


      VHS - DVD - Blu-ray - UHD
      “Outer Banks” star Drew Starkey, Lesley Manville (“The Crown”), Henry Zaga (“The New Mutants”) und Jason Schwartzman ("The French Dispatch") stoßen zum Cast, Dreharbeiten starten im Mai


      It's a wrap - Luca Guadagnino beendet den Dreh in Rom!

      Quelle: worldofreel.com/blog/2023/6/0pk3gxnz58ts47hjefc2d54t717pjl

      Ein wahnsinnig beschäftigter Regisseur, aber er liefert und liefert immer wieder. Als nächstes bitte endlich das "Scarface"-Remake. Das unter seiner Leitung würde mich echt neugierig machen. Denn Filme machen kann der Italiener, das steht fest.

      VHS - DVD - Blu-ray - UHD

      Craig schon in dem Mini-Clip einfach wunderbar. ^^


      VHS - DVD - Blu-ray - UHD
      Das Drama wurde um über 1 Stunde gekürzt!

      Wie Alberto Barbera, der Chef der Venediger Filmfestspiele, in einem Interview verriet, sah er Queer erstmals, als dieser noch eine Laufzeit von 3 Stunden und 20 Minuten hatte. Doch mit der Zeit schmolz die Dauer erheblich, erst auf 2 Stunden 30 und schließlich auf 2 Stunden 15 Minuten. Barbera beschreibt mit Bedauern, wie sehr Queer durch diese vorgenommenen Straffungen an Charakterzeichnung eingebüßt hat.

      Quelle: schnittberichte.com/news.php?ID=21553

      Ein Herzensprojekt von Luca Guadagnino. Da könnte also was gehen in Richtung längerer Fassung.

      VHS - DVD - Blu-ray - UHD
      Arthouse Label Mubi hat sich die internationale- Vertriebsrechte für Luca Guadagnino’s "Queer" gesichert


      Während A24 den nationalen US Vertrieb betreiben wird, wird Mubi den Vertrieb des Films für England, Irland, Deutschland, Österreich, Spanien, Mexiko, Kanada, Türkei, Indien und den lateinamerikanischen Markt übernehmen.

      Sextourismus für Homosexuelle in den 50igern in Mexiko trifft auf psychedelischen Selbstfindungstrip in Südamerika. So ungefähr kann man den Film zusammen fassen. Daniel Craig versucht irgendwie auf Biegen und Brechen mit solchen Rollen sein JB Image loszuwerden, ausser besoffen mit nem Dackelblick reingucken und mehr Männer abzuknutschen als Frauen in seiner gesamten JB-Karriere ist mir da aber nicht viel aufgefallen.

      Guadagnino`s Inszenierung und auch die Nebendarsteller wie Schwartzmann wissen aber zu überzeugen. Wenn der Film um ca. ne halbe Stunde kürzer wäre, wäre es auch besser, so zieht er sich aber extremst hin. "Challengers" hat mir da wesentlich besser gefallen.

      6/10
      Ich muss zugeben, ich bin etwas enttäuscht. Mit Queer liefert Luca Guadagnino einen Film ab, der zwar viel zu sagen hat, aber nicht so wirklich in Schwung kommt. Daniel Craig liefert freilich problemlos die beste Performance seiner Karriere ab, kann den Film damit aber auch nur bedingt interessanter gestalten. Seine Suche nach seinem eigenen Selbst ist interessant zu verfolgen, die eigenen Zweifel und Ängste ob seiner Identität in gerade dieser Zeit sind deutlich spürbar und machen einen großen Teil der Atmosphäre aus.

      Doch leider zieht sich Queer auch ab spätestens der Mitte deutlich, vieles wiederholt sich, wenn auch mit leichten Abwandlungen, aber halt doch sehr ähnlich. So ist man auch mit der Zeit leider nicht so involviert, wie man es gerne wäre, da hier im Grunde alles für einen grandiosen Film gegeben ist. Die triste Atmosphäre passt im Grunde wie die Faust aufs Auge, aber so richtig zünden tut sie nicht und ist dann ebenfalls ein Mitgrund, warum Queer zwar interessant startet, aber leider stark ins Straucheln gerät.

      Vielleicht war ich auch einfach nicht in der richtigen Stimmung, aber an das Werk hatte ich deutlich höhere Erwartungen.
      Mein Filmtagebuch



      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

      Habe den Film ebenso vorgestern gesehen und muss mich meinen beiden Vorrednern anschließen.

      Bin mit dem Film recht uneins, leider so, wie der Protagonist mit sich selbst. Ich habe mittlerweile sieben Werke des Regisseurs gesehen und Queer dürfte sich mit dem Suspiria-Remake die rote Laterne teilen. Ich mochte den etwas trägen, aber stimmungsgeladenen ersten Akt, der einem gewissen Gefühl hinterher jagte. Ich war gespannt, wo das hinführen würde. Akt 2 und 3 blieben aber dann deutlich hinter meinen Erwartungen.

      In meinen Augen handelt das Werk von einem widersprüchlichen Mann der rastlos einer Sehnsucht hinterher jagt. Doch er wird sie ohne Rast nie finden. Die Suche nach Kontrolle, obwohl er loslassen müsste. Ein vermeintliches Treiben lassen, das manische Züge annimmt. Die Suche nach wahren Gefühlen, obwohl es eine betäubte Suche ist, deren Benzin sich aus Alkohol, Nikotin und Drogen zusammensetzt. Ein Mann, der sinnbildlich friert, obwohl es heiß ist. Und dessen Objekt der Begierde, so gut es nur geht portraitiert von Drew Starkey, eine nahezu leblose Hülle ist, in der er seine zerrütteten Gefühle und Bedürfnisse hinein projiziert.

      Dem 3. Akt, so als transzendentalen Dschungel-Trip, konnte ich absolut nichts abgewinnen. Diese diffuse Suche nach Sinn und innerer Einigkeit (unter dem Deckmantel der "Telepathie"), mit all dem Surrealismus und dieser großer Metaphorik, hatte auf mich leider wenig Wirkung, sondern machte mich eher schläfrig. Ihr wisst, ich mag das surrealistische Kino, aber es muss halt auch gut sein.

      Die Bilder gefielen mir wiederum richtig gut. Die erste Außenszene hat mich komplett aus den Socken gehauen. Würde in diesem Moment nicht ein reifer Daniel Craig durch die Straßen schlendern, könnte ich nicht mit Gewissheit sagen, ob es sich um einen Film von 2024 oder einem wundervoll restaurierten Werk der ´50er handelt. Besagter Craig spielt diesen angestrengten und getriebenen Mann sehr überzeugend. Der Soundtrack ist extrem geschickt gewählt und die Bedeutungen der Songs fügten sich herrlich. Insbesondere diese herrliche Variation von Nirvanas All Apologies zu Beginn kam sehr cool, im Verbund mit dieser Montage. Grundsätzlich gab es viele ganz wundervolle Kompositionen. Allein diese geisterhaften Bilder, die andeuten, welche Berührungen/Bewegungen der Protagonist gerne machen würde, haben mir sehr gut gefallen. Doch leider machen all diese Stärken noch keinen guten Film, wenn die Gesamtdramaturgie unausgereift bleibt. Begonnen als der düstere Gegenspieler zu Call my by your Name und geendet als überambitioniertes Kauderwelsch. Schade.


      Bavarian schrieb:

      Die Bilder gefielen mir wiederum richtig gut.

      Das ist auch mit die größte Stärke von Guadagnino meiner Meinung nach. Selbst wenn das Werk, wie hier, nicht über die Maßen überzeugen kann, ist es zumindest noch immer einer der schönsten Filme, die man sehen kann.

      Aber inhaltlich stimmen wir ja ziemlich überein, dass hier viel gewollte wurde, aber nichts davon so wirklich zum Greifen kam, vor allem nicht, nachdem der erste Akt durch war. Schade, aber ich denke, dass sein nächster Film wieder besser werden wird. Bis dahin kann ich zumindest noch seine vier verbleibenden, mir unbekannten Filme nachholen ^^
      Mein Filmtagebuch



      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

      riga schrieb:

      Ohje, als großer Burroughs-Verehrer habe ich jetzt drei so Meh-Rezensionen von Leuten, denen ich eigentlich ziemlich blind in ihrer Film-Expertise vertraue. Nu ja, dann halt nochmal mit Cronenberg in die Interzone.


      Ich glaube, mein größtes Versäumnis hier war, dass ich mich vorab nicht über den Film informiert hatte. Der Name Guadagnino war genug für mich, um mich Anfang Januar ins Kino zu schleppen. Und auch wenn ich den Besuch nicht bereue (ich bin eigentlich immer über jeden Film froh, ihn im Kino gesehen zu haben), denke ich, dass ich wohl besser auf Queer eingestellt gewesen wäre, wenn ich gewusst hätte, dass der Film auf William S. Burroughs basiert. Der wiederum einer dieser Künstler ist, mit dem ich lediglich über die Cronenberg-Verfilmung von Naked Lunch vertraut bin – sowie über seine sehr, sehr bizarre, aber hoch interessante Bio auf wikipedia. Diesen beiden Dinge geben mir ein ziemlich klares Bild von ihm als Mensch und als Künstler - auch wenn ich noch kein Wort gelesen habe, das er selbst auf Papier gebracht hat. Immerhin wäre ich mit einem Impuls ins Kino gegangen, was für eine Art Trip ich hier zu erwarten habe.

      Ganz allgemein – ohne mich in jetzt in den Details einer Filmkritik verlieren zu wollen – muss ich mich meinen enttäuschten Vorrednern aber im Großen und Ganzen anschließen. Queer hat Ideen – Ansätze – Momente, die im Konzept durchweg nicht uninteressant sind. Aber wo er mich verliert, ist, wenn er versucht, all diese fragmentierten Episoden am Ende irgendwie zusammenzuschnüren. @riga, du scheinst ja ein bisschen was von ihm zu kennen – ist die Buchvorlage hier auch so quasi-biographisch, wie der Film es darstellt? Wenn ich mir Burroughs’ großen Skandal in Mexico so durchlese (seine Frau kam ja – angeblich – bei einem Spiel von William Tell um’s Leben), muss man ja nicht besonders raffiniert sein, um in Daniel Craigs Charakter gewisse Parallelen zu seinem Schriftsteller zu sehen. Was an sich kein Problem wäre – nur dass dieses Ende eine merkwürdige, melancholische Tragik kreieren möchte, auf die der Film bis dahin (meines Erachtens) irgendwie nicht hinarbeitete. Ja, rückblickend betrachtet ging es um Einsamkeit, eine Art Selbstfindung und die Jagd nach immer neuen euphorischen Höhen – aber das Narrativ war so dermaßen über eine viel zu große Spielfläche verteilt, dass ich darin bis zum Ende nicht gesehen hatte, dass der Film versuchte, eine fundierte, tragische Charakterstudie zeichnen zu wollen. Der Epilog fühlte sich dann entsprechend auch wie auf die Nase gedrückt an - ohne sich den Moment verdient zu haben.

      Ich wollte den Film auf Mubi definitiv noch ein zweites Mal sehen, weil er mich – wie gesagt – irgendwie auf dem kalten Fuß erwischte. Der vom @Bavarian verwendete Begriff ‚kauderwelsch‘ tut in einem Satz mit Guadagnino schon irgendwie weh – aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das nicht auch passen würde in Bezug auf diesen Film.

      Burning schrieb:

      Bis dahin kann ich zumindest noch seine vier verbleibenden, mir unbekannten Filme nachholen ^^


      Falls noch nicht gesehen, auf Mubi gibt es aktuell sein Regiedebüt The Protagonists mit Tilda Swinton in der Hauptrolle (die dann später noch in seinem I Am Love auftreten sollte).
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase