Der goldene Kompass (Nicole Kidman, Daniel Craig)

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    Es gibt 140 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Ao$hi.

      Sooo ... meine erste Kritik, wenn man sie denn so nennen mag, ist immerhin 6 Jahre her und nun muss ich meine Meinung ein wenig revidieren. Warum das? Ich habe inzwischen Phillip Pullmans Reihe His Dark Materials gelesen und konnte es nun kaum erwarten, die Verfilmung vom ersten Buch, Northern Lights, auf Bluray zu schauen. Klar vor Jahren habe ich den Film gesehen, doch im Grunde wusste ich nicht mehr viel von dem Stoff. Nur dass der Film irgendwie ne ziemlich offensive Kirchenkritik und ne niedliche Hauptdarstellerin bot.

      Die Buchreihe gefiel mir verdammt gut und darum musst ich den Film unbedingt nochmal sehen. Siehe da, diesmal gefiel er mir um einiges besser. Die Umsetzung ist überraschend nah an der Vorlage. Viele Dialoge sind fast 1:1 und es wurden nur sehr wenige Parts weggelassen. Klar, der Schluss ist eine deutliche Änderung, aber macht irgendwie Sinn.

      Ersteinmal kann durchaus nachvollziehen, dass dem Film der kommerzielle Erfolg vergönnt blieb. Ich würde aber auch behaupten, dass dies weniger auf die Qualität des Filmes, sondern vielmehr auf das falsche Marketing und somit die falsche Erwartungshaltungs des Zuschauers gemünzt ist (The Village *hust*).

      Der Goldene Kompass ist im Bereich des Fantasy angesiedelt, keine Frage, doch man sollte keine epischen Schlachten wie in TLoTR oder nen Effektgewitter wie in anderen modernen Fantasyfilmchen erwarten. Der Film spielt in einer, dem Steampunk angelehnten, Parallelwelt und kommt vorallem am Anfang ziemlich unscheinbar daher. Es werden wenige Fragen geklärt, weil es sich halt um eine Buchtrilogie handelt. Diese ist darüber hinaus recht komplex und intelligent, was mich ziemlich überraschte, denn ich dachte ich habs mit nen Jugendbuch zu tun.

      Manche Dinge aus dem Buch werden recht anschaulich erläutert, aber ich denke wenn man das Buch nicht kennt, denn wirkt einiges wirr und unplausibel. Was hat der Charakter zu tun? Wo kommt der nun her? Wie steht der zu dem etc.? Die Charakterzeichnung der vielen Charaktere bleibt auf der Strecke und wirkt darum sehr oberflächlich.

      Dennoch finde ich, dass die Schauspieler allesamt äußerst passend besetzt sind. Allen voran die Darstellerin von Hauptrolle Lyra. Passt schlichtweg wie die Faust aufs Auge. Auch Größen wie Kidman und Craig passen ideal hinein.

      Die Effekte sind teils recht gut (Städte, Kulissen), aber teils auch ein wenig angestaubt (CGI Tiere). Letzteres ist bei der äußerst gelungenen Optik der Städte zu verschmerzen .. dennoch ein wenig schade. Der Soundtrack war zweckmäßig, aber hat leider auch wenig Wiedererkennungswert. Warum nicht einfach ein ohrwurmtaugliches Theme schreiben? Man weiss es nicht.

      Nichtsdestotrotz deckten sich viele Szenen mit meinem inneren Auge, welches ich während des lesens hatte, und somit kam beim schauen keine lange Weile auf und ich hatte Spaß. Eine Schande, dass soviel Ranz es ins Kino schafft und wohl keine Chance besteht, dass die beiden anderen Teile verfilmt werden. Die Bücher haben es jedenfalls ziemlich in sich und gehen in eine ziemlich epische Richtung.

      So bleibt also der Erstling einer unvollständige Trilogie (und verdammt guten Voralge) ziemlich verloren auf dem Filmmarkt und bleibt wohl nur für Fans der Bücher eine nette Dreingabe. Für Open Minded Fantasy Fans auch ein Blick wert, aber ohne Vorwissen bleibt der Reiz des Films auf der Strecke.

      Als Fan der Buchreihe komme ich tatsächlich auf solide

      8/10 Daemonen!
      "Lache, und die ganze Welt lacht mit dir! Weine, und du weinst allein"
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Ao$hi“ ()