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The Sopranos [HBO]

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    Es gibt 500 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Burning.

      Wuchter schrieb:

      @Burning oder auch an alle anderen. Weiß jemand warum das gemacht wurde damals? Vor allem weil die ja wirklich total anders aussieht, kleiner ist und anscheinend auch jünger.

      Sehe ich jetzt erst, sorry.
      Aber eine Antwort kann ich dir leider auch nicht geben. Ist mir auch ehrlich gesagt nie aufgefallen. Habe gerade mal geguckt, die erste Darstellerin war auch nur in vier Folgen zu sehen, die andere in all den restlichen Episoden.

      Aber Barbara wurde ja auch ausgetauscht, weil da die Schauspielerin bei einer anderen Serie unter Vertrag stand und deshalb für The Sopranos keine Zeit mehr hatte. Und Domenica wurde sogar von vier verschiedenen Babys dargestellt :D
      Mein Filmtagebuch



      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

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      Das ‘Sopranos’-Duo Michael Imperioli & Steve Schirripa erklärt, warum sie an den Ort des Verbrechens zurückgekehrt sind.



      „Wonder Woman 2“

      02. Oktober 2020


      Tony Soprano kehrt in einer neuen "Sopranos"-Szene, geschrieben von David Chase, zurück!

      "In einer kürzlich erschienenen Episode des Podcasts "Talking Sopranos" (via Vulture) enthüllten die Co-Moderatoren Michael Imperioli und Steve Shrippa, dass der Autor der Serie, David Chase, eine neue spezielle "Sopranos"-Szene geschrieben hat, die während der aktuellen COVID-19-Pandemie spielt. Und obwohl es nicht als offizieller Teil des Kanons gedacht ist, ist es eine unterhaltsame Lektüre für diejenigen, die neue "Sopranos" oder vielleicht nur etwas Unterhaltung während des Lockdown benötigen."


      „Wonder Woman 2“

      02. Oktober 2020


      Die Rolle des Hesh Rabkin hätte eigentlich von Jerry Stiller gespielt werden sollen 8o Da es aber drei Tage vor Drehbeginn des Piloten zu terminlichen Schwierigkeiten kam, wurde die Rolle letztendlich an Jerry Adler übergeben, der die Rolle dann auch mehr als zufriedenstellend ausfüllte.

      dankanator.com/68947/jerry-stiller-almost-part-the-sopranos/

      Wird Zeit, dass ich den Podcast auch endlich mal höre, da erfährt man ja allerhand anscheinend. Und eine Was-wäre-wenn-Episode mit Stiller als Hesh würde ich auch gerne sehen :D
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      - David Chase

      Lang gehütetes Geheimnis gelüftet.

      Schöpfer David Chase hat versehentlich, die Schlussszene der Erfolgserie gespoilert. ACHTUNG, weiterlesen auf eigene Gefahr:

      Spoiler anzeigen
      ‘Tony Soprano’ überlebt diese nicht.

      Link(Quelle): nypost.com/2020/06/11/sopranos…tally-spoils-final-scene/


      „Wonder Woman 2“

      02. Oktober 2020


      Er hat das eigentlich schon vor Ewigkeiten indirekt bestätigt, wenn ich mich nicht irre.

      Die interessante Info aus dem Artikel für mich: Chase schreibt ein Buch über die Sopranos hat ein Buch über die Sopranos geschrieben, das vor über einem Jahr erschien. Wieso weiß ich davon nichts? =O

      freido schrieb:

      Die interessante Info aus dem Artikel für mich: Chase schreibt ein Buch über die Sopranos hat ein Buch über die Sopranos geschrieben, das vor über einem Jahr erschien. Wieso weiß ich davon nichts? =O

      Wenn mans ganz genau nimmt, haben Alan Sepinwall und Matt Zoller Seitz das Buch geschrieben und ein langes Interview mit David Chase dafür geführt. Darin erzählt er viele interessante Dinge über die Entstehung der Serie und sonstige Anekdoten. Auch was Sepinwall und Seitz über alle 86 Episoden der Serie zu sagen haben ist interessant. Als Fan der Serie der Serie kann ich "The Sopranos Sessions" jedem empfehlen, der mehr über die Hintergründe wissen will.

      Unabhängig davon kann ich auch noch das Buch "The Revolution Was Televised", ebenfalls von Sepinwall, empfehlen. Darin werden Klassiker wie natürlich auch "The Sopranos", "The Wire", "Deadwood", etc. behandelt und wie ohne diese, moderne Klassiker wie "Breaking Bad" oder "Mad Men" nie entstanden wären.
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      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

      Gestern Abend habe ich meinen Sopranos-Rerun gestartet. Mit dem Kauf des Bluray-Sets vor ein paar Wochen sind nun auch meine DVDs obsolet geworden, wobei ich diese tatsächlich nicht los werden möchte - ich mag die Verpackungen, wie sie gestaltet sind und wie sie im Regal nebeneinander aussehen. Dennoch habe ich mit einem Bluray-Upgrade schon länger liebgeäugelt und konnte dann beim letzten Prime-Day zu gegebenem Preis nicht widerstehen - und nach Sichtung des Piloten gestern Abend kann ich sagen, dass das die richtige Kaufentscheidung gewesen ist.

      Ich möchte meinen Rerun folgendermaßen gestalten: Eine Folge pro Woche. Wenn es zeitlich hinhaut, immer Montags. Das heißt, dass ich dann immer versuchen werde, Dienstags einen kleinen Rückblick zu formulieren. Es werden keine ellenlangen Reviews oder Kritiken im klassischen Sinne, sondern mehr Gedankensammlungen, die ich während dem Schauen erstelle. Wahrscheinlich werden vor allem Referenzen auf zukünftige Ereignisse fallen, die ich ja mit dem Vorteil des Wiederschauens machen kann. Und natürlich soll das Ganze dann auch als Grundlage für mögliche Diskussionen mit meinen anderen, hießigen Sopranos-Liebhabern aus dem Forum dienen, denn dafür sind wir schließlich hier.

      In diesem Sinne...

      1x01 Pilot:

      Die Pre-Production am Pilotfilm für die Serie, die The Sopranos werden sollte, begann im Frühjahr 1997. Serienschöpfer David Chase, der für den Piloten neben dem Serienfinale seinen einzigen Regie-Credit erhalten hat, hat ein recht cleveres Drehbuch verfasst, welches ein Mafia-Epos in the making auf sehr ungewöhnliche Art und Weise startet:

      Ein fetter Typ mit Knubbelnase und einem nicht mehr ganz überschaubaren Glatzenansatz nimmt seinen Platz im Büro seiner Therapeutin und erzählt davon, wie er am Tag, als eine Familie Wildenten aus seinem Teich davonflog, eine Panikattacke hatte. Das ist der Blickwinkel, aus dem heraus der Zuschauer die Welt von Tony Soprano kennenlernt, dem Chef eines Abfallentsorgungsunternehmens nach Außen hin, der in Wirklichkeit das Oberhaupt einer Verbrecherfamilie ist.

      Ein origineller Ansatz (und ja Originell, denn entgegen aller Lästermäuler kam Analyze This ganze zwei Monate nach der Premiere von The Sopranos in die Kinos) und ein Sinvoller, um die komplexe, vielseitige und faszinierende Ansammlung an Charakteren kennenzulernen, die die Welt von Tony Soprano beleben. Und auch wenn noch nicht alle Charaktere bis ins letzte Detail definiert sind bzw. noch nicht die Zeit bekommen haben, um ihre ganze Persönlichkeit zu entfalten, so ist es doch sehr interessant zu sehen, wie klar erkennbar doch jede einzelne Figur ist und dass ich so gut wie keine späte Anpassung erkennen konnte, die eine komplette Umschreibung bestimmter Figuren mit sich gebracht hätte (keine Rarität bei Piloten, die später in Serie gehen, wenn auch seltener bei Kabelserien). Ganz im Gegenteil: Einige der langandauernden Story-Arcs nehmen im Piloten schon mal klare Konturen an, wie beispielsweise Livia und Juniors Plot, den sie gegen Tony schmieden. Oder Artie Buccos Antrieb, mit den bösen Jungs mitspielen zu dürfen. Oder Christophers Hang, alle falschen Entscheidungen zu treffen, die man treffen kann, weil sein Temperament und der Druck, sich zu beweisen, kein anderes Verhalten zulassen. Oder einfach nur kleine Dinge, wie die offenen Geheimnisse, die Tony und Carmela voreinander haben, und welche in späteren Folgen und Staffeln zur einen oder anderen kleineren und größeren Eskalation führen. Es erscheint an vielen Stellen, als hätte David Chase vieles schon bedacht gehabt, was er mit der Serie plottechnisch und thematisch vorhat, bevor sie tatsächlich in Serie ging. Vielleicht ist das der Grund, warum der Pilot so durchdacht und kalkuliert wirkt, warum gar nicht so viel passiert und er oft langsame und leise Schritte macht, obwohl die Entwicklungen schwere Konsequenzen mit sich bringen. Der Sopranos-Pilot lässt seinen Charakteren eine Menge Raum, um sich zu entwickeln, um sich zu präsentieren und dem Zuschauer klar zu machen, in welcher Welt er sich befindet: Eines der Themen, mit denen sich Chase gerne in der Serie beschäftigt hat, war toxische Maskulinität und wie das damit verbundene Kräftemessen lebensgefährliche und fatale Folgen haben kann, gerade wenn es um aufbrausende und rücksichtlose Persönlichkeiten geht. Dies ist besonders prägnant erzählt in der Serie an zwei Beispielen, die ich oben genannt habe und für deren dramatische Arcs bereits hier die Samen gesäht wurden. Ich war schon erstaunt, wie früh erkennbar die Zeichen standen, was auf manche dieser Leute zukommen sollte.

      Der Sopranos-Pilot ist nicht perfekt, aber er kommt verdammt nahe ran. Der Humor der Serie ist in fast jeder Szene spürbar. Die Intensität der Charaktere und ihre Verhältnisse zueinander sowieso. Das Highlight des Piloten dürfte für mich Nancy Marchand sein, die eine der vielelicht komplexesten Matriachrinnen in der Serienlandschaft spielte und die mit jeder noch so kleinen Geste den vielleicht komplettesten Charakter in der Sopranos-Premiere geschaffen hat.

      Eine der Traditionen der Sopranos - was viele spätere Serien beeinflusst hat - war, dass ein thematisch passender Song die Folge ausklingen ließ und über die End-Credits lief. The Beast in Me von Nick Lowe hat einen sehr melancholischen Text, der von Selbstzerstörung und einer wüterischen Persönlichkeit erzählt. Als wäre der Song für Tony Soprano geschrieben, dem vielleicht ersten Anti-Helden der modernen TV-Landschaft, ohne den es keinen Walter White, keinen Don Draper, keine Patty Hewes, keinen Raylan Givens und keinen Vic Mackey gegeben hätte. Es war ein passender Ausklang für einen Piloten, der eine Menge Arbeit zu erledigen hatte und diese Aufgaben mit Bravour meisterte. Ich kann vorausschauend auf den Piloten blicken und sagen, dass er die Serie nicht auf die beste Art widerspiegelt und ich kann verstehen, dass er neue Zuschauer vielleicht nicht vom Hocker hauen wird. Erzählerisch - als erster Akt in einer langen und äußerst komplexen Geschichte, die alle Facetten des American Way of Life und eines funktionsgestörten Familienlebens abdeckt - ist er aber durchaus gelungen, hervorragend gespielt und setzt vor allem den richtigen Ton, um darauf vorzubereiten, was noch auf uns zukommen wird.

      Ich freue mich, nach über zehn Jahren endlich wieder in diese Welt und zu diesen Charakteren zurückzukehren und möchte dieses Erlebnis so lange wie möglich rauszögern. Und ich freue mich darauf, dass meine werten Kollegen @Burning und @The Fiend mitmachen.

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Data“ ()

      SPOILER zur gesamten Serie!!

      Sehr schön, es geht endlich los :)
      Ich bin gespannt, wie deine erneute Reise nach New Jersey aussehen wird und wie du manche Ereignisse mit deinem Vorwissen anders einordnen wirst. Ich habe ja Anfang des Jahres auch meinen wer weiß wie vielten Rerun beendet (zweistelling bin ich wahrscheinlich schon lange 8o :whistling: ) und bin nach wie vor komplett begeistert von dieser in meinen Augen wirklich perfekten Serie. Freue mich auch schon auf spannende Gespräche mit dir hier ^^


      Data schrieb:

      Ich möchte meinen Rerun folgendermaßen gestalten: Eine Folge pro Woche. Wenn es zeitlich hinhaut, immer Montags. Das heißt, dass ich dann immer versuchen werde, Dienstags einen kleinen Rückblick zu formulieren.

      Dann schon mal viel Erfolgt, es bei einer Folge zu belassen. Ich könnte das nicht :D

      Data schrieb:

      Ganz im Gegenteil: Einige der langandauernden Story-Arcs nehmen im Piloten schon mal klare Konturen an

      Oh ja, hier im Piloten wird direkt eine ganze Menge in Stellung gebracht. Sogar Christopher, der gaaaanz viel später im Verlauf dann tatsächlich seinen Film drehen kann und hier schon davon fantasiert. Auch die Grunddynamik zwischen Melfi und Tony findet hier ihre wichtigen Grundpfeiler, die zwar mit der Entwicklung der beiden Figuren modifiziert werden, im Grunde aber immer auf diesem ersten Gespräch beruhen.

      Data schrieb:

      Es erscheint an vielen Stellen, als hätte David Chase vieles schon bedacht gehabt, was er mit der Serie plottechnisch und thematisch vorhat, bevor sie tatsächlich in Serie ging.

      Und das obwohl er hoffte, dass 'HBO' keine Serie bestellt und er aus dem Piloten einen zweiteiligen Film machen kann :D

      Data schrieb:

      Das Highlight des Piloten dürfte für mich Nancy Marchand sein, die eine der vielelicht komplexesten Matriachrinnen in der Serienlandschaft spielte und die mit jeder noch so kleinen Geste den vielleicht komplettesten Charakter in der Sopranos-Premiere geschaffen hat.

      Gut, dass du die Gestik Livias erwähnst. Gerade ihr Gewedel mit ihrer Hand finde ich, beschreibt den Charakter perfekt. Und das mit einer noch so kleinen Kleinigkeit. Ebenso wie ihre Schwankungen, wenn Tony was nettes für sie tut, sie sich freut kurzzeitig und dann wieder mit ihrer Hand ankommt. Hassenswert, aber wunderbar perfekt gespielt von Nancy Marchand.

      Data schrieb:

      Als wäre der Song für Tony Soprano geschrieben, dem vielleicht ersten Anti-Helden der modernen TV-Landschaft, ohne den es keinen Walter White, keinen Don Draper, keine Patty Hewes, keinen Raylan Givens und keinen Vic Mackey gegeben hätte.

      Viele kommen zwar immer mit 'Oz', dass ich ebenfalls sehr gut finde, aber Tony dürfte tatsächlich der erste in diesem Maße ausgearbeitete Antiheld in der TV-Geschichte sein. Und direkt der beste, das muss man sich mal vorstellen und auf der Zunge zergehen lassen. Und Kudos für die Erwähnung von Patty Hewes, die scheint ja gefühlt niemand so wirklich zu kennen.

      Data schrieb:

      Ich kann vorausschauend auf den Piloten blicken und sagen, dass er die Serie nicht auf die beste Art widerspiegelt und ich kann verstehen, dass er neue Zuschauer vielleicht nicht vom Hocker hauen wird.

      Ja, insgesamt ist der Pilot zwar großartig, aber hat auch ein paar Dinge die noch nicht so passen. Die Serie ist in ihren 86 Stunden zwar durchgehend humorvoll, aber bspw. diese Verfolgung von Mahaffey durch den Park und das anschließende Einprügeln auf ihn, finde ich dann doch etwas sehr drüber. Aber da hat sich die Serie ja schon direkt in Folge 2 wesentlich gebessert, auch wenn sie in Staffel 1 nochmal so einen Quatsch raushaut :rotfl:

      Data schrieb:

      Und ich freue mich darauf, dass meine werten Kollegen @Burning und @The Fiend mitmachen.

      Du willst doch nur, dass ich The Sopranos auch nochmal von vorne starte :D
      Mein Filmtagebuch



      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

      @Data schön geschrieben und mir gleich die Lust auf den Rerun erhöht :goodwork:

      Ich werde definitiv mit einsteigen, aber ich weiß noch nicht wann. Ich hatte gestern kurz überlegt, ob ich eine Folge pro Woche mitmache, aber da passe ich - denn, dass kann ich nicht :uglylol: Wenn, dann muss ich das schon hintereinander schauen. Da ich aber vergangene Woche erst mit meinem Rerun zu Dexter begonnen habe, wird mein Rerun noch etwas dauern. Wenn du aber nur eine Folge pro Woche schauen willst, dann werde ich dich irgendwann einholen :thumbsup: Sopranos wird aber nach Dexter gestartet, versprochen.
      Nach ein wenig hin und her überlegen, bin ich auch der Meinung, dass ich ebenfalls vor 10 Jahren das letzte mal Sopranos gesehen habe. Dann wäre der nächste Rerun, mein dritter.
      @The Fiend:

      Fast hätte der Beitrag einen Like bekommen. Dann hast du das D-Wort erwähnt. Wie wagst du es, diesen Thread so zu beschmutzen?

      :nono: :surgeon:



      Burning schrieb:


      Data schrieb:

      Ich möchte meinen Rerun folgendermaßen gestalten: Eine Folge pro Woche. Wenn es zeitlich hinhaut, immer Montags. Das heißt, dass ich dann immer versuchen werde, Dienstags einen kleinen Rückblick zu formulieren.

      Dann schon mal viel Erfolgt, es bei einer Folge zu belassen. Ich könnte das nicht :D


      Das funktioniert bei mir normalerweise ganz gut. Zum einen schaue ich immer recht viele Serien parallel zueinander und hab dann tatsächlich so eine Art Wochenplan, wo ich Montags jeweils eine Folge der Serien A, B, C anschaue und Dienstags dann von Serien D, E, F usw. Ich kriege oft auch tatsächlich nicht mehr als ein, zwei Folgen am Abend hin und habe festgestellt: Das ist gut so. Ich habe noch Zeit für andere Dinge. Und der andauernde Genuss von guten Dingen - wie eben einer guten Serie - wird auf längere Zeit rausgezögert. Ich verstehe den Reiz des Bingings ehrlich gesagt nicht und bin ganz zufrieden mit der Art, wie ich mir das angewöhnt habe.

      Burning schrieb:

      Data schrieb:

      Es erscheint an vielen Stellen, als hätte David Chase vieles schon bedacht gehabt, was er mit der Serie plottechnisch und thematisch vorhat, bevor sie tatsächlich in Serie ging.

      Und das obwohl er hoffte, dass 'HBO' keine Serie bestellt und er aus dem Piloten einen zweiteiligen Film machen kann :D


      Ja? Das ist mir tatsächlich eine neue Info. Ich weiß allerdings, dass er glaub nach zwei oder drei Staffeln das Handtuch als Showrunner schmeißen wollte, dann aber doch irgendwie davon überzeugt wurde, zu bleiben. Wäre mit Sicherheit auch ein guter Spielfilm geworden. Aber wahrscheinlich hätte er heute nicht das gleiche Erbe.

      Burning schrieb:

      Data schrieb:

      Das Highlight des Piloten dürfte für mich Nancy Marchand sein, die eine der vielelicht komplexesten Matriachrinnen in der Serienlandschaft spielte und die mit jeder noch so kleinen Geste den vielleicht komplettesten Charakter in der Sopranos-Premiere geschaffen hat.


      Gut, dass du die Gestik Livias erwähnst. Gerade ihr Gewedel mit ihrer Hand finde ich, beschreibt den Charakter perfekt. Und das mit einer noch so kleinen Kleinigkeit. Ebenso wie ihre Schwankungen, wenn Tony was nettes für sie tut, sie sich freut kurzzeitig und dann wieder mit ihrer Hand ankommt. Hassenswert, aber wunderbar perfekt gespielt von Nancy Marchand.


      Es ist tragisch, wie früh Nancy Marchand verstorben ist. Ich meine, bei Sopranos mangelte es wahrlich nicht an faszinierenden Charakteren, aber Livy war schon ein ganz besonderes Highlight. Und ich blicke jetzt schon der Season 3-Premiere mit etwas Anspannung entgegen. Du weißt, an welche Szene ich denke. Ich hab die nicht als sonderlich geglückt in Erinnerung.

      Burning schrieb:

      Data schrieb:

      Als wäre der Song für Tony Soprano geschrieben, dem vielleicht ersten Anti-Helden der modernen TV-Landschaft, ohne den es keinen Walter White, keinen Don Draper, keine Patty Hewes, keinen Raylan Givens und keinen Vic Mackey gegeben hätte.

      Viele kommen zwar immer mit 'Oz', dass ich ebenfalls sehr gut finde, aber Tony dürfte tatsächlich der erste in diesem Maße ausgearbeitete Antiheld in der TV-Geschichte sein. Und direkt der beste, das muss man sich mal vorstellen und auf der Zunge zergehen lassen. Und Kudos für die Erwähnung von Patty Hewes, die scheint ja gefühlt niemand so wirklich zu kennen.


      Ich muss zu meiner Schande gesehen, dass ich mich an Oz noch nicht rangetraut habe bisher. Es ist auf der Liste, aber ich denke, das wird sich noch etwas verzögern. Aber Kudos zurück wegen Damages. Hat tatsächlich etwas verloren in seiner Relevanz, aber ich erinnere mich gerne - besonders an die herausragende erste Staffel - zurück.

      Burning schrieb:

      Data schrieb:

      Ich kann vorausschauend auf den Piloten blicken und sagen, dass er die Serie nicht auf die beste Art widerspiegelt und ich kann verstehen, dass er neue Zuschauer vielleicht nicht vom Hocker hauen wird.

      Ja, insgesamt ist der Pilot zwar großartig, aber hat auch ein paar Dinge die noch nicht so passen. Die Serie ist in ihren 86 Stunden zwar durchgehend humorvoll, aber bspw. diese Verfolgung von Mahaffey durch den Park und das anschließende Einprügeln auf ihn, finde ich dann doch etwas sehr drüber. Aber da hat sich die Serie ja schon direkt in Folge 2 wesentlich gebessert, auch wenn sie in Staffel 1 nochmal so einen Quatsch raushaut :rotfl:


      Vor besagter Szene hatte ich auch etwas Muffe. Hab die als kein besonders gutes Beispiel in Erinnerung gehabt, wie man die brutale Seite unserer Hauptcharatkere zum ersten mal zeigen kann. Hat sich herausgestellt: Die Szene funktioniert auch heute nicht besonders gut. Wirkt irgendwie deplatziert und ich fürchte, der beabsichtigte Humor ist dabei eher untergegangen.

      Was mir noch aufgefallen ist - was ich dann aber vergessen habe, zu schreiben - ist die Erzählart des Piloten. Hier wird ja keine in sich geschlossene Geschichte erzählt. Es sind ja mehr Ausschnitte aus dem Leben von Tony und seiner Familie. Storylines sind verstreut auf mehrere Folgen, weswegen einzelne Szenen in dieser Folge oft nicht zu Ende geführt werden. The Sopranos war mit Sicherheit nicht die erste Serie, die fortlaufende Story-Arcs präsentierte. Aber wenn man sich jetzt mal The X-Files als Beispiel ansieht, dann hatte man hier zwar auch einen Arc, der sich über die ganze Serie erstrecken sollte. Aber selbst die Mythology-Episoden waren in sich immer noch abgeschlossen und haben der typischen 3-Akt-Struktur gefolgt. Das war bei den Sopranos in meinen Augen eher nicht der Fall, was für viele Leute vielleicht eher ungewohnt sein könnte. Heute ist das ja typischer - jeder Depp hat Game of Thrones gesehen und hat sich in diese Art des Erzählstils eingewöhnt -, aber Sopranos zusammen mit anderen HBO-Perlen wie The Wire und Deadwood hat hier ja durchaus anders gewirkt, als typische Network-Serien aus den 90ern (oder auch heutige noch).

      Oder wie siehst du das?

      Burning schrieb:

      Data schrieb:

      Und ich freue mich darauf, dass meine werten Kollegen @Burning und @The Fiend mitmachen.

      Du willst doch nur, dass ich The Sopranos auch nochmal von vorne starte :D


      You do you. Aber bist herzlich willkommen, mitzumachen. :)

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Data“ ()

      Data schrieb:

      Es ist tragisch, wie früh Nancy Marchand verstorben ist. Ich meine, bei Sopranos mangelte es wahrlich nicht an faszinierenden Charakteren, aber Livy war schon ein ganz besonderes Highlight. Und ich blicke jetzt schon der Season 3-Premiere mit etwas Anspannung entgegen. Du weißt, an welche Szene ich denke. Ich hab die nicht als sonderlich geglückt in Erinnerung.


      Ich habe sie gehasst :uglylol: Aber wirklich gut gespielt, muss man sagen.

      Data schrieb:

      @The Fiend:

      Fast hätte der Beitrag einen Like bekommen. Dann hast du das D-Wort erwähnt. Wie wagst du es, diesen Thread so zu beschmutzen?



      Spoiler anzeigen


      Weil das eine mega Serie ist. Ich kann nichts dafür, wenn das einige nicht erkennen wollen :D :knuddel:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „The Fiend“ ()

      Ich würde ja auch gerne mal wieder ein paar Serien Re-runs machen (ganz oben wären dabei ebenfalls die Sopranos, Mad Men und The Wire). Aber bei der Vielzahl an aktuellen Serien die ich noch schauen muss, wird das wohl erstmal nix mehr. Dazu kommen einfach permanent zu viele zu gute Serien raus. Und dann entscheide ich mich doch eher für die, die ich noch nicht kenne, auch wenn's manches mal schwer fällt.

      Scholleck schrieb:

      Ich würde ja auch gerne mal wieder ein paar Serien Re-runs machen (ganz oben wären dabei ebenfalls die Sopranos, Mad Men und The Wire). Aber bei der Vielzahl an aktuellen Serien die ich noch schauen muss, wird das wohl erstmal nix mehr. Dazu kommen einfach permanent zu viele zu gute Serien raus. Und dann entscheide ich mich doch eher für die, die ich noch nicht kenne, auch wenn's manches mal schwer fällt.


      Dann überarbeite dein Serienmanagement. Schieb mal einen Rerun rein ;)

      The Fiend schrieb:

      Scholleck schrieb:

      Ich würde ja auch gerne mal wieder ein paar Serien Re-runs machen (ganz oben wären dabei ebenfalls die Sopranos, Mad Men und The Wire). Aber bei der Vielzahl an aktuellen Serien die ich noch schauen muss, wird das wohl erstmal nix mehr. Dazu kommen einfach permanent zu viele zu gute Serien raus. Und dann entscheide ich mich doch eher für die, die ich noch nicht kenne, auch wenn's manches mal schwer fällt.


      Dann überarbeite dein Serienmanagement. Schieb mal einen Rerun rein ;)


      Leider hab ich die Zeit nicht mehr so wie früher, als ich bspw. die Sopranos in knapp 2 Wochen durchgesuchtet habe. ^^

      Data schrieb:

      @The Fiend:

      Fast hätte der Beitrag einen Like bekommen. Dann hast du das D-Wort erwähnt. Wie wagst du es, diesen Thread so zu beschmutzen?

      :nono: :surgeon:


      :uglylol:

      Data schrieb:

      Burning schrieb:


      Data schrieb:

      Ich möchte meinen Rerun folgendermaßen gestalten: Eine Folge pro Woche. Wenn es zeitlich hinhaut, immer Montags. Das heißt, dass ich dann immer versuchen werde, Dienstags einen kleinen Rückblick zu formulieren.

      Dann schon mal viel Erfolgt, es bei einer Folge zu belassen. Ich könnte das nicht :D


      Das funktioniert bei mir normalerweise ganz gut. Zum einen schaue ich immer recht viele Serien parallel zueinander und hab dann tatsächlich so eine Art Wochenplan, wo ich Montags jeweils eine Folge der Serien A, B, C anschaue und Dienstags dann von Serien D, E, F usw. Ich kriege oft auch tatsächlich nicht mehr als ein, zwei Folgen am Abend hin und habe festgestellt: Das ist gut so. Ich habe noch Zeit für andere Dinge. Und der andauernde Genuss von guten Dingen - wie eben einer guten Serie - wird auf längere Zeit rausgezögert. Ich verstehe den Reiz des Bingings ehrlich gesagt nicht und bin ganz zufrieden mit der Art, wie ich mir das angewöhnt habe.

      Meine Sopranos-Sehgewohnheit würde ich jetzt nicht unbedingt als Binging bezeichnen, aber ein drei bis vier Episoden pro Woche kann man davon schon weggucken. Die Leute, die sich 13 Folgen am Stück reinhauen, ja ... :D

      Data schrieb:

      Burning schrieb:

      Data schrieb:

      Es erscheint an vielen Stellen, als hätte David Chase vieles schon bedacht gehabt, was er mit der Serie plottechnisch und thematisch vorhat, bevor sie tatsächlich in Serie ging.

      Und das obwohl er hoffte, dass 'HBO' keine Serie bestellt und er aus dem Piloten einen zweiteiligen Film machen kann :D


      Ja? Das ist mir tatsächlich eine neue Info. Ich weiß allerdings, dass er glaub nach zwei oder drei Staffeln das Handtuch als Showrunner schmeißen wollte, dann aber doch irgendwie davon überzeugt wurde, zu bleiben. Wäre mit Sicherheit auch ein guter Spielfilm geworden. Aber wahrscheinlich hätte er heute nicht das gleiche Erbe.

      Ja, nach seiner Zeit bei "The Rockford Files" wollte er erstmal mit TV abschließen, weil er das alles so eindimensional und ohne richtige (Figuren)Entwicklung eher nicht so geil fand. Daher hat er The Sopranos ursprünglich als Film konzipiert, 'HBO' wollte eine Serie, er hoffte dass das Ding eben nicht in Serie geht und der Rest ist grandiose Geschichte. Dass er als Showrunner hinschmeißen wollte, ist mir wiederrum neu :D

      Data schrieb:

      Burning schrieb:

      Data schrieb:

      Das Highlight des Piloten dürfte für mich Nancy Marchand sein, die eine der vielelicht komplexesten Matriachrinnen in der Serienlandschaft spielte und die mit jeder noch so kleinen Geste den vielleicht komplettesten Charakter in der Sopranos-Premiere geschaffen hat.


      Gut, dass du die Gestik Livias erwähnst. Gerade ihr Gewedel mit ihrer Hand finde ich, beschreibt den Charakter perfekt. Und das mit einer noch so kleinen Kleinigkeit. Ebenso wie ihre Schwankungen, wenn Tony was nettes für sie tut, sie sich freut kurzzeitig und dann wieder mit ihrer Hand ankommt. Hassenswert, aber wunderbar perfekt gespielt von Nancy Marchand.


      Es ist tragisch, wie früh Nancy Marchand verstorben ist. Ich meine, bei Sopranos mangelte es wahrlich nicht an faszinierenden Charakteren, aber Livy war schon ein ganz besonderes Highlight. Und ich blicke jetzt schon der Season 3-Premiere mit etwas Anspannung entgegen. Du weißt, an welche Szene ich denke. Ich hab die nicht als sonderlich geglückt in Erinnerung.

      Ja, ich weiß natürlich was du meinst, aber mittlerweile empfinde ich das nicht mehr als so schlimm. Mit den möglichen Mitteln zu der Zeit ist das schon ganz ordentlich, finde ich. Auf BD fällt das jetzt natürlich noch mehr auf, aber es ist ja recht kurz nur. Hätte gerne gesehen, was Chase ursprünglich geplant hatte. Dass Livia gegen Tony aussagt und all das.

      Data schrieb:

      Burning schrieb:

      Data schrieb:

      Als wäre der Song für Tony Soprano geschrieben, dem vielleicht ersten Anti-Helden der modernen TV-Landschaft, ohne den es keinen Walter White, keinen Don Draper, keine Patty Hewes, keinen Raylan Givens und keinen Vic Mackey gegeben hätte.

      Viele kommen zwar immer mit 'Oz', dass ich ebenfalls sehr gut finde, aber Tony dürfte tatsächlich der erste in diesem Maße ausgearbeitete Antiheld in der TV-Geschichte sein. Und direkt der beste, das muss man sich mal vorstellen und auf der Zunge zergehen lassen. Und Kudos für die Erwähnung von Patty Hewes, die scheint ja gefühlt niemand so wirklich zu kennen.


      Ich muss zu meiner Schande gesehen, dass ich mich an Oz noch nicht rangetraut habe bisher. Es ist auf der Liste, aber ich denke, das wird sich noch etwas verzögern. Aber Kudos zurück wegen Damages. Hat tatsächlich etwas verloren in seiner Relevanz, aber ich erinnere mich gerne - besonders an die herausragende erste Staffel - zurück.

      Also "Oz" kann man sich schon gut ansehen. Man merkt der Serie die Zeit zwar an, aber wenn man das mitbeachtet, dann ist die schon recht gut. Quasi so eine Art Prototyp für alle kommenden 'HBO'-Produktionen. Hat halt einige Fehler, aber macht vieles sehr richtig. Und es gibt einen sehr guten Sopranos-Moment, falls dich das motivieren sollte ;) :D

      Dass "Damages" an Relevanz verloren hat, ist die Serie meiner Meinung nach auch selber Schuld. Während die ersten drei Staffeln noch mit Qualität und einem durchdachten Drehbucht glänzten, war das in der vierten und fünften Staffel ja leider überhaupt nicht mehr der Fall. Da wirkte alles so konstruiert und planlos zusammengezimmert. Rose Byne wirkte vor allem in der finalen Staffel auch sehr gelangweilt, etwa wie Michael C. Hall in den späteren D-Wort Staffeln, um das böse Wort hier nochmal aufzugreifen :catch:

      Data schrieb:

      Was mir noch aufgefallen ist - was ich dann aber vergessen habe, zu schreiben - ist die Erzählart des Piloten. Hier wird ja keine in sich geschlossene Geschichte erzählt. Es sind ja mehr Ausschnitte aus dem Leben von Tony und seiner Familie. Storylines sind verstreut auf mehrere Folgen, weswegen einzelne Szenen in dieser Folge oft nicht zu Ende geführt werden. The Sopranos war mit Sicherheit nicht die erste Serie, die fortlaufende Story-Arcs präsentierte. Aber wenn man sich jetzt mal The X-Files als Beispiel ansieht, dann hatte man hier zwar auch einen Arc, der sich über die ganze Serie erstrecken sollte. Aber selbst die Mythology-Episoden waren in sich immer noch abgeschlossen und haben der typischen 3-Akt-Struktur gefolgt. Das war bei den Sopranos in meinen Augen eher nicht der Fall, was für viele Leute vielleicht eher ungewohnt sein könnte. Heute ist das ja typischer - jeder Depp hat Game of Thrones gesehen und hat sich in diese Art des Erzählstils eingewöhnt -, aber Sopranos zusammen mit anderen HBO-Perlen wie The Wire und Deadwood hat hier ja durchaus anders gewirkt, als typische Network-Serien aus den 90ern (oder auch heutige noch).

      Oder wie siehst du das?

      Ja, da muss ich dir vollkommen zustimmen. War damals sicher noch so eine Art Novum, während das heute ja eigentlich so ziemlich jede Serie macht, die irgendwie eine richtige Geschichte erzählen will. Aber das Szenen nicht zu Ende geführt werden oder gar ganze Handlungsstränge, zieht sich ja durch die Serie und geschieht noch wesentlich öfter. Man denke nur an die berühmte "Pine Barrens"-Folge mit dem Russen. Aber deine Signatur beschreibt dieses Phänomen ja auch sehr gut. Und ich finde das macht The Sopranos auch nochmal eine ganz Spur authentischer, dass manche Dinge einfach im Sand verlaufen.

      Data schrieb:

      Burning schrieb:

      Data schrieb:

      Und ich freue mich darauf, dass meine werten Kollegen @Burning und @The Fiend mitmachen.

      Du willst doch nur, dass ich The Sopranos auch nochmal von vorne starte :D


      You do you. Aber bist herzlich willkommen, mitzumachen. :)

      Mal abwarten, wenn wir hier ein paar Folgen besprochen haben, juckt es mich sicher wieder im Finger auf Play zu drücken :D
      Mein Filmtagebuch



      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

      Bin ein bisschen spät dran, das zu posten, aber leider hatte ich erst heute Gelegenheit, meinen Rückblick fertig zu stellen.

      1x02 46 Long

      „Just when I thought I was out they pull me back in.”

      Diese Zeile findet wiederholt Anwendung in 46 Long – hier aufgegriffen von Silvio Dante, der seine Freunde gelegentlich damit amüsiert, indem er Al Pacinos vielleicht bekanntestes Zitat aus dem dritten Godfather-Film nachahmt. Es reflektiert vielleicht auch David Chases Gefühlslage, wenn das stimmt, was @Burning mir letzte Woche berichtet hat, dass er den Sopranos-Piloten eigentlich nie zu einer Serie machen wollte. Naja, David. Blöd gelaufen, aber wir sind dir alle dankbar dafür, auch wenn du mit der zweiten Folge zunächst mal viel mit Tischdecken beschäftigt warst.

      Die zweite Episode der Sopranos hat, wie die meisten zweiten Folgen, mit gewissen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es geht zum einen immer darum, Fehler - die womöglich in der Premiere begangen wurden - auszubügeln, weil man nun an einer fortlaufenden Serie arbeitet und Story-Arcs entwickeln muss, die über einen längeren Zeitrahmen interessant sind und Zuschauer abholen. Gewisse Dinge, die beim Schreiben des Pilotfilms noch als sinnvoll erachtet wurden, können plötzlich störend wirken, wenn man auf diesem nun mit zwölf Fortsetzungen folgen muss. Die Therapiestunden mit Dr. Melfi, die zu Beginn noch als erzählerische Abkürzung verwendet werden können, um eine ganze Welt und viel Hintergrundwissen schnell abfrühstücken zu können, hätte sich in der zweiten Folge schon fast als Problem herausstellen können, denn nicht unbedingt lässt sich ein solches Gimmick auch langfristig sinnvoll einsetzen. Im Prinzip hätte das schnell auch zu dem werden können, was Parks and Recreation in Form von Talking Heads eingesetzt hat, um die Gefühle der Charaktere schnell auf den Punkt zu bringen und um den Plot schneller voran zu treiben. Und zugegeben, auch David Chase nutzt die Sessions im Büro oft zu diesem Zweck. Aber er hat etwas sehr Cleveres gegen Ende dieser Episode gemacht, als Melfi das Thema seiner Mutter Livia weiter treibt, als sie vielleicht gesollt hätte. Denn hier trifft sie einen Nerv und Tony zieht falschen Schlussfolgerungen daraus und bricht wütend vorzeitig seine Stunde ab. Oder, naja, die Zeit war ja eh rum.

      Ja, man hat einen unterschwelligen Antagonismus bereits in der Pilotfolge gemerkt. Aber hier ist dieser zum ersten Mal ganz offensichtlich geworden und lässt einen Blick erahnen, wie intensiv – vielleicht sogar missbräuchlich - das Verhältnis zwischen den beiden in nicht ganz so ferner Zukunft werden wird. Das ist eine sehr interessante Szene, zum einen, weil sie die Beziehung der beiden, welche sich im Laufe der Serie zu einer der interessantesten entwickelt, hervorragend etabliert. Und zum anderen, weil sie uns Tony zeigt, wie er im Kern wirklich ist: Denn hinter all der Masse und all dem Temperament verbirgt sich eine sehr verunsicherte Kreatur, die nicht gerne konfrontiert wird und im Falle, dass doch, dann mit aggressiver Abwehr reagiert.

      Und es ist schon ironisch, dass Tony während dieser Unterhaltung so explodiert, zeigt die Folge doch durchgehend, wie Livia ihn ständig an den Rand eines Nervenzusammenbruches bringt, wie sie mit jedem neuen Todeswunsch, mit welchem sie Mitleid erregen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen möchte, einen neuen Wutanfall provoziert. Livia ist kalkulierend – sie weiß genau, was sie tut und wie sie ihren Sohn manipulieren kann. Ich denke, Tony ist sich dessen auch bewusst, ist aber von einem fehlgeleiteten Ehrgefühl und einer Loyalität ihr gegenüber geprägt und kann deswegen nicht loslassen. Ja, sie ist eine schreckliche Person. Aber gleichzeitig eine schreckliche Person, der man es liebt zuzuschauen. Und als sie am Ende der Folge dann doch Einzug nehmen muss in das Altersheim – entschuldigt bitte, in die Rentnersiedlung -, erkennt sie, vielleicht zum ersten Mal seit Langem, wo ihre Macht endet. Und doch kann man ihrem Blick schon ansehen, dass sie sich ihre nächsten Schritte überlegt.

      Die Folge konzentriert sich allgemein sehr stark auf Tonys Alltag, welchen Aufgaben er nachzukommen hat und wie all das seine Panikattacken fördert, weil sich ein Problem auf das nächste stapelt: Als er mit Livia am Telefon hing, während ihre Küche abfackelt, wie er mit einem inkompetenten Dauer-Tollpatsch und Pechvogel Georgie zu kämpfen hat, der die Telefonanlage nicht bedienen kann, und Pussy ihn noch mit zusätzlichen Fragen löchert, um das Auto von AJs Lehrer zu finden – die Hektik der Szene war hervorragend gefilmt von Dan Attias und fängt wunderbar ein, warum Tony all das irgendwann überfordern muss, so sehr er sich auch als der Mann sieht, der die Probleme aller anderer lösen muss.

      Die Folge hätte mehr oder weniger perfekt sein können, wäre es nicht um das Problemkind Christopher Moltisanti gewesen.Der Moment, an dem ich – bereits damals, als ich The Sopranos zum ersten Mal gesehen hatte vor anno 13 Jahren oder so – fast an der Serie gezweifelt hatte, war der vermeintliche Gastauftritt von Martin Scorsese. Ich liebe sanfte Anspielungen auf Einflüsse, die berühmte Werke des Mafia-Genres auf David Chase hatten. Ich mag es eher weniger, wenn das mit dem Holzhammer eingeprügelt wird. Die Szene vor der Disco, als das Scorsese-Double sich an der Warteschlange vorbeidrückte, war einer der zähneknirschendsten Momente, die ich aus der Serie in Erinnerung hatte und zeigt die Sopranos in früher undisziplinierter Form. Es war nur eine Sekunde oder so, was das gedauert hat, aber die ganze Szene mit Christopher und Brendon vor der Disco war ganz offensichtlich nur auf diesen einen dämlichen Gag ausgelegt und wirkt daher im Nachhinein wie ziemlich große Zeitverschwendung und falsch eingesetzte Mühe. Sie zeigt aber auch eines der frühen Probleme, die die Serie noch mit Christopher hatte und nicht so recht wusste, was sie mit ihm anfangen soll, außer, dass er als Tonys Seitenstechen zu dienen hat. Ich weiß, was die Serie später mit dem Charakter noch vorhat, was die Storyline mit Brendon für weitere Episoden bezweckt und vor allem zu was für einem tollen Schauspieler sich Michael Imperioli entwickeln wird. Aber ja, sein Verhalten in 46 Long hat zu mehr als einem Augenrollen bei mir geführt und in direktem Kontrast zu allem anderen, was mit Melfi und Livia passiert ist, sieht Christopher bisher noch wie das schwächste Glied der Serie aus.

      Ja, das waren so die Notizen, die ich mir während der Episode gemacht hatte. Mein Zitat würde wohl in die Richtung gehen, dass vieles in 46 Long Sopranos in absoluter früher Höchstform zeigt und manches davon aber auch Schwachstellen offenbart, die die Serie im Laufe der Zeit zum Glück in der Lage sein wird, auszumerzen.

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase

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