Zuletzt gesehener Asia-Film

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    Es gibt 2.743 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Hockenberry.

      The Wailing

      Uh, ne. Wurde mit dem Werk so überhaupt nicht warm und musste mich regelrecht bis zum Abspann durchringen. Es gibt zwar vereinzelt gelungene Momente, am Ende auch etwas konstante Spannung und inszeniert wäre The Wailing ja durchaus sehr hochwertig - für einen asiatischen Film sogar relativ westlich anmutend - doch das Werk hat es sich bei mir total verscherzt. Zunächst nüchterne Polizeiarbeit stößt auf übernatürlichen Horror und mysteriöser Folklore - speziell in der ersten Hälfte angereichert mit viel, viel lächerlichen Klamauk, der an sich ja recht lässig wär, doch dem Film wiederum viel kostete. Jau, ich weiß, der asiatische Humor ist so ne Sache für sich. In dem Fall hat´s für mich aber nicht funktioniert. Erst völliger Ulk, fast schon ne Genre-Parodie, der letzte Akt dann todernst. Hmpf. Sehr schwammig. Wie das Skript generell..

      Also wenn ich so meinen eigenen Geschmack reflektiere, darf ich glaub ich durchaus behaupten, dass ich auf andersartige, facettenreiche und mutige Filme stehe, doch The Wailing bekommt meiner Meinung nach die ganzen Facetten kaum auf einen Nenner. Keine Symbiose, kaum Erzählfluss - ich war teilweise wirklich am Verzweifeln, was der Streifen von mir will. Sehr zerfahren und bruchstückartig tänzelt man um das große Mysterium umehr, pläschert so dahin und hangelt sich von Szene zu Szene. Am Ende renkt sich zwar alles ein wenig ein und es gibt ziemlich geile Szenen, doch zu diesem Zeitpunkt hatte mich The Wailing schon verloren. Was für ein Chaos. ^^

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      "Nolite te bastardes carborundorum, Bitches."
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      Ran (Akira Kurosawa - 1985)

      Solange du deine Füße unter meinen Tisch hast.... - Diese Worte des Vaters, die damit einhergehen, dass er das Sagen über einen und die Kontrolle über alles hat, kennt wohl jeder. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man alt genug ist und seinen eigenen Weg geht oder gar in die Fußstapfen des alternden Vaters tritt und selbst der Herr über den Tisch wird. Im Fall des altersschwachen Fürsten Hidetora Ichimonji und seinen drei Söhnen geht es um die Übergabe seines unter blutiger Herrschafft gewonnenen Reiches im Japan des 16. Jahrhunderts. Diese Machtübergabe ist der Beginn einer blutigen Geschichte über Gier, Neid, Missgunst, Rache und Chaos. Das von Shakespears Tragödie 'King Lear' inspirierte Werk punktet mit atemberaubenden Bildern, epischen Schlachten und einer perfekten Inszenierung. Ein Meisterwerk von Kurosawa das stärker ist, als die drei gebündelten Pfeile.

      9/10
      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2:

      Belladonna of Sadness (1973)

      Du meine Güte, und ich dachte, ich hätte schon alles gesehen. Was zunächst als eine klassische Sage beginnt, entwickelt sich zu einem verstörenden, betörenden und surrealen Erlebnis, das jegliche Konventionen des Zeichentricks sprengt. Ein fließendes Wandbild, das mal augezwinkernd ist, dann okkult, dann verrucht - um dann im nächsten Moment mit abstraktem Jazz-Sound zu überraschen. Der Teufel, Orgien, Vergewaltigungen, Pest - die volle Breitseite, aber nicht nur des Wahnsinns wegen, sondern in erster Linie, um eine nicht zu unterschätzende Story zu bieten, die sich an historischen Romanen und Figuren anlehnt und dem womöglich irritierten, aber dennoch gefesselten Zuschauer zeitgleich einen LSD-Trip aufbereitet, der sich gewaschen hat. Bin mir noch nicht so ganz sicher, wie ich diesen japanischen Animationsfilm tatsächlich finde, doch so viele steht fest: Eine Erfahrung war er sowas von wert, ohne Scheiß. Jedenfalls ein feministischer Film der GANZ anderen Art.

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      "Nolite te bastardes carborundorum, Bitches."

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      Fullmetal Alchemist (Realverfilmung)

      Vor ein paar Tagen auf Netflix geschaut. War jetzt nicht so der Bringer, aber hab schon schlimmeres gesehen. Muss sagen, ich kenn den Anime dazu nicht und auch nicht die Mangas. Hab also keine Ahnung von dem Universum und ich könnte mir vorstellen, das man mit Vorkenntnissen mehr Spaß an der Sache hat, weil man sich vielleicht einfach freut, gewisse Charaktere zu sehen. Allerdings weiß ich auch nicht, inwieweit man sich von der Vorlage abhebt.

      Aber grundsätzlich hat der Film das Problem, das es viel zu viel Leerlauf gibt. Man beginnt rasant und ich war guter Dinge, einen unterhaltsamen Fantasyfilm zu sehen, aber dann wurde urplötzlich die Handbremse angezogen und ein Großteil wird einfach sehr langweilig dargestellt. Hatte mich auch häufiger dabei erwischt, wie ich auf mein Handy geschaut habe.
      Zwischendurch kamen ein paar vereinzelte Szenen, in denen ich wieder voll bei der Sache war, aber die waren meist nur von kurzer Dauer. Und das obwohl die Geschichte stellenweise ganz schön heftig war. Trotz der überzeichneten Darstellung der Figuren und eigentlich der ganzen Welt, war das doch teilweise echt schwere Kost.
      Das Ende fand ich dann ganz okay, auch wenn es nicht wirklich spektakulär war.
      Der ganze Film wirkte wie eine Mischung aus TV-Produktion und B-Movie.

      Auch hatte ich manchmal das Gefühl, das mehrere Regisseure hier tätig waren. Die Balance stimmte nicht und vieles wirkte so, als wollte man es schnell als Pflichtaufgabe abhandeln, um sich dann an anderen Stellen mehr Mühe zu geben, weil man da vielleicht mehr Bock drauf hatte.
      Desweiteren denke ich, das man vielleicht zu viele Charaktere eingebaut hatte. Für Kenner vermutlich kein Problem, aber als Uneingeweihter nicht optimal, da manche der Figuren, die auch recht wichtig waren, nicht gut genug beleuchtet wurden, um sie richtig einschätzen zu können. So konnte ich auch zu keinem Zeitpunkt wirklich mitfühlen und dementsprechend war mir das ein oder andere Schicksal ziemlich egal.

      Trotz der billigen Inszenierung mochte ich die Welt irgendwie. Zwar war es merkwürdig, das z.B. eine große Innenstadt so leblos daherkam, aber damit kam ich schon zurecht. Die Umgebung wirkte auch in keinster Weise asiatisch, sondern eher italienisch oder spanisch. Vielleicht wollte man den Geist von Erfindern wie Da Vinci etc. aufgreifen? Denn es fühlte sich doch eher nach Wissenschaft, als nach Zauberei an.

      Zu den Schauspielern kann ich nur sehr wenig sagen. Keiner spielt sich hervor, keiner fällt extrem ab. Es ging schon in Ordnung würde ich mal sagen, aber Großes hatte ich ohnehin nicht erwartet.

      Humor war auch etwas vorhanden, wobei ich sagen muss, das ich mich am meisten über diese naive, kindliche Art des gesamten Films amüsiert habe. Das heißt nicht, das ich mich darüber lustig mache, sondern, das er irgendwie eine wohlige, familienfreundliche Wäre ausstrahlt.

      Wie gesagt, Fullmetal Alchemist ist kein großer Wurf geworden, aber deshalb fand ich ihn insgesamt nicht unbedingt schlecht. Auf der einen Seite interessant, auf der anderen ziemlich langweilig. Die Atmosphäre würde ich durchaus als gelungen bezeichnen und auch die Geschichte ging soweit klar. Schauspieler gingen so, wobei ich doch das Gefühl rüber kam, das die schon ihren Spaß an der Sache hatten. Ein paar hübsche Damen waren auch dabei.
      Der ganze Film wirkt irgendwie zwiespältig auf mich. Aber ich denke, wenn man sich in diese Richtung begeistern kann, dann kann man schon mal reinschauen. Auch wenn ich das mit äußerster Vorsicht sage. Am besten keine hohen Erwartungen mitbringen.

      5 von 10 Punkten