Der Nickelodeon Missbrauchsskandal und seine Folgen

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    Es gibt 5 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von KBBSNT.

      Der Nickelodeon Missbrauchsskandal und seine Folgen

      Der Kindersender Nickelodeon steht seit Jahrzehnten für unterhaltsame Kinder bzw PreTeenserien.

      Vor allem zwischen den Jahren 2000 und 2016 boomten die Kinder und Jugendserien beim Sender.

      Serien wie Zoey 101 (2005–2008), Drake & Josh (2004–2007), iCarly (2007–2012) Neds ultimativer Schulwahnsinn (2004–2007) oder später Victorious (2010–2013), Sam & Cat (2013–2014) oder Bella and the Bulldogs (2015 bis 2017) erzielten für den Sender Rekord-Einschaltquoten und machten vielr ihrer minderjährigen Hauptdarsteller zu Stars.

      Seit knapp 3 Jahren gibt es von mehreren ehemaligen Schauspielern schwere Anschuldigungen gegen den Sender und einzelne Personen. Missbrauchsvorwürfe, sexuelle Belästigungen, Demütigungen, Drohungen und Schweigegeld kamen ans Licht. Und eine ganze Reihe von verurteilten Kinderschändern fand scheinbar ungeprüft Zugang zu posten in diversen Produktionen.
      Weitere Mitarbeiter sollen den minderjährigen Schauspielern Dickpics gesendet haben, von ihnen selbst nackfotos verlangt haben. Beschwerden darüber verliefen beim Sender ins Leere.


      Eine nun gestartete vierteilige US-Dokumentation »Quiet on Set« nimmt sich den Vorwürfen an und lässt die betroffenen zu Wort kommen und sorgt in Hollywood nun seit einigen Wochen für Sprengstoff.
      Die Liste von ehemaligen Kinderschauspielern die über die negativen Seiten Hollywoods berichten ist lang und Jahrzehnte rückblickend. Doch nach #metoo kann sich die Branche nicht wie all die Jahrzehnte zuvor einfach die Behauptungen aussitzen und wegsehen.
      Die Dokumentation soll im Laufe des Jahres auch in Deutschland gezeigt werden.

      Dem Sender Nickelodeon und auch diversen Personen droht nun auch juristischer Ärger. Diverse Behörden haben sich eingeschaltet.

      Bei vielen erfolgreichen Produktionen maßgeblich verantwortlich und beteiligt war der Produzent Dan Schneider.
      Soch seit einigen Jahren gibt es erhebliche Vorwürfe gegen ihn. Ins Rollen gebracht hat dies die Schauspielerin Jennette McCurdy (heute 31 Jahre alt) die in den Sendungen von Schneider "iCarly", "Sam & Cat" eine der Hauptrollen spielte. 2017 gab McCurdy die Schauspielerei auf und veröffentlichte 2022 ihre Autobiografie I’m Glad My Mom Died, in welcher sie über den Kindesmissbrauch ihrer gewalttätigen bereits verstorbenen Mutter und ihre unfreiwillige Karriere als Schauspielerin, sowie Suchtprobleme und Essstörungen, berichtet.

      McCurdy berichtet dort, wie Sie von ihrer Mutter zur Schauspielerei gezwungen wurde, zu Castings geschleift und nach nicht erforderlichen Castings von ihrer Mutter verprügelt wurde. Wie Sie nie für die Serie "iCarly" vor die Kamera wollte, aber von ihrer Mutter psychisch unter Druck gesetzt wurde ("Du bist dafür verantwortlich das wir uns die Wohnung und Essen leisten können") und wie ihre Mutter die Gagen verprasst hat.

      In dem Buch kommt McCurdy aber auch auf die Bedienungen am Set der Serie zu sprechen. Und immer wieder kritisiert Sie den Macher der Serie, Dan Schneider scharf und wirft ihn Emotionalen und seelischen Missbrauch vor und unterstellt ihn, pervers und auf Kinder, vor allem junge Mädchen fixiert zu sein.
      So habe er immer wieder Szenen in die Serie geschrieben, wo McCurdy ihre nackten Füße in die Kamera zeigen musste. Dies zieht sich durch dutzende Shows, die Schneider als Produzent betreute.







      Ein anderer traumatisierender Moment war für McCurdy, als Sie mit 13 Jahren für eine Szene ihren Co-Star Nathan Kress küssen musste. Laut eigener Aussage habe sie davor nie einen Jungen geküsst und habe deutlich gemacht, dass Sie sich unwohl fühle und dies nicht tun wolle. Dan Schneider und andere Produzenten der Serie haben Sie daraufhin psychisch unter Druck gesetzt und mit Konsequenzen gedroht. Ihre Mutter habe ihr in ihrer Garderobe eine Ohrfeige gegeben und ihr gesagt, sie solle sich nicht so anstellen.
      Danach habe Schneider Ihrer Figur weitere solcher Szenen geschrieben und Sie des öfteren vor der versammelten Crew verspottet.


      Nachdem Ende der Serie habe Sie nur auf Druck ihrer Mutter erneut in Schneiders neuester Serie "Sam und Cat" mitgespielt, da größere Rollenangebote ausblieben. In der Serie spielte McCurdy neben der (damals noch unbekannten) Sängerin Ariana Grande die Hauptrolle. Die Produktion sei ebenfalls mit vergifteter Atmosphäre aufgeladen gewesen und sowohl Sie als auch Grande sollen sich bei mehreren Szenen sehr unwohl gefühlt haben.
      Grande meldete sich nach der Veröffentlichung des Buches zu Wort und gab an auf Grund dieser Szene die Serie beendet zu haben. Sie habe sie nie in ihrem Leben so unwohl beim drehen dieser Szene gefühlt




      Nachdem McCurdy volljährig war, habe Sie ihre Erlebnisse dem Sender Nickelodeon mehrfach mitgeteilt. Der Sender habe jedoch erst nicht reagiert. Erst als weitere Beschwerden aufkam gegen Schneide, habe man zu einem Gespräch gebeten. In diesem wurde McCarthy 300 000 Dollar Schweigegeld angeboten, wenn sie ihre Beschwerden zurück ziehe, außerdem habe der Sender ihr Angebot, weitere 200 000 Dollar zu zahlen, wenn Sie weitere Kollegen von Beschwerden abhalte. McCurdy lehnte ab und veröffentlichte den Email Verkehr mit den Sender Verantwortlichen in ihrem Buch.

      Nachdem die Presse über die Anschuldigungen berichtete, distanzierte sich der Sender von Dan Schneider.

      Auch weitere frühere Nickelodeon-Stars und -Mitarbeitende erzählen in »Quiet on Set« von schockierenden Erfahrungen. Eine der bekanntesten auftretenden Personen ist Schauspieler Drake Bell, der sich als Opfer eines bereits 2003 wegen Missbrauchs verurteilten Gesprächscoachs zu erkennen gibt.
      Dieser habe am Set zunächst seine Freundschaft gesucht, referiert Bell. Als seinem Vater dies suspekt vorgekommen sei, habe der Coach ihn, Drake Bell, zu manipulieren versucht, ihm etwa gesagt, dass der Vater sein Geld stehle und er sich von ihm als Manager besser trennen sollte. Schließlich habe es der Gesprächscoach geschafft, Bells Mutter davon zu überzeugen, dass ihr Sohn zwischen Castings bei ihm übernachten dürfe. Dabei sei es dann zum Missbrauch gekommen. Drake Bell sagt dazu: »Stell dir das Schlimmste vor, was du dir im Bereich von sexuellem Missbrauch vorstellen kannst. Das ist mir passiert.«




      Zu Wort kommt auch die Mutter einer damals Elfjährigen, die Anschuldigungen gegen einen Produktionsassistenten erhebt. So sei sie zunächst nicht beunruhigt gewesen angesichts der Tatsache, dass Eltern nicht bei den Dreharbeiten dabei sein durften. Doch dann habe ihre Tochter ihr geschildert, dass der Mitarbeiter ihr eine E-Mail mit einem Nacktfoto von sich geschickt habe: »Es war ein Bild von ihm, auf dem er nackt masturbiert. Er sagte, er habe es ihr geschickt, weil sie sehen solle, dass er an sie denke.«

      Jahre später wurden bei dem Mann kinderpornos gefunden. Er wurde zu 8 Jahre Haft verurteilt.

      In einem anderen Fall soll ein Mitarbeiter, der als Animator für mehrere Produktionen gearbeitet habe, einem damals 14 Jahrigen Jungen Schauspieler am Set Pornografie gezeigt haben und später diesen Unsittlich berührt haben.
      Der Mann war bereits ein verurteilter Sexualstraftäter, als er vom Sender eingestellt wurde, heißt es in der Doku.


      Zu Dan Schneider gibt es in der Dokumentation weitere beunruhigende Aufnahmen zu sehen. So ist auf alten Aufnahmen zu sehen, wie er sich zu der damals 16 jährigen Amanda Bynes in einem Whirlpool setzt, Sie umarmt.
      Ehemalige Mitarbeiterinnen von Schneider berichten, dass er während Meetings Pornos gezeigt haben soll, Sie ungefragt berührt habe, Massagen verlangt habe.

      Schneider reagierte am Dienstag mit einem auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichten Interview zu den Vorwürfen in der Dokumentation. Er zeigt sich darin reumütig, scheint bisweilen am Rande der Tränen. »Ich musste mich meinen vergangenen Verhaltensweisen stellen, von denen einige peinlich sind«, sagt er darin. Weiter beteuert er, er schulde »definitiv einigen Leuten eine ziemlich starke Entschuldigung«. Sein Verhalten damals sei unreif gewesen, er würde heute nicht mehr so auftreten. Justiziables Fehlverhalten räumt er nicht ein.



      Nickelodeon hielt sich in seiner Antwort auf die Fragen der Produzenten bedeckt. Man habe »alle formellen Beschwerden untersucht, als Teil unseres Engagements für die Förderung eines sicheren und professionellen Arbeitsplatzes«, zitiert die »New York Times«. Im Laufe der Jahre seien »zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen« getroffen worden, »um sicherzustellen, dass wir unseren eigenen hohen Standards und den Erwartungen unseres Publikums gerecht werden«.

      In der vierteiligen Serie wird auch die Frage aufgeworfen, wie diese Zustände über Jahre hinweg geduldet werden konnten. Im Falle des Missbrauchs an Drake Bell wurden offenbar sämtliche Warnsignale ignoriert – sein Peiniger galt beim Produktionsteam als überaus beliebt.
      Selbst bei dessen Anhörung sei seine Seite des Gerichtssaals voller Unterstützer gewesen, während er auf seiner Seite nur seine Eltern gehabt habe, berichtet Bell in der Doku. Zahlreiche Prominente schrieben sogar Unterstützerbriefe für den Mann.
      Einige von ihnen kommen in der Doku zu Wort. Joanna Kerns, Schauspielerin bei „Growing Pains“, erklärte: „Wenn ich wüsste, was ich jetzt weiß, hätte ich es nie geschrieben.“


      rnd.de/medien/missbrauchsvorwu…5PT5E2JLZ6LXA7KNGNMI.html

      spiegel.de/kultur/tv/nickelode…56-495e-9c5f-f071e5ee7e26

      jolie.de/stars/quiet-set-das-m…e-bell-wissen-216162.html
      Der deutsche YouTuber ArwiRano beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Thema. Ebenso wie der zu Funk gehörende Kanal Brust raus

      Drei Videos auf deutsch die alles zusammenfassen






      Black schrieb:

      Leider kein Einzelfall, das geldgierige Eltern ihre Kinder zur Schauspielerei zwingen und sie unter extremen psychischen und physischen Druck setzen und dann am Ende sogar noch ihr Geld verprassen.

      Deswegen werden mittlerweile bei Kinder-Castings die Eltern quasi "mitgecastet". Die Casting-Leute schauen sich an, in welchem Elternhaus die Kids aufwachsen, damit die Kinder nicht zu den Ernährer:innen der Eltern werden. Zuerst gemacht wurde das bei der "HP"-Verfilmung von Chris Columbus. Zuletzt munkelte man wieder, dass das der Grund sei, warum Millie Bobby Brown so jung heiratet: Um von ihren Eltern wegzukommen, die sie als Ernährerin der Familie eingesetzt hätten.

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."
      Auch wenn man aktuell hauptsächlich sich auf Nickelodeon konzentriert, glaube ich da nehmen sich alle Studios nicht viel in ihrem Umgang mit Kindern.

      Möchte nicht wissen, welche Leichen Disney da im Keller hat. Andeutungen von etwa Cole und Dylan Sprouse (Zac and Cody), sowie Miley Cyrus und anderen gibt es da ja bereits auch.

      Gleiches gilt ja für die Musik Branche, siehe die aktuelle Diskussion um P. Diddy und Justin Bieber.
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