Ichi - The Killer

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    Es gibt 264 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Gambit.

      Ichi - The Killer



      Hongkong: 2001
      Darsteller: Nao Omori, Tadanobu Asano, Shinya Tsukamoto
      Regie: Takashi Miike

      "Itchi - The Killer ( Director's Cut )
      Vorwort:

      Jeder, der in letzter Zeit Filme aus Japan gesehen hat, wird sicher festgestellt haben, dass die Macher dieser Werke immer schonungsloser mit der gezeigten Gewalt umgehen.

      Dieses Phänomen hatten wir schon seit John Woo in zunehmendem Maße bewundern und verfolgen können. Was jedoch in letzter Zeit an blutiger Fernost Filmkunst über unsere deutschen Bildschirme flimmert ( naja, zumindest über Meinen, hehehe ) schlägt allmählich
      dem Fass den Boden aus. Doch ich kannte "Itchi - The Killer" noch nicht - ein Machwerk, das sich wirklich jenseits von Allem, was noch in irgendeiner Weise vertretbar wäre, bewegt.

      Ich bin wirklich ein Fan von Yakuza Streifen, soviel muss ich zugeben, deshalb haben mir Filme wie "Sonatine", "Violent Cop" oder "Brother" mit Beat Takeshi wahnsinnig gut gefallen.
      In diesen Filmen wurde die Gewalt gezielt eingesetzt - Sie sollte den Zuschauer mitreißen, wirkte oft ironisch in ihrer Darstellung, verglichen mit der Handlung des Filmes ( vgl. den grinsenden Beat Takeshi in "Sonatine", während er sich selber das Gehirn rausschießt ).
      Nun blieb auch mir eine Tendenz zu extremerer Gewaltdarstellung nicht verborgen - Wir finden sie sowohl in Werken wie "Versus" von Ryuhei Kitamura in exzessiver Form, als auch in neuen Fernost Spektakeln wie "Pornostar" oder "Battle Royale", die bei uns natürlich nur geschnitten erscheinen - wenn sie denn überhaupt erscheinen dürfen.

      Das war, wie gesagt, Alles vor dem Film "Itchi", dem neuesten Machwerk von Extrem - Regisseur Takeshi Miike. Der Mann hat uns schon früher mit Schlachtplatten wie z.B. "Dead Or Alive" geschockt, doch was sich da ankündigte war tatsächlich erst der Anfang. Denn was ihr wahrscheinlich nicht wißt: Mr. Miike dreht immer 2 - 3 "normale" Filme und dann tickt er komplett aus und dreht einen Metzgerei - und Schlachthausfilm. Das gleiche Phänomen haben wir bei seinem neuesten
      Metzgersfilm "Itchi - The Killer": Der Vorgängerfilm, "Audition" war wirklich fast zahm, die Bilder ruhig, die Handlung FAST verdaulich, was aber nicht heißen soll, dass Audition ein Film für zartbesaitete
      Naturen gewesen wäre.

      Mit Itchi - The Killer rechnet Miike ab. Mit neuen Zensurgesetzen, mit bestehenden Tabous in der Gesellschaft, mit dem, was Allgemein als "für den Zuschauer" vertretbar gilt. Itchi ist neue Zeitrechnung.
      Miike wird in diesem Film zu einem Metzger, der seine "Opfer" bis zu den kleinsten Bestandteilen "auflöst". Und dazu ist ihm jedes Mittel
      recht, egal wie menschenverachtend oder unzumutbar es auch sein mag.

      ITCHI - THE KILLER oder: Meilenweit entfernt von allem Zumutbaren

      Die Handlung dieses Film beschränkt sich zu 90% Prozent auf eine generelle Reduktion der Handlungen der Hauptprotagonisten auf menschliche "Urtriebe". So verstümmeln sich die Protagonisten des Filmes entweder, haben Sex, verprügeln sich, beschimpfen sich, weiden sich gegenseitig aus, foltern sich bis zur Unkenntlichkeit oder töten sich gegenseitig ( was meistens mit einem imensen Blut- und Gedärmeverschleiß geschieht, genau wie in Genreklassikern wie "Braindead" - Die wenigen Überlebenden waten also meistens in den Überresten ihrer Opfer ). Itchi zeigt Alles, was in anderen Genrefilmen tabouisiert wird: So pierct in einer Szene der Bösewicht ein Opfer mit Fleischerhaken
      an die Decke, durchsticht anschliessend dessen Backen und seine Halsgegend mit einem langen Dolch, übergießt ihn anschließend mit kochendem Frittierfett und nimmt sich zu guter letzt noch dessen
      Schamgegend ausgiebig vor ( mit ein paar langen Nadeln ).
      In einer anderen Szene sehen wir, wie eine Prostituierte von einem Zuhälter minutenlang zusammengeschlagen wird. Draussen am Balkon
      spannt Itchi, bricht dann durchs Fenster herein, schneidet den Zuhälter von oben nach Unten auseinander, so dass zunächst seine
      Gedärme rausfallen und der Körper anschliessend in 2 Hälften auseinanderfällt. Im Anschluss daran schneidet Itchi der Prostituierten die Halsschlagader auf, die sofort im ganzen Raum Blut versprüht, was fast 20 Sekunden lang deutlich zu sehen ist.
      Wäre das aber nicht schon genug, entledigt sich der geil gewordenen Itchi zum Abschluss seines Spermas ( diese Szene finden wir aber nicht in direkter Folge, sondern als eine Art Retrospektive zu
      einem früheren Zeitpunkt des Films).

      Frauen spielen in diesem Film kaum mit - die, die mitspielen über nehmen die Rolle von Sexobjekten oder Prostituierten - die alle eine überaus kurze Lebensdauer besitzen und meistens, so wie fast
      alle Protagonisten des Films, entweder verstümmelt und/oder getötet werden - was wiederum meistens auf extremst - und ich wiederhole - wirklich extremst derbe Art und Weise geschieht.

      Ich erspare mir jetzt, noch weiter auf die einzelnen ( SEHR zahlreich ) vorhandenen Splatterszenen einzugehen: Stellt euch ein Schlachthaus vollbesetzt mit Menschen vor, die alle in kleinste Einzelteile zerteilt
      werden, dann habt ihr eine ungefähre Vorstellung von diesem Film. Wichtig zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass die männlichen Darsteller entweder Psychopathen sind, oder Mörder, in jedem Fall aber nicht ganz dicht, was meistens auch auf deren sexuelle Orientierung
      zutrifft ( sie stehen auf Schläge oder Verstümmelungen, sei es nun aktiv oder passiv )

      Ein sehr kennzeichnender Satz in diesem Film:

      Der Bösewicht lässt sich gerade von seiner Freundin zusammenschlagen, weil er das geil findet, so sagt er zu Ihr: "Konzentriere Dich nicht auf das Schlagen, sondern wie geil es ist, Schmerzen zuzufügen". Als sie nicht härter zuschlagen kann, verlässt er sie, weil ihre Schläge ihn nicht geil genug gemacht haben.

      Fazit:

      Da kann man wirklich nur noch den Kopf schütteln und sich angewidert abwenden. Ich bin nun wirklich nicht prüde wenns ums Thema Gewalt geht.
      Aber was da an Scheußlichkeiten abgespult wird, das ist selbst mir eine Nummer zu krass. Es gibt für Alles Grenzen und wenn Gewalt derartig menschenverachtend und zugleich überextrem dargestellt wird, dann macht ein Film auch nicht mehr wirklich Spass, sondern strengt an. Die Psychos in dem Film haben zwar immer furchtbar gelacht, als sie
      gefoltert oder verstümmelt haben, aber aber auch ich,hatte am Ende des Films einen sehr betroffenen Gesichtsausdruck - Es ist schlimm, dass es
      Leute gibt, die solche Filme drehen, aber noch schlimmer ist es, dass es Wahnsinnige gibt, die solche Filme gut finden.

      Ich gehöre defintiv nicht dazu,

      obwohl ich das Sehen dieses Films als "Erfahrung" einstufen möchte

      ( wenn auch nicht als postive =) )

      MfG
      Takeshi

      Was ist eure Meinung dazu??
      MfG
      Takeshi
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Samo“ ()

      hab ihn nicht gesehen aber grundsätzlich finde ich sowas ekelhaft. schon jacksons splatterfilme habe ich mir nie ganz angeguckt - und die waren nichmal besonders ernsthaft oder realistisch, trash eben. sowas würde ich mir nicht angucken. es spricht nichts gegen gewaltdarstellung, aber nicht als hauptthema eines films, nicht weil sich der regisseur dran abreagieren wollte und nicht damit sich die zuschauer dran aufgeilen können sondern nur, weil es für die story sinn ergibt und wenn sie abschreckend ist, wie in Natural Born Killers, Fight Club (einige wenige stellen) und Miller's Crossing zum Beispiel.Wo ganz klar die Gewalt ablehnung hervorrufen soll, und sie andererseits wichtig für die story ist.

      keiner versteht NBK wenn man nicht sehen würde wie brutal die Mörder töten, in Fight Club wäre die entwicklung von Edward Norton weniger erschreckend und in Miller's Crossing würden die Pointen fehlen.

      ansonsten ist detaillierte gewaltdarstellung meiner meinung nach zum kot'zen. falls das übrigens revolutionär sein soll (klang eben ein bisschen so an) ist das jedenfalls keine revolution die ich unterstützen würde. :headscratch:
      Der Film ist endlich bei mir angekommen. Habn ihn zwar noch nicht gesehen,aber schon mal großes Lob an "Raptor Entertainment"!
      Sehr,sehr schöne DVD.Das Booklet ist auch richtig cool,denn es enthält nicht nur die Story des Films sondern auch einige viele Infos über Takashi Miike :bow:
      + eine Filmographie von Miike.Und es enthält auch Biographien und Filmographien der Schauspieler.
      Echt suuuuper :goodwork:

      Wie gesagt,hab ich den Film noch nicht gesehen,aber habe mir wenigstens schon die Extras angeguckt und damit auch die Trailer.
      Den einizge Trailer,den ich bisher gesehen vom Internet,war gar nicht so schockierend...aber was ich grad eben gesehen 8o wow,scheint echt brutal zu sein. Aber ich freu mich trotzdem schon wie ein kleines Kind kurz vor der Bescherung :freaky:
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      RE: ITCHI - THE KILLER oder: Meilenweit entfernt von allem Zumutbaren

      Original von Takeshi
      aber noch schlimmer ist es, dass es Wahnsinnige gibt, die solche Filme gut finden.


      Dankeschön :grins:

      Ich liebe koroshiya 1 und ich liebe takashi miike. Der Film hat Handlung!!^^. Die Gewalt in diesem Streifen darf man nicht all zu ernst nehmen. Es sind ja keine eigentlichen Menschen die diesen Film bewohnen, schon alleine der Name Ichi ist nichts weiter als das Wort Für die Zahl "1". Die Gewalt gegen Frauen ist natürlich schwer verdaulich aber andererseits sind die Frauen auch die "menschlicheren" Personen in diesem Film. Ich kann verstehen das der Film nicht jedem gefällt aber bitte tituliert Takashi Miike nicht als kranken einfallslosen Mann der im Jahr durchschnittlich 4-5 Filme dreht( das stimmt !) und nichts kann als sinnlos Gewalt propagieren. Siehe Meisterwerke wie Dead or Alive, Agitator, Graveyard of Honor, Gozu, Visitor Q oder The Bird People in China( der wahrscheinlich schönste und ruhigste Film und Ja, hier gibt es keine Gedärme oder Körpersäfte). Der Mann ist ein Genie das die Filmwelt spaltet und das genau macht in aus. Ausserdem gibt es wesentlich schlimmere Filme. Schaut euch die Guinea Pig Reihe an(oder zumindest einen Teil). Wenn ihr wissen wollt was wirklich Spass an der Gewalt bedeutet dann lege ich euch die All Night Long Reihe ans Herz(Soll nicht heissen das ich diese Filme positiv bewerte. Ich könnte jetzt stundenlang weitertexten:)

      Ausserdem ist Ichi schon lange nicht mehr Miikes Neuer. Der Kerl hat einen so wahnsinnigen Output. Ich glaube der hat seint Ichi schon wieder gut über 10 Filme gemacht( Unteranderem DoA Final, Gozu, Zebraman ).

      Takashi Miike ist und bleibt mein Gott ;)

      Und seid vorsichtig wenn euch irgendwer mit einer Uncut Fassung ankommt: Wenn die Fassung keine 128 mins dauert könnt ihr euch sicher sein das es cut ist.

      Ach ja, wer Miike nicht mag sollte die Finger von Izo lassen aber Birdpeople empfehle ich jedem Filmfan und Miikehasser da es einer der bezauberndsten Filme überhaupt ist und keine Miike typische Gewalt enthält.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „TakashiMiike“ ()

      Dann sind wahrscheinlich Handlungsschnitte enthalten oder bei mir ist der Abspann mitgezählt oder nicht^^. Ich schau mal grad auf die Sekunde genau nach^^. Meine dauert 126 mins und 50 secs ohne Abspann. Meistens sind es gekonnte Schnitte in der Handlung oder

      Spoiler anzeigen
      zB. bei Tachibanas Vergewaltigung wurden kurze Einlagen rausgeschnitten, das fällt nicht auf.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „TakashiMiike“ ()