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The Sopranos [HBO]

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    Es gibt 509 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Data.

      Data schrieb:

      Bin ein bisschen spät dran, das zu posten, aber leider hatte ich erst heute Gelegenheit, meinen Rückblick fertig zu stellen.

      Hatte schon überlegt, ob du wieder aufgehört hast, oder nicht doch noch in einen Binge verfallen bist :D :angst:

      Data schrieb:

      Es reflektiert vielleicht auch David Chases Gefühlslage, wenn das stimmt, was @Burning mir letzte Woche berichtet hat, dass er den Sopranos-Piloten eigentlich nie zu einer Serie machen wollte.

      "The story of The Sopranos was initially conceived as a feature film about "a mobster in therapy having problems with his mother". Chase got some input from his manager Lloyd Braun and decided to adapt it into a television series. [...] Chase and producer Brad Grey pitched The Sopranos to several networks; Fox showed interest but passed on it after Chase presented them the pilot script. They eventually pitched the show to Chris Albrecht, president of HBO Original Programming, who decided to finance a pilot episode which was shot in 1997. Chase directed it himself. They finished the pilot and showed it to HBO executives, but the show was put on hold for several months. During this time, Chase, who had experienced frustration for a long period with being unable to break out of the TV genre and into film, considered asking HBO for additional funding to shoot 45 more minutes of footage and release The Sopranos as a feature film." Der Rest ist bekanntlich Geschichte ^^

      Data schrieb:

      Naja, David. Blöd gelaufen, aber wir sind dir alle dankbar dafür

      Und das nicht zu kurz. Finde es immer noch interessant, dass die Serie quasi die erste ihrer Art war und dann direkt mal Maßstäbe gesetzt hat, die bis heute kaum jemand annähernd erreicht hat.

      Data schrieb:

      Im Prinzip hätte das schnell auch zu dem werden können, was Parks and Recreation in Form von Talking Heads eingesetzt hat

      Interessante Idee. Gibt es eigentlich irgendein Drama, das ein solches Element einbaut? Ich weiß gar nicht, wie gut oder schlecht so etwas funktionieren würde. In "Parks and Rec" und "Modern Family" gefällt mir das und zu Comedy passt das ja auch recht gut. Aber zum Drama? Wäre vielleicht mal ein interessantes Experiment.

      Data schrieb:

      Denn hinter all der Masse und all dem Temperament verbirgt sich eine sehr verunsicherte Kreatur, die nicht gerne konfrontiert wird und im Falle, dass doch, dann mit aggressiver Abwehr reagiert.

      Oh ja. In den Therapiestunden, offenbart Tony eh sehr gerne mal sein Innerstes, wenn auch nie freiweilig. Finde es auch super spannend, wie Gandolfini diesen Szenen immer aufbaut und auf dem Weg zum großen Knall schon mit seiner Gestik und Mimik darauf hin arbeitet. Hier zeigt er einige seiner besten Schauspielmomente.

      Data schrieb:

      Und es ist schon ironisch, dass Tony während dieser Unterhaltung so explodiert, zeigt die Folge doch durchgehend, wie Livia ihn ständig an den Rand eines Nervenzusammenbruches bringt, wie sie mit jedem neuen Todeswunsch, mit welchem sie Mitleid erregen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen möchte, einen neuen Wutanfall provoziert.

      Er will halt die guten Werte aus der alten Heimat um jeden Preis erhalten. Der Sohn, der sich um seine Mutter kümmert. Nur, dass es halt bei ihm und Livia so überhaupt nicht funktioniert. Nach außen hin versucht er diesbezüglich ja auch stets den Schein zu wahren, selbst in späteren Folgen, wenn für alle offensichtlich ist, wie das Verhältnis der beiden ist.

      Data schrieb:

      Und als sie am Ende der Folge dann doch Einzug nehmen muss in das Altersheim – entschuldigt bitte, in die Rentnersiedlung

      Gemeinsam mit Tony als Varsity Athlete der beste Running Gag der Serie :rofl:

      Data schrieb:

      Scorsese-Double

      Ja, die Szene ist echt nicht so der Bringer. Ich glaube, hier war die Serie noch auf der Suche nach ihrem Humor. Extra arrangierte Szenen sind wohl nicht so das Wahre, wie sie hier nach erkannt haben, aber im Laufe der ersten Staffel wird das ja schon wesentlich besser.
      Mein Filmtagebuch



      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

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      1x03 Denial, Anger, Acceptance

      Okay. Folge drei der ersten Staffel von The Sopranos und ich tue mich etwas schwer, sonderlich viele Worte über die Episode Denial, Anger, Acceptance zu verlieren. Inhaltlich war es eine Episode, die sehr routiniert wirkte, mit Paulie und Silvios Auftrag, die Unterschrift des Schwiegersohns einzutreiben, der lieber sterben würde, als eine Niederlage einzugestehen. Er würde aber nicht so gern sein bestes Stück dafür verlieren. Die Storyline darum war recht amüsant und zeigt unsere Mafiosos, wie sie ihren alltäglichen Geschäften nachgehen und dass nicht immer alles so smooth läuft, wie man das vielleicht noch aus den Godfather-Filmen kennt. Organisiertes Verbrechen kann unordentlich sein und es läuft nicht immer alles nach Plan, weil verschiedene Interessensgruppen eigene Ideen verfolgen. Die Hierarchie in der Familie von Tony Soprano ist sehr streng, aber wenn er nicht alle Parteien bei Laune hält, gehen diese dann doch gerne mal ihre eigenen Wege, um ihre Interessen zu verwirklichen.

      So auch Junior, der diese Woche endgültig zeigt, dass er die Schnauze voll hat von Christophers Eskapaden. Weil er aber an Christopher nicht ran kann - teilweise, weil das wohl einen Schritt zu weit wäre, Hand an der eigenen Blutsfamilie anzulegen und teilweise wohl auch, weil er gewisse persönliche Sympathien für Christopher hegt -, macht er aus Brendon ein Beispiel, dass mit ihm nicht zu scherzen ist. Zu dieser Entscheidung ist er im Gespräch mit Libby gekommen, in einer wunderbar gespielten Szene zwischen Marchant und Dominic Chianese. Das Verhältnis der beiden wurde schon in der ersten Episode angedeutet und die Art wie sie miteinander sprechen und sich verstehen, ohne dass viel gesagt werden muss, gehört mit zu meinen liebsten Elementen zwischen dem Spiel der beiden. The Sopranos hatte immer ein Händchen, Charaktere voll zu realisieren und durch kleinere (oder größere) Macken und Schrullen denkwürdig und einzigartig zu gestalten. Die beiden sind für mich in der Serie ein Paradebeispiel dafür, wie gut David Chase und Co. wirklich darin waren.

      Der schwächste Sub-Plot der Episode war für mich das Fundraiser-Event im Haus der Sopranos. Edie Falco ist ein absoluter Überflieger in der Rolle von Carmela, aber die Serie hatte anfangs noch etwas Schwierigkeiten damit, herauszufinden, was sie mit ihr anfangen möchte. Folge drei zeigt Carmela als die klischebehaftete NJ-Vorstadt-Queen, die keinen Griff für die Realität übrig hat. Kleine Gesten - wie das Herwinken, das sie mit ihren Bediensteten macht - runden den Charakter sehr gut ab, aber inhaltlich schafft es die Serie noch nicht, hier auch einen interessanten Charakter zu schaffen. Oder gar einen, für den man sich irgendwie interessiert, ganz zu schweigen, mit dem man sympathisiert. Das war sicherlich die beabsichtigte Emotion, welche die Folge provozieren wollte, aber nach ihrem Verhalten hier hat der Bauchschlag, den sie von Charmaine gegen der Folge erhält, fast schon gut getan.

      Denial, Anger, Acceptance sind drei der Stufen im Prozess, traumatische Ereignisse zu verarbeiten. Das kann sich auf mehrere Personen in dieser Folge beziehen. Auf Tony selbst, der diese Emotionen durchgeht, wie er seinem Freund Jackie Aprile beim Sterben zuschaut. Oder auch auf Artie Buccos Situation, dessen Verlust seines Restaurants noch immer an ihm nagt und was Tony sichtliche Schuldgefühle bereitet. Doch Tony wäre nicht Tony, wenn er sich diese Emotionen eingestehen würde. Stattdessen dreht er die Schuld, die er fühlt, um und sagt Artie, dass er sich nicht wie eine Memme verhalten soll. Das ganze artet in einer der putztigsten Essensschlachten aus, die ich gesehen habe und zeigt vielleicht zum ersten mal, was für ein gewichtiges Thema Essen in der Serie noch werden sollte, denn viele der einschlägigsten Momente der Sopranos beinhalten Essen und Personen, wie sie essen zu sich nehmen.

      Alles in allem hatte ich den Eindruck, dass die Serie langsam tonal zu sich findet. Die Folge brilliert vor allem durch ihre ruhigen Momente und ihre Charakterentwicklung, auch wenn sie plottechnisch nicht viel nach vorne gebracht hat. Aber das ist nach den großen Events der ersten beiden Folgen als Durchatmer durchaus mal angebracht.
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase

      Gerade ist keiner wach, aber momentan läuft ein Stream mit großer Cast-Reunion. Kann sicherlich auch später angeguckt werden.


      "Talking Sopranos", der Podcast von Michael Imperioli und Steve Schirripa haben in ihrer aktuellen Folge den Creator der Show, David Chase zu Gast, der einige interessante Dinge über seinen Werdegang und natürlich zur besten Serie aller Zeiten zu erzählen hat. Bisherige Gäste waren unter anderem Steve Buscemi, Aida Turturro, Lorraine Braco, Edie Falco, Robert Iler, Terence Winter und viele mehr. Kann den Podcast empfehlen, auch wenn die ersten paar Folgen ein kleiner Kampf sind, da Schirripa da noch oft und gerne dazwischenredet und Imperioli unterbricht. Aber mittlerweile haben sie einen guten Flow und zumindest die aktuelle Episode mit David Chase sollte man mal gehört haben.


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      Johnny Boy Sopranos ist tot. Schauspieler Joseph Siravo ist am Sonntag nach langem Kampf dem Krebs erlegen. Gerade mal 66 wurde er. Ich habe ihn als Johnny Boy immer gerne gesehen, gerade die Flashbacks in Kombination mit dem noch jungen Junior waren meist großartig und hat viel zur Charakterisierung Tonys beigetragen. Die The Sopranos Familie wird leider immer kleiner.

      Joseph Siravo Dies: ‘The Sopranos’, ‘Jersey Boys’ & ‘American Crime Story’ Actor Was 66


      Hab mich jetzt mal das erste Mal an die Serie begeben. Ist wirklich ganz gut. Gibt natürlich auch Folgen die schwach waren, aber das ist bei Serien wohl nicht zu vermeiden.
      Bin am Anfang der letzten Staffel und wenn man die Serie in relativ kurzem Zeitraum sieht, dann sieht man förmlich wie Gandolfini Staffel für Staffel zugelegt hat. Der arme Kerl,..... die futtern ja nahezu in jeder Folge Pasta, Nudeln und den ganzen schweren Kram. Kein Wunder dass da die Pfunde wachsen. :hammer:

      Schade dass er nicht mehr da ist. :(
      Erfahrung ist eine sehr nützliche Sache. Bedauerlicherweise macht man sie immer erst, kurz nachdem man sie gebraucht hätte....
      Ich weiß, ich habe in meinem Vorhaben kläglich versagt, hier zu jeder Episode was schreiben zu wollen. Aber ich folge noch immer meinem Plan, nur eine Folge in der Woche zu schauen und man, wie ich dieses Meisterwerk nach über zehn Jahren Abstinenz wieder genieße, als hätte ich nie aufgehört, sie anzuschauen.

      Am Montagabend war Episode 5x03 Where's Johnny? dran. Die hier geht mir einfach Nahe und zwar jedes Mal, wenn ich es sehe. Junior war seit Beginn einer meiner Lieblingscharaktere (in einer Serie, der es an brillanten Charakteren wahrlich nicht mangelt) und seine Beziehung zu Tony ist eines der größten Herzstücke der Serie gewesen. Der Arc um seinen Gesundheitszustand wurde in der vierten Staffel sehr punktuell und subtil begonnen und findet in dieser Folge seinen vorläufigen Höhepunkt. Die letzte Szene, wie Chianese und Gandolfini zusammen auf dieser alten, runtergesessenen braunen Couch sitzen, Wein trinken und eine Tierdoku anschauen und dem Zuschauer das Ausmaß der Veränderungen erstmals so richtig klar wird - das bricht mir einfach das Herz. Das ein tolles Schauspiel zu nennen, wird der Leistung nicht gerecht. Die beiden demonstrieren eine absolute Meisterklasse. Wirklich eine meiner Lieblingsfolgen.
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