Der Elefantenmensch

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    Es gibt 45 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Gambit.

      freido schrieb:

      Ich versuche ja so ein wenig, mit seinen "normalsten" Filmen anzufangen und mich dann auf der Strangeness-Skala hochzuarbeiten


      Dann wird es ja jetzt schon schwerer. :D Was steht denn dann als Nächstes an? "Dune" oder "Blue Velvet"?

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      Dune habe ich momentan gar nicht geplant, weil der ja selbst bei den meisten Lynch-Fans nicht gerade gut wegkommt. Blue Velvet muss ich erst noch kaufen.

      Wild at Heart, Mulholland Drive, Lost Highway, Inland Empire habe ich momentan als Reihenfolge festgelegt. Mehr Filme habe ich noch nicht hier.

      freido schrieb:

      Wild at Heart, Mulholland Drive, Lost Highway, Inland Empire habe ich momentan als Reihenfolge festgelegt


      Das hört sich doch schon mal gut an. :thumbup: Aber vergiss "Blue Velvet" nicht zeitnah hinterherzuschieben. Würde sich mMn gut nach "Wild at Heart" und vor "Mullholland Drive" machen. ;)

      Ich muss ja selbst auch noch ein paar Sachen nachholen (und auch erst noch besorgen). V.a. "Der Elefantenmensch" muss ich dieses Jahr noch unbedingt in Angriff nehmen. An "Inland Empire" traue ich mich dagegen immer noch nicht. ^^

      Toller Film über Menschlichkeit und Akzeptanz, von David Lynch äußerst ruhig und nah inszeniert. The Elephant Man überzeugt komplett, auch wenn er sich an der ein oder anderen Stelle etwas zieht, kann aber mit seinen tollen Darstellern, dem s/w-Stil und vor allem der ruhigen Erzählart begeistern.

      Sehr schön auch, wie das Make Up heute noch funktioniert und zu keiner Zeit billig wirkt und man somit die Verletzlichkeit noch besser nachvollziehen kann. Generell wirkt der Film sehr sensibel und geht auf das Thema mit der nötigen Feinfühligkeit ein.

      Trotz, oder vielleicht auch gerade wegen seines Alters funktioniert der Film immer noch super und sollte auch in der heutigen Zeit von jedem gesehen und vor allem verstanden werden. Ganz großes Kino.


      8/10
      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2:
      Über mysteriöse Umwege (ja wie sollte es auch anders sein - wie eben ein Mel Brooks der "Eraserhead" klasse fand - paradox!) kam der exzentrische junge David Lynch an das Script namens "The Elephant Man". Obwohl noch 3 andere Drehbücher auf ihn warteten hat er bei dem Titel wie er selbst zugegeben hat sofort zugesagt, die anderen 3 Skripten wurden nicht mal eines Blickes gewürdigt. Es war und es ist diese eine gewisse abstrakte Intuition auf der er sich stets verließ, sei es beim malen oder bei der Wahl seiner filmischen Projekte (die Shorts mit inbegriffen). Der Schlüssel zu seinem 2. Filmprojekt findet sich einzig in der emotionalen Hochebene, also ist er nicht schwer auffindbar. Man muss zwar mal kurz rauf, aber das war es dann auch schon. Hast du diesen Schlüssel, dann stehst du im Raum mit dieser abscheulichen Kreatur, welche langsam beginnt sich selbst als Mensch zu sehen. Großartige Schauspieler, das s/w unterstreicht noch einmal den starken künstlerischen Ausdruck eines Filmvisionärs und hinter der Kamera Freddie Francis (der legendäre Regisseur einiger interessanter Hammer-Gothic-Filme). Schön, linear und auch sehr traurig. Der Film fällt zwar aus dem Oeuvre von Lynch komplett raus, aber das ist dem Fall positiv auszulegen.

      Was mich bei seinen Filmen immer wieder fasziniert ist eine spezielle Dunkelheit. Natürlich ist es nicht die dunkle Gasse, aus der etwas hervorschießen könnte um dich anzugreifen. Nein, vielmeh eine heftiger Strom in das Unterbewusstsein. Bei seinen typischeren Filmen ist es natürlich einfacher dies zu erkennen (oder auch nicht). Aber hier ist es komplexer. Was macht der Charakter von Anthony Hopkins da nur mit dieser schrecklich verunstalteten Person und was will diese selbst von ihm? Eine Heilung wohl kaum, dafür ist sie zu clever um zu wissen, dass dies nicht möglich ist. Und einfach als Mensch akzeptiert zu werden ist mir eine zu schnelle und nicht befriedigende Antwort. Eine bizarre (nicht sichtbare) Verbindung besteht zwischen den beiden. Und es ist schwer das zu entschlüsseln. Ich habe jedenfalls festgestellt auch sein scheinbar einfachster Film birgt ein gewisses Mysterium. Bis heute habe ich das nicht enträtseln können.

      Und Lynch pur gibt es auch in dem schönen Film. Man rufe sich nur mal die Eröffnungsszene mit den Elefanten und der Frau in Erinnerung. Im höchsten Maße verstörend.

      8 / 10 sehr bärtigen Frauen


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Olly“ ()